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Regierung zieht Start vor

Zusätzliche Impfstoff-Lieferung für Salzburg

Corona-Impfungen für Pflegeheime und Klinik-Personal

Salzburg werde kurzfristig weitere 2.000 Corona-Impfdosen bekommen. Diese Zusatzlieferung werde am Freitag an das medizinische Personal in Spitälern – vor allem auf den Covid-Stationen – verabreicht, berichtete das Land in einer Aussendung Mittwochnachmittag. Unterdessen reagierte die Bundesregierung nach Kritik an den nur zögerlich anlaufenden Corona-Impfungen.

Bisher hatte Salzburg 3.900 Impfdosen vom Bund zugewiesen bekommen. Davon wurden 96 Dosen beim symbolischen Impfstart am 27. Dezember 2020 im Seniorenwohnhaus in Liefering in der Stadt Salzburg verabreicht und 1.000 sollen noch diese Woche in 13 Seniorenwohnhäusern im ganzen Bundesland zum Einsatz kommen.

Regierung zieht Corona-Impfstart vor

Zuvor reagierte die Bundesregierung nach Kritik an den nur zögerlich anlaufenden Corona-Impfungen. "Wir ziehen die Impfungen vor und warten nicht auf den 12. Jänner", erklärte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Dreikönigstag. Gestern Abend hatte noch die Sektionschefin im Gesundheitsministerium Katharina Reich das Festhalten am ursprünglich vorgesehenen offiziellen Impfbeginn mit der "logistischen Herausforderung" begründet und gemeint, dass man sich "genau im Plan" befinde.

Ein weiterer Covid-19-Impfstoff ist zur Zulassung freigegeben
(FILES) In this file photo Administrative Director Elaine Boerger fills a syringe with the Moderna Covid-19 vaccine at the East Boston Neighborhood Health Center (EBNHC) in Boston, Massachusetts on December 24, 2020. - Should Covid-19 boosters be delayed? Could the dose levels be reduced by half, and would mixing and matching shots made by different makers work just as well? These are questions now facing governments around the world as vaccine rollout falters and the coronavirus continues to rage, spurred on by new variants that are believed to be more contagious.British health officials are setting the pace, announcing they will stretch out the second dose of vaccines authorized for use there up to three months, well beyond the three or four weeks recommended. (Photo by Joseph Prezioso / AFP)

EU-Behörde gibt grünes Licht für Moderna-Impfstoff

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die bedingte Zulassung des Corona-Impfstoffes des US-Pharma-Unternehmens Moderna in der EU empfohlen. Er soll für Personen ab 18 Jahren zugelassen …

Kurz sieht das jedoch anders: "Beim Impfen geht es um Schnelligkeit und um Menschenleben. Daher gibt es keinen Grund, dass Impfdosen über Wochen zwischengelagert werden." Diese müssten nun rasch ausgeliefert und verimpft werden. Gestern habe es dazu Gespräche mit dem Verteidigungsressort, dem Gesundheitsministerium und Ländern gegeben. Dabei sei vereinbart worden, den breitflächigen Impfstart zu beschleunigen.

Alten- und Pflegeheime haben Vorrang

Österreich könne den europäischen Beschaffungsprozess nicht beeinflussen, so Kurz: "Aber was wir tun können und tun müssen, ist, dass jeder gelieferte Impfstoff schnellstmöglich verteilt und verimpft wird." Vorrang hätten alle Alten- und Pflegeheime. Diesbezüglich sei man mit den Ländern und Pflegeheimen in Kontakt.

Werden Impfdosen dort noch nicht abgerufen, sollen diese an die Bundesländer übergeben werden, damit ältere Menschen, die nicht in Pflegeheimen leben, sowie medizinisches Personal schnell geimpft werden können, erklärte der Kanzler.

Appell zweier Minister

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) appellierten am Mittwoch an die Einrichtungen in allen Bundesländern, die Impfstoffe abzurufen. "Nur wenn der Impfstoff auch angefordert wird, können die zuständigen Stellen die Impfstoffe auch liefern", so Tanner. Auch wenn dieser sensible Impfstoff eine logistische Herausforderung sei, "wollen wir doch, dass er möglichst rasch zu den am meisten von Corona gefährdeten Menschen kommt", meinte Anschober.

Bis dato seien für diese Woche 21.045 Impfdosen von den Pflegeheimen angefordert worden, für die kommende Woche sind es 43.115 Impfdosen. Mit den bisher rund 6.800 Geimpften lautet das für kommende Woche angepeilte Ziel somit, knapp 71. 000 Personen gegen das Coronavirus zu impfen.

Impfungen in Bundesländern

Aufgeteilt nach Bundesländern sollen bis kommende Woche in Niederösterreich 18.445 Personen geimpft werden, wie aus der APA vorliegenden Zahlen hervorgeht. Dahinter kommt Wien mit 9.415 verimpften Dosen gefolgt von Vorarlberg (8.460), Steiermark (8.455), Kärnten mit Osttirol (8.345), Oberösterreich (5.650) und Tirol (5.120). In Salzburg sollen es laut Plan bis kommende Woche 5.970 Geimpfte, im Burgenland 2.070 sein.

(Quelle: APA)

EU-Behörde gibt grünes Licht für Moderna-Impfstoff

Ein weiterer Covid-19-Impfstoff ist zur Zulassung freigegeben
(FILES) In this file photo Administrative Director Elaine Boerger fills a syringe with the Moderna Covid-19 vaccine at the East Boston Neighborhood Health Center (EBNHC) in Boston, Massachusetts on December 24, 2020. - Should Covid-19 boosters be delayed? Could the dose levels be reduced by half, and would mixing and matching shots made by different makers work just as well? These are questions now facing governments around the world as vaccine rollout falters and the coronavirus continues to rage, spurred on by new variants that are believed to be more contagious.British health officials are setting the pace, announcing they will stretch out the second dose of vaccines authorized for use there up to three months, well beyond the three or four weeks recommended. (Photo by Joseph Prezioso / AFP)

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die bedingte Zulassung des Corona-Impfstoffes des US-Pharma-Unternehmens Moderna in der EU empfohlen. Er soll für Personen ab 18 Jahren zugelassen werden, teilte die EMA am Mittwoch in Amsterdam mit. Die endgültige Entscheidung muss nun die EU-Kommission treffen. Das gilt als Formsache und könnte in kürzester Zeit geschehen. Die EU hat 160 Millionen Dosen bei dem US-Hersteller bestellt.

Damit wäre nach der Zulassung des Präparats der Unternehmen Pfizer und Biontech der Weg frei für den zweiten Impfstoff gegen Covid-19 in der EU. Der Moderna-Impfstoff ist bereits in den USA, Kanada und Israel zugelassen. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen begrüßte die Empfehlung. "Gute Nachrichten für unsere Bemühungen, mehr Covid-19-Impfstoff zu den Europäern zu bringen", schrieb sie auf Twitter.

Kurz: "Wichtiger Schritt"

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP): "Die heutige Zulassung des Impfstoffs von Moderna ist ein weiterer wichtiger Schritt im Kampf gegen die Pandemie. Damit haben wir mehr Impfstoff in der EU zur Verfügung und können die Pandemie schneller bekämpfen. Ich hoffe nun auch auf eine rasche Zulassung des Impfstoffs von AstraZeneca und der Universität Oxford in der EU unter Einhaltung aller wissenschaftlichen Standards, nachdem zuletzt Großbritannien und Indien Zulassungen erteilt haben."

Je mehr Impfstoffe wir zur Verfügung hätten, "desto schneller kommen wir aus der Krise, desto weniger Menschen sterben und desto weniger Arbeitsplätze werden vernichtet". 

3.2 Millionen Dosen für Österreich

Die EU kann insgesamt 160 Mio Dosen von Moderna abrufen. Für Österreich, dem stets in etwa zwei Prozent zustehen, bedeutet dies Dosen in Höhe von 3,2 Millionen. Im ersten Quartal würden laut Kurz 200.000 Dosen von Moderna geliefert. Damit könnte Österreich mit den Impfstoffen von Biontech/Pfizer sowie Moderna über 500.000 Menschen im ersten Jahresviertel impfen.  "Dieser Impfstoff verschafft uns ein weiteres Instrument im Kampf gegen die derzeitige Notsituation" sagte EMA-Chefin Emer Cooke. Der Impfstoff schütze zu etwa 94 Prozent gegen Covid-19. Auch nach der Empfehlung werden nach den Worten der EMA-Chefin die Experten weiterhin alle Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit überwachen.

So lief das Verfahren ab

Die EMA-Experten hatten bereits seit November die Daten des Herstellers nach dem sogenannten Rolling-Review-Verfahren bewertet. Danach werden bereits Ergebnisse der Studien geprüft, noch bevor ein Zulassungsantrag eingereicht ist. Das Verfahren sei viel schneller, aber genauso sorgfältig, betonte die EMA. Bei einer bedingten Zulassung ist der Hersteller verpflichtet, auch danach noch Daten etwa zur Langzeitwirkung an die EMA zu übermitteln.

Alexander Herzog, Generalsekretär der Pharmig, zur Moderna-Zulassung: "Das ist ein äußerst positiver Start ins neue Jahr, und zwar für die gesamte Bevölkerung." Für die Lagerung reichen Temperaturen von zunächst minus 20 Grad aus. Nach dem vollständigen Auftauen und vor der ersten Anwendung kann er bis zu 30 Tage bei einer Temperatur von zwei bis acht Grad im Kühlschrank gelagert werden. Österreich soll im Rahmen der EU-Vorbestellung im Februar rund 200.000 Dosen erhalten. Die Belieferung erfolgt aus der Schweiz, wo für Europa mit dem Pharmaunternehmen Lonza eine Produktionsstätte aufgebaut wurde.

Aufgerufen am 13.05.2021 um 11:49 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/corona-impfung-weitere-lieferung-fuer-salzburger-klinik-personal-97958581

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