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Bis zu 180.000 Einschläge

Hauptsaison der Blitze beginnt

Experten geben Tipps zur Unfallvermeidung

20150607_PD8690.HR.jpg APA/Franz Neumayr/Archiv
Österreichs Blitzortungssystem registriert in den Sommermonaten durchschnittlich 70.000 bis 180.000 Einschläge.

Die Hauptsaison der Blitze steht vor der Tür: Die Monate Juni, Juli und August bringen in Österreich rund 80 Prozent aller Einschläge eines gesamten Jahres. Durchschnittlich sterben dabei pro Jahr zwei bis drei Menschen. Besonders häufig sind Unfälle am Beginn und am Ende von Gewittern, "weil hier die Gefahr unterschätzt wird", warnte Gerhard Diendorfer von ALDIS.

Österreichs Blitzortungssystem ALDIS (Austrian Lightning Detection and Information System) registriert in den Sommermonaten durchschnittlich 70.000 bis 180.000 Einschläge (Wolke-Erde-Blitze). Zählt man alle georteten Einzelentladungen (z.B. Teilblitze in den Wolke-Erde Blitzen und Entladungen innerhalb der Wolken), blitzte es in den Sommermonaten in Österreich zwischen 600.000 und 1.000.000 Mal. In manchen Jahren beginnt die Gewittersaison übrigens bereits im Mai.

Bis zu 40 Blitz-Tote in den 1960er-Jahren

In den 1960er-Jahren starben hierzulande pro Jahr 20 bis 40 Menschen durch Blitzschlag. Dass diese Zahl stark zurückgegangen ist, führen die ALDIS-Experten zum einen auf verbesserte Wetterprognosen und ebensolche Informationen in der Bevölkerung zurück. "Zum anderen gab es die meisten Verletzten und Toten früher bei den in der Landwirtschaft beschäftigen Personen. Hier sind die Menschen heute meistens durch Traktoren und andere Fahrzeuge mit Metalldach besser geschützt", berichtete ALDIS.

Unfälle zumeist bei Freizeitaktivitäten

Ein Großteil der Unfälle ereignet sich mittlerweile bei Freizeitaktivitäten, so gab es 2019 mehrere auf Klettersteigen in den Alpen. Die meisten Unfälle wären relativ leicht vermeidbar, betonte Diendorfer, Leiter des Blitzkompetenzzentrums. "Es kling banal, aber der beste Schutz ist, überhaupt nicht in ein Gewitter zu kommen. Denn im Freien gibt es keinen absolut sicheren Standort und hier ist jede Art von Blitzeinschlag lebensgefährlich", berichtete Diendorfer.

 

Gewitter: Aktivitäten im Freien entsprechend planen

Der wichtigste Tipp des Experten: Vor Wanderungen, Radtouren und Badeausflügen die Wettervorhersage beachten und Aktivitäten so planen, dass im Falle eines Gewitters rechtzeitig eine sichere Unterkunft zu erreichen ist. Wenn man im Freien unterwegs ist, sind auch Warnungen der untersten Stufe relevant, informierte Diendorfer. Denn Gewitter können relativ schnell aufziehen und Blitze manchmal auch in einiger Entfernung der Wolke einschlagen, noch bevor es dort regnet: "Der sprichwörtliche Blitz aus heiterem Himmel ist also durchaus möglich."

Mehrere Verletzte bei Blitzeinschlag in der Steiermark

So schlug etwa im Juni 2019 in der Steiermark ein Blitz bei noch trockenem Wetter in rund sechs Kilometer Entfernung vom eigentlichen Gewitterzentrum ein, es gab mehrere Verletzte. Einfache Faustregel: Wenn zwischen Blitz und Donner weniger als 30 Sekunden liegen, ist das Gewitter nur noch zehn Kilometer entfernt. Den aufgesuchten sicheren Ort sollte man erst 30 Minuten nach dem letzten wahrgenommenen Blitz wieder verlassen.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 11.07.2020 um 08:28 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/bis-zu-180-000-einschlaege-hauptsaison-der-blitze-beginnt-88447990

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