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Wert von 700.000 Euro

Gold beschlagnahmt: Vorwürfe zurückgewiesen

Darstellung des Finanzministeriums "schlichtweg falsch"

Die tschechische Familie, der Mitte August von österreichischen Zollbeamten an der Grenze von Liechtenstein zu Vorarlberg 781 Barren Gold und Silber abgenommen wurden, wehrt sich gegen den Vorwurf des Schmuggels. Die Darstellung des Finanzministeriums sei "schlichtweg falsch", teilte am Mittwoch das Anwaltsbüro der Familie mit.

Das Finanzministerium hatte am Dienstag berichtet, dass die Familie das Gold und Silber im Wert von 700.000 Euro habe "über die Grenze von Liechtenstein durch Österreich nach Hause schmuggeln wollen". Die Meldepflichten seien verletzt worden, allein für das Silber wären Einfuhrabgaben in Höhe von beinahe 97.000 Euro zu entrichten gewesen.

Einreise mit Gold und Silber "ungewollt"

Die Familie beharrt darauf, dass sie - wie bei der Grenzkontrolle angegeben - ungeplant nach Österreich einreiste. Eigentliches Reiseziel sei Zürich gewesen, wohin die Edelmetalle nach einem Bank- und Depotwechsel überführt werden sollten. Für Anlagegold und Silber würden keine Zollabgaben anfallen, darüber hinaus bestehe für Anlagegold auch eine Befreiung von der Einfuhrumsatzsteuer. Aufgrund der Umstände sollte auch keine Einfuhrumsatzsteuer für Silber festzusetzen sein, so der Anwalt: "Bei richtiger rechtlicher Beurteilung des Sachverhaltes war daher gar keine Zoll- oder Steuerpflicht gegeben. Entsprechend kann auch der Tatbestand des Schmuggels nicht erfüllt worden sein."

(Quelle: APA)

Zoll beschlagnahmt 781 Barren Gold & Silber in Pkw

Beim Grenzübergang zwischen Liechtenstein und Vorarlberg haben Beamte des Zollamts Feldkirch im August in einem Pkw 781 Barren Gold und Silber im Wert von 700.000 Euro sichergestellt. Laut Mitteilung des Finanzministeriums wollten drei Tschechen die Edelmetalle durch Österreich und in ihr Heimatland schmuggeln. Gold und Silber wurden beschlagnahmt, den Fahrzeuglenker erwartet ein Strafverfahren.

Der Schmuggelversuch flog am Grenzübergang zwischen Ruggell und Feldkirch-Nofels auf. Die tschechische Familie gab bei ihrer Einreise an, bei einer Bank in Liechtenstein 4.000 Euro behoben zu haben. Nach Österreich reise man nur deshalb ein, weil man eine Jacke in einem Hotel in Feldkirch vergessen habe. Als eigentliches Reiseziel wurde Zürich genannt.

Gold- und Silber-Barren wogen über 660 Kilo

Bei der Inspektion des Wagens fielen jedoch drei Aluminium-Koffer auf, die Silber enthielten. In der Handtasche der erwachsenen Tochter wurde Gold entdeckt. Letztlich stießen die Zollbeamten auf 74 Barren Gold (Gewicht: 3,25 Kilogramm) und 707 Barren Silber, die 662 Kilo wogen.

Geld und Edelmetalle über 10.000 Euro melden

Wer in die Europäische Union ein- oder ausreist, muss mitgeführte Geldmittel und Edelmetalle im Wert von 10.000 Euro oder mehr deklarieren. Allein die Einfuhrabgaben für das Silber belaufen sich laut Finanzministerium auf beinahe 97.000 Euro. Neben der Entrichtung dieser Einfuhrabgabe dürfte der Fahrzeuglenker auch eine beträchtliche Geldstrafe erhalten. Sollte die Strafleistung nicht erbracht werden können, wird auf das beschlagnahmte Edelmetall zurückgegriffen.

Aufgerufen am 27.09.2020 um 09:04 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/beschlagnahmtes-gold-schmuggelvorwurf-zurueckgewiesen-92895571

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