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Wie geht's an Schulen weiter?

Elternvertreter fordern Impfpflicht für Lehrer

Dachverband will wöchentliche Coronatests für Schüler

Der Dachverband der Elternvereine an öffentlichen Pflichtschulen fordert wöchentliche Coronatests für Schüler und eine Impfpflicht für Lehrer, um eine Rückkehr in den Präsenzunterricht zu ermöglichen.

Sprecherin Evelyn Kometter glaubt nicht mehr an das vom Bildungsministerium ausgegebene Ziel, am 18. Jänner wieder mit dem Präsenzunterricht zu beginnen. Die Woche bis zum 24. Jänner solle deshalb wenigstens dafür genutzt werden, die Schüler durchzutesten und Lehrer zu impfen.

 

Der Unterricht wird nach den Weihnachtsferien zwar wie üblich am 7. Jänner wieder beginnen, allerdings coronabedingt als Fernunterricht. An den Schulen wird es nur Betreuung für jene geben, die Bedarf anmelden. Auch Lernunterstützung ist dabei vorgesehen, was in der Praxis allerdings nicht an allen Standorten gut funktioniert. Wann der allgemeine Präsenzunterricht wieder beginnt, ist derzeit noch offen. Der Lockdown wurde ja durch die Ablehnung des geplanten "Freitestens" durch die Opposition grundsätzlich bis 24. Jänner verlängert. Im Bildungsministerium verweist man jedoch auf die aktuell gültige Verordnung, wonach der "ortsungebundene Unterricht" mit 17. Jänner befristet ist und ab 18. Jänner der Präsenzunterricht wieder starten soll. Einschränkung: Dabei müsse stets das Infektionsgeschehen berücksichtigt werden.

"Keinerlei Planungssicherheit" an den Schulen

"Sämtliche Eltern sind sehr erbost über diese Situation. Es ist keinerlei Planungssicherheit gegeben, weder für Schüler und Eltern, noch Lehrer", kritisierte Kometter im Gespräch mit der APA. Den Schülern werde seit Monaten Enormes abverlangt und auch wenn der Fernunterricht mittlerweile teilweise sehr gut funktioniere, wäre eine zusätzliche Woche Distance Learning "ein Wahnsinn", vor allem für die älteren Schüler.

Die Elternsprecherin verwies etwa auf Fälle in allen Bundesländern, in denen in der Sekundarstufe 1 (Mittelschule, AHS-Unterstufe) und Sekundarstufe 2 (v.a. AHS-Oberstufe, BMHS) Lehrer vor Weihnachten im großen Stil blaue Briefe als Vorwarnung vor einem "Nicht genügend" in der Schulnachricht verschickt hätten. Die Begründung: Weil sie es nicht geschafft hätten, in der Zeit des Präsenzunterrichts eine Schularbeit oder einen Test durchzuführen, fehle ihnen eine Beurteilungsgrundlage. Davon seien auch Schüler betroffen gewesen, die üblicherweise auf einem Gut oder Befriedigend stünden, so Kometter, dabei seien Schularbeiten und Tests laut Leistungsbeurteilungsverordnung nur eine von mehreren Arten der Leistungsfeststellung.

Semesterferien nahen bereits

Wenn nun der Unterricht tatsächlich erst am 25. und nicht am 18. Jänner wieder losgehen sollte, würde das noch weniger Zeit für Prüfungen bedeuten, beklagt Kometter. Dabei hätten so manche Eltern während der Weihnachtsferien viel Geld in Nachhilfe investiert, damit ihre Kinder Rückstände aufholen können. Aus Sicht der Elternvertreter ist allerdings der spätere Starttermin realistischer.

Für Schüler in Wien und Niederösterreich würde eine Verlängerung des Distance Learning bedeuten, dass sie lediglich eine Woche Präsenzunterricht hätten, bevor sie mit 1. Februar in die einwöchigen Semesterferien starten. Etwas mehr Unterrichtstage im Klassenzimmer gäbe es in den anderen Bundesländern, wo die Ferien erst mit 8. Februar (Burgenland, Kärnten, Salzburg, Tirol, Vorarlberg) bzw. 15. Februar (Oberösterreich, Steiermark) beginnen.

(Quelle: APA)

Wann startet der Präsenzunterricht wieder?

Schule, Schulklasse, Unterricht, SB APA/HANS PUNZ

Nach dem Aus für das "Freitesten" und dem damit verbundenen Ende des Lockdowns für alle erst mit 25. Jänner ist vorerst offen, ob der Präsenzunterricht an den Schule (wie laut derzeitiger Rechtslage vorgesehen) am 18. Jänner wieder beginnen wird.

Man werde gemeinsam mit dem Bildungsministerium "in den nächsten Tagen das weitere Prozedere besprechen", sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Montagnachmittag. Auf Zurufe werde er aber verzichten.

Die Ansicht des Bildungsressorts, wonach die Schulen von der Lockdown-Verordnung (die die Dauer des Lockdowns bis 24. Jänner festgelegt) nicht umfasst sind, sei richtig, sagte der Gesundheitsminister nach einer Unterredung mit Vertretern der Parlamentsfraktionen in seinem Haus. Zuvor hieß es zu dieser Frage aus dem Bildungsministerium von Heinz Faßmann (ÖVP), es gelte daher weiterhin, dass ab 7. Jänner das Distance Learning startet, ab 18. Jänner die Präsenzlehre. Eine Garantie für diesen geplanten Termin sei freilich nicht möglich, hieß es gleichzeitig aus dem Bildungsressort. Die Rückkehr in die Klassenzimmer sei immer auch abhängig von der Entwicklung der Infektionszahlen.

Schärfere Hygienemaßnahmen an den Schulen

Anschober betonte, den schulischen Bereich regle der Bildungsminister in Abstimmung mit der Bundesregierung (mittels eigener Verordnung, Anm.). "Ich mache da sicher dem Bildungsminister keinen Zuruf über Medien", so der Gesundheitsminister.

Faßmann kündigte am Montag gleichzeitig an, dass die Hygienemaßnahmen an den Schulen noch weiter verschärft werden sollen. Derzeit werde ein "ehrgeiziges Programm" entwickelt, um künftig eine wöchentliche Testung von Schülern und Lehrern zu ermöglichen. Dabei sollen nicht die doch recht unangenehmen Nasen-Rachenabstriche zum Einsatz kommen, sondern ein neues Testverfahren, bei dem nur im vorderen Nasenbereich Abstriche genommen werden.

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