Jetzt Live
Startseite Österreich
Österreich

COPD: Ein Viertel der Erwachsenen durch Lungenkrankheit gefährdet

Rauchstopp wäre die beste Medizin Salzburg24
Rauchstopp wäre die beste Medizin

Eine Krankheit, die weiterhin in ihrer Bedeutung stark unterschätzt wird, ist die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Das zeigt eine Salzburger Studie auf.

Jeder vierte Österreicher über 40 Jahre zeigt Zeichen dieser klassischen Raucherkrankheit, hieß es Mittwochabend bei der Fortbildungstagung der Österreichischen Apothekerkammer in Schladming.

COPD wird zur dritthäufigsten Todesursache

"Die COPD ist eine wichtige Erkrankung, die oft nicht rechtzeitig erkannt wird. In den nächsten Jahren wird sie zur dritthäufigsten Todesursache werden. 600 Millionen Menschen weltweit sind betroffen. Jeder vierte Patient über 40 Jahre hat laut einer Salzburger Studie Anzeichen einer obstruktiven Ventilationsstörung. Zehn Prozent wären behandlungsbedürftig", sagte der Wiener Spezialist Wolfgang Cozzarini (Wiener Donauspital) bei der Tagung in der Steiermark (bis 28. März).

Krankheit beginnt mit Raucherhusten

Die Krankheit beginnt zumeist als von den Betroffenen lange ignorierter "Raucherhusten". Es kommt zu chronisch-entzündlichen Prozessen in der Lunge mit einem schnellen Abbau der Atemkapazität, Schädigung der Lungenbläschen und zu einem Verlust der Elastizität des Lungengewebes. Am Ende kann die Lungenblähung (Emphysem) stehen. Durch mangelnde Atemkapazität drastisch eingeschränkte Lebensqualität und Invalidität sind die Folgen.

An sich wäre die Krankheit auch im Frühstadium durch eine Lungenfunktionsprüfung leicht zu erkennen. Das wäre auch beim Hausarzt möglich, wird aber in Österreich trotz wiederholter Forderungen der Experten nicht flächendeckend von den Krankenkassen bezahlt. Zeigt sich bei der nicht-invasiven und binnen kurzer Zeit durchführbaren Untersuchung, dass der Patient in einer Sekunde nur noch weniger als 70 Prozent des Atemvolumens ausatmen kann, liegt das Vorhandensein einer COPD nahe.

Rauchen aufhören stoppt Gefahr

Da die meisten Betroffenen Raucher sind, wäre ein Rauchstopp das beste Mittel um die Verschlechterung zu bremsen. Cozzarini: "Die COPD wird leider bei den meisten Menschen immer schlechter." Man könne zwar den beschleunigten Abbau der Lungenfunktion verlangsamen, aber nicht stoppen oder den Schaden beheben.

An COPD-Medikamenten stehen vor allem kurz und lang wirkende Bronchien-erweiternde Medikamente (Beta-Mimetika oder Anticholinergika) und entzündungshemmende Arzneimittel (Cortison) zur Verfügung. Sie werden zumeist inhaliert.

Gefürchtet sind bei COPD-Patienten häufige "Exacerbationen". Das ist eine akute und drastische Verschlechterung der Lungenfunktion mit Notwendigkeit einer Spitalsaufnahme. Häufig sind die Betroffenen auch auf Sauerstoffversorgung angewiesen. Die Ursache sind zumeist virale oder bakterielle Infektionen der Lunge. (APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 05.03.2021 um 01:25 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/copd-ein-viertel-der-erwachsenen-durch-lungenkrankheit-gefaehrdet-44869501

Kommentare

Mehr zum Thema