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Hohe Infektionszahlen

Corona-Ampel-Kommission tagt bereits am Montag

Steigende Zahlen und Stadtregionen als Thema

Am Montag wird die österreichische Corona-Kommission zu einer weiteren Sitzung zusammentreffen. Grund sind die stark ansteigenden Infektionszahlen sowie die Evaluierung der Ampel-Regionen. Das sagte der Kommissionsleiter Ulrich Herzog dem "Ö1-Mittagsjournal" am Samstag. Bereits Freitagabend hatte er in einem ZiB2-Interview die Entwicklung als "besorgniserregend" bezeichnet.

"Wir haben die Entwicklung schon länger auf uns zukommen gesehen", sagte Herzog. Der Durchschnitt der vergangenen drei Tage liege nun bei rund 700 Infektionen österreichweit. 50 Prozent sind in Wien zu verzeichnen, danach folgen Vorarlberg, Tirol, Oberösterreich und die Steiermark. Daher könne man von einem "bundesweiten Trend" sprechen, es seien nicht mehr "einzelne Regionen" betroffen, so der Kommissionsleiter.

Vor allem junge Menschen stecken sich an

Derzeit seien von den vielen Ansteckungen in Wien vor allem junge Menschen betroffen. Hintergrund der Fälle sind Familien, private Feiern, gesellschaftliche Events wie etwa gemeinsames Fußballschauen oder Veranstaltungen bei der Freiwilligen Feuerwehr. In Alters- und Pflegeheime gebe es erfreulicherweise weniger Fälle, was zu einer Verringerung der Belagszahlen in den Spitälern führe.

Grün bedeutet nicht "kein Risiko"

"Grün heißt ja nicht, dass kein Risiko da ist", betonte der Kommissionsleiter erneut. Denn im Großraum von Wien, im nördlichen Burgenland aber auch in Teilen von Vorarlberg geht es laut Herzog "schon in Richtung gelb". Daher sollten diese Entwicklungen des epidemiologischen Risikos in Zukunft vereinfacht dargestellt werden. Auf die Frage, ob man sich dann nicht mehr so strikt an Landes- oder Bezirksgrenzen halten werde, sagte Herzog: "Das ist genau der Punkt."

Man werde sich nun auch die Städtemodelle genauer ansehen. Der Berufs- und der Bildungsverkehr müsse in das Ampel-System miteinbezogen werden. Wien etwa habe ein starkes Einpendeln aus der Umgebung und Linz aus Amstetten. Und die größte HTL Österreichs befinde sich südlich von Wien. "Und deshalb haben wir uns auch mit den Ländern verständigt, in den zukünftigen Schaltungen die Stadtregionen verstärkt zu berücksichtigen, um in die größere Fläche zu kommen", erklärte Herzog.

Corona-Verschärfungen seien wesentlich

Kritik an der Corona-Ampel sehe der Kommissionsleiter als positiv. "Das gehört auch dazu, wenn wir ein neues System etablieren. Mit jeder Kritik lernen wir auch und können auch nachbessern." Die Entscheidung der Bundesregierung zu einem ausgedehnten Mund-Nasen-Schutz und reduzierte Veranstaltungen seien wesentlich gewesen, so Herzog.

(Quelle: APA)

Viele Bezirke an der Grenze zu Ampel-Gelb

Ulrich Herzog verteidigte das Vorgehen der Ampel-Kommission
Ulrich Herzog, Gruppenleiter im BMSGPK anl. der "Präsentation des Covid-19-Testprogramms" am Donnerstag 02. Juli 2020 in Wien.

Den Leiter der Ampel-Kommission, Ulrich Herzog, beunruhigt die jüngste Entwicklung bei den Corona-Neuinfektionen, wie er Freitagabend in einem ZiB2-Interview sagte. Mit Stand 21.00 Uhr wurden nämlich 912 Neuinfektionen innerhalb der vergangenen 24 Stunden gemeldet, was den höchsten Wert seit Ende März darstellt.

Am Vormittag hatte das Gesundheits- und Innenministerium noch 580 bestätigte Corona-Neuinfektionen mit Stand 9.30 Uhr bekannt gegeben. Die Zahlen würden dem entsprechen, "was wir seit längerem sehen", so Herzog. Dennoch müsse mit "Maß und Ziel" vorgegangen und nicht zu schnell die Ampel auf Orange geschaltet werden, verteidigte Herzog das Vorgehen der Ampel-Kommission. Dass ganz Österreich kommende Woche Orange sei, sei nicht anzunehmen.

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"Intensive Diskussion" über Ampelfarben

Herzog räumte ein, dass es in der Kommission etwa eine "intensive Diskussion" darüber gegeben habe, ob es sinnvoll sei, ganz Österreich auf Gelb zu stellen, weil viele Bezirke an der Grenze zu Gelb gestanden seien. Aber man habe davon Abstand genommen, weil viele Maßnahmen über die Maskenpflicht hinaus im Bereich der Schulen, der Krankenanstalten und im Pflegebereich hätten implementiert werden müssen, wäre generell auf Gelb gestellt worden.

 

Ein Infizierter steckt 1,25 Menschen an

Zudem lag am Freitag das Update des Verlaufs der Erkrankungen auf der Basis von Daten der Gesundheitsbehörden vor: Die Experten der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) gehen von einer Steigerungsrate der Erkrankten von 6,5 Prozent pro Tag aus, in der Vorwoche waren es noch 1,7 Prozent. Ein Infizierter steckt im Schnitt 1,25 weitere Personen an.

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