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Bub stürzte aus 12. Stock - Fliegengitter gerissen

Tragödie in Wohnhaus in Wien-Floridsdorf Salzburg24
Tragödie in Wohnhaus in Wien-Floridsdorf

Am Tag nach dem tödlichen Sturz eines Dreijährigen aus einem Fenster im zwölften Stock eines Wohnhauses in Wien-Floridsdorf sind die Umstände des Unglücks noch Gegenstand von Ermittlungen. Noch nicht geklärt war laut Polizei am Mittwochvormittag, ob sich die Mutter des Buben in der Wohnung in der Jedlersdorfer Straße befunden hatte.

Die Frau steht unter Schock und konnte nach Angaben von Polizeisprecherin Adina Mircioane vorläufig ebenso wenig befragt werden wie der Vater des Kleinen, der sich zum Zeitpunkt des Unglücks am späten Dienstagnachmittag offenbar an seinem Arbeitsplatz befunden hatte. Die Mutter wurde nach dem Unglück in einem Krisenzentrum betreut. Das Ehepaar hat ein weiteres Kind im Alter von fünf Jahren.

Vor dem Fenster, aus dem der Dreijährigen stürzte, befindet sich laut Mircioane ein Stockbett. Möglicherweise ist der Bub von diesem Bett in die Tiefe gestürzt. Ein Fliegengitter vor dem Fenster war zerrissen. Warum das Fenster nicht offen stand, sondern gekippt war, als die Polizei sich in der Wohnung umsah, war noch Gegenstand Ermittlungen.

In Österreich ereignen sich nach Angaben des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) jährlich rund 20 Fensterstürze von Kindern, zwei bis drei mit tödlichem Ausgang. "Vor allem für die Kleinsten zwischen zwei und vier Jahren besteht ein erhöhtes Risiko", warnte die Organisation in einer Aussendung. "Sind Kleinkinder im Haushalt, sollten die Fenster immer mit Fenstersperren versehen sein", erklärte Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Forschung und Wissensmanagement. Am besten geeignet sind Sperren, die bereits in den Fenstergriff integriert und mit einem Schlüssel zu öffnen sind. "Aufgrund der gleichbleibenden Unfallzahlen in Österreich sollte auch über eine verpflichtende Umsetzung von Fenstersicherungen diskutiert werden", forderte der Fachmann.

Das KFV empfiehlt darüber hinaus den nachträglichen Einbau von Kindersicherungen bei Fenstern. Bei der Montage wird eine Schiene am Fensterrahmen angebracht, in die am Fensterflügel montierte Haken oder Ketten einrasten. Fenstersicherungen sollten grundsätzlich verschraubt und am oberen Ende der Fenster - also außerhalb der Reichweite von Kindern - montiert werden. Diese gesicherten Fenster können dann nicht weiter als zehn Zentimeter geöffnet werden. Grundsätzlich rät das KFV, Kinder in einem Raum mit geöffneten Fenstern nie unbeaufsichtigt zu lassen und weder Sessel noch Tische oder andere Möbel, die als Kletterhilfe genutzt werden können, vor ein Fenster zu stellen.

(Quelle: S24)

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