Jetzt Live
Startseite Österreich
Bluttat in Wullowitz

Asylwerberheim wird geschlossen

Die nach der Messerattacke mit einem Toten und einem Schwerverletzten im oö. Wullowitz (Bezirk Freistadt) geforderte Schließung des Asylwerberheims in der Gemeinde ist laut Rotem Kreuz fix. Die verbleibenden 20 Asylwerber in Wullowitz sollten ursprünglich im ersten Quartal 2020 in andere Quartiere umgesiedelt werden. Dies werde nun vorgezogen und soll bereits in der kommenden Woche erfolgen, so das Rote Kreuz in einer Aussendung.

Zuvor forderte Bürgermeister Hubert Koller (ÖVP) die Schließung der Unterkunft. Darin sehe er die einzige Möglichkeit, dass in dem Ortsteil von Leopoldschlag wieder "Ruhe einkehrt und die Sicherheit hergestellt" werde. In dem Ortsteil leben 60 Einwohner, schilderte der Bürgermeister. Das Haus direkt an der tschechischen Grenze hält er auch deshalb nicht für ideal, da es nur eine schlechte Anbindung an den öffentlichen Verkehr gebe. An Wochenenden gebe es überhaupt keine Busverbindung.

Der 33-Jährige, der am Montag in Wullowitz einen Flüchtlingsbetreuer mit einem Messer schwer verletzt und einen Bauern erstochen haben soll, hat sich in Linz bei seiner Festnahme zunächst "entsprechend gewehrt". Das sagte Landespolizeidirektor Andreas Pilsl bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Den Angaben zufolge war der Mann vor der Tat schon zweimal angezeigt worden. Der Verdächtige war am 11. Juli 2015 "schlepperunterstützt nach Österreich eingereist und hat noch am selben Tag Asylantrag gestellt", berichtete Pilsl.

Bereits polizeilich aufgefallen

Nachdem dieser abgewiesen wurde, legte der Afghane Beschwerde ein. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Der Mann fiel in der Vergangenheit polizeilich auf, weil er einmal auffällig aus dem Koran gelesen hat. Er gilt als streng gläubig, aber nicht als radikalisiert, sagte Pilsl. Zweimal wurde der Afghane angezeigt: Einmal nach einer Rauferei in einer Volkshochschule. Bei dem Streit um Trinken von Alkohol wurde der Mann selbst verletzt, die Angelegenheit mit einer Diversion erledigt, berichtete Philip Christl. Die zweite Anzeige erfolgte nach einer Sachbeschädigung in einer Fahrschule in Freistadt, nachdem der 33-Jährige bei der Prüfung durchgefallen war.

An der gestrigen Attacke auf den Flüchtlingshelfer wurde der Mann zunächst von anderen Asylwerbern gehindert. Wie Gottfried Mittlerlehner, Leiter des Landeskriminalamts Oberösterreich berichtete, riss er sich aber los und stach mit dem Messer auf sein Opfer ein. Drei Asylwerber wurden beim Verteidigungsversuch leicht verletzt.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 14.05.2021 um 09:04 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/bluttat-in-wullowitz-asylwerberheim-wird-geschlossen-77725141

Kommentare

Mehr zum Thema