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"Magazin Royale"

Böhmermann widmet Sebastian Kurz Spezialsendung

Österreichs Kanzler kommt nicht gut weg

Der deutsche TV-Satiriker Jan Böhmermann hat am Freitag in seiner ZDF-Sendung "Magazin Royale" Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) eine "Spezialausgabe" gewidmet, in der er nicht besonders gut wegkam.

Vor der Ausstrahlung hatte Böhmermann die Sendung via Twitter mit den Worten "Noch hat Gernot Blümel Zeit zurückzutreten, ohne dass es aussieht, als wäre das @zdfmagazin schuld daran" beworben, was zu Spekulationen in diversen Medien und auf Twitter sorgte.

Böhmermann schießt scharf gegen Kurz und Co.

Schließlich hatte Böhmermann 2019 vor Veröffentlichung des Ibiza-Videos mit Andeutungen über den Inhalt des auf der Mittelmeerinsel aufgenommen Materials, das die türkis-blaue Regierung zu Fall gebracht hatte, für Aufsehen gesorgt. Seither spielte er immer wieder einmal mit Anspielungen auf die österreichische Politik, angekündigte "Bomben" blieben aber aus. So auch am Freitag.

(Quelle: APA)

Jan Böhmermann holt zum Ischgl-Rundumschlag aus

20180407_PD7567.HR.jpg APA/Hans Punz/Archiv
Sogar vor der österreichischen Justiz machte Jan Böhmermann nicht halt und zweifelte deren Unabhängigkeit an.

Fast auf den Tag genau ein Jahr nachdem das Tiroler Paznauntal und damit auch Ischgl aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus unter Quarantäne gestellt worden war, hat der deutsche TV-Satiriker Jan Böhmermann in seiner ZDF-Sendung "Magazin Royale" die Causa Ischgl zum Thema gemacht.

Er habe "ein bisschen was gelesen", sagte er und hievte einen Stapel Papier auf den Tisch, bei dem es sich um den 10.000 Seiten starken Ermittlungsbericht der Staatsanwaltschaft handeln soll.

Abarbeitung bekannter Vorwürfe

Was folgte war eine rund zwanzigminütige Abarbeitung der bereits altbekannten Vorwürfe. Angefangen bei der Anfrage eines Ischgler Hoteliers beim dortigen Tourismuschef, die laut Böhmermann zwei Wochen vor Bekanntwerden des ersten Falls eingegangen war, wie Ischgl denn auf das Coronavirus vorbereitet sei. Die Antwort: "Bis jetzt (...) beruhigen wir anfragende Gäste. Uns wird jedoch kommunikativ eine Agentur unterstützen, sollte sich die Situation verschärfen".

Ischgl-Aussagen in TV-Show

Danach die Warnung der Isländer und die Aussage des Landecker Bezirkshauptmannes, Markus Maaß: "Wir versuchen den Ball flach zu halten". "Hohe Berge, flache Bälle", scherzte Böhmermann. Auch Seilbahnobmann und Abg. Franz Hörl (ÖVP) bekam seit Fett in der Sendung weg. Zitiert wurde eine bereits bekannte SMS Hörls an den Betreiber des Kitzloch, jener Bar, in der der erste Corona-Fall in Ischgl festgestellt worden war, in dem der Abg. den Betreiber zum Einstellen des Betriebs aufforderte. Und natürlich wurde auch der Tiroler Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP) mit seinem bereits berühmt gewordenen "ZiB2"-Interview nicht verschont.

Böhmermann zweifelt Unabhängigkeit der Justiz an

Sogar vor der österreichischen Justiz machte der deutsche Satiriker nicht halt und zweifelte deren Unabhängigkeit an. Seine Erfahrung mit Österreich - und davon habe er reichlich - sage ihm: "Eher bekommen alle Yucca Palmen in Niedersachsen eine Coronaimpfung, als, dass einer der Beschuldigten von Ischgl eine echte Strafe kriegt", so Böhmermann. In Österreich laufe eben immer schon alles ein bisschen anders, das habe System, behauptete der Satiriker und zog Vergleiche mit dem Unglück in Kaprun. Dort wurden im Prozess alle Verantwortlichen freigesprochen - weil man um das Image des Tourismus fürchtete, zitierte Böhmermann einen Bericht der deutschen "Die Zeit".

Auch Armin Assinger, Hansi Hinterseer und Andreas Gabalier, den Böhmermann als "gemeingefährlichen völkischen Kleinkünstler" bezeichnete, kamen in dem TV-Beitrag vor. Und zum Abschluss präsentierte der Satiriker noch "die Weltpremiere des ultimativen Apres-Ski-Hits der Wintersportsaison 2021 bis 2150 von 'Tommy Tellerlift und den Fangzauner Schneebrunzern' - 'Ischgl Fieber'". Ähnlichkeiten zu Videos von Andreas Gabalier waren wohl nicht zufällig.

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