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Keine weiteren Corona-Mutationen entdeckt

Pressekonferenz mit Anschober und Experten

Wie verändert die neue Coronavirus-Mutation die Pandemie-Lage in Europa und Österreich? Diesem Thema widmete sich heute eine Pressekonferenz. Die Ausbreitung in Österreich soll durch mehr Sequenzierungen unter Kontrolle gebracht werden.

Angesichts der neuen SARS-CoV-2-Variante B.1.1.7 hat Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Freitag angekündigt, das Zeitfenster bis zu einer größeren Ausbreitung zu nutzen. Ziel sei die Ausbreitung des neuen Stammes möglichst hinauszuzögern. Die Maßnahmen von Maske tragen bis Abstand halten seien weitere Mittel. Österreich wird deshalb auch die Landeverbote für Flugzeuge aus Südafrika und Großbritannien verlängern, sie gelten derzeit bis 10. Jänner.

Möglicherweise weitere Landeverbote

Die bisherigen Funde der Mutationen in Österreich - bei Sequenzierungen wurden die Variante aus Großbritannien bei vier Personen, jene aus Südafrika bereits Anfang Dezember bei einer Frau gefunden - haben alle einen Reisehintergrund, sagte Anschober. Bezüglich weiterer Landeverbote sei man derzeit in einem Screeningprozess, sagte Anschober.

Infektionszahlen sollten nächste Woche sinken

Was die Corona-Zahlen in Österreich betrifft, so rechne er ab nächster Woche mit einer schrittweisen Reduktion bei den Infektionszahlen, es blieben zwei Wochen Lockdown, die man "für den Schlusssprint" nutzen sollte. Was die Impfungen betrifft , so habe man zusätzlich zu den 30.000 Impfungen bis Ende der Woche, ab Montag und Dienstag über 42.000 weitere Einmeldungen für Dosen - und das werde sich noch vervielfachen.

Mutation bringt 56 Prozent höhere Infektiosität

Im Mittelpunkt der Pressekonferenz stand jedoch die Mutation des Coronavirus und Virologin Monika Redlberger-Fritz gab an, dass die SARS-CoV-2-Variante B.1.1.7 dahingehend nicht überraschend sei, da es schon einmal eine Variante gab, die sich durchsetzte. "Jedoch hat diese 23 Mutationen, von denen acht im Oberflächenprotein sind", führte die Expertin aus. Und das betreffe Schlüsselpositionen wie die Rezeptorbindungsstelle, wodurch mehr Virus produziert werde - und das führe zu einer 56 Prozent höheren Infektiosität. Ebenso wurden Teile des Virus herausgelöst, jedoch führte das glücklicherweise nicht dazu, dass die Impfungen betroffen sind. Nachdem sich das Virus ständig ändert, könne das in Zukunft aber passieren, warnte Redlberger-Fritz. Dass bei der Mutation mehr Kinder betroffen sind, habe sich nicht bestätigt.

Die Pathogenität der Mutation sei zudem gleichbleibend, trotzdem werde die Infektiosität auch zu mehr Super-Spreadern führen. Maske, Abstand und soziale Kontakte minimieren seien auch im Angesicht der neuen Variante die wichtigsten Mittel. Neben der britischen Variante gibt es jedoch noch die Variante aus Südafrika, und auch hier wurde eine leichtere Übertragbarkeit festgestellt.

Sequenzierungen bringen Mutation zum Vorschein

Andreas Bergthaler vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) unterstrich den Umstand, dass Mutationen nur durch Sequenzierungen erst registriert werden können, das "Spezielle" bei der englischen und südafrikanischen Variante sei das Vorhandensein von vielen, gleichzeitigen Mutationen. "Das werden wahrscheinlich nicht die einzigen Varianten sein, die weltweit unterwegs sind", in Ländern, wo wenig sequenziert wird, würden Mutationen nämlich nicht so leicht festgestellt wie in Großbritannien. Österreich sei im Bereich der Sequenzierung noch im Mittelfeld, jedoch werde diese Position nun ausgebaut.

Keine weiteren Corona-Mutationen in Österreich gefunden

Die Mutationen dürften in Österreich zumindest noch nicht weit verbreitet sein. "Wir haben keine weiteren englischen und südafrikanischen Varianten seit Montag identifiziert", sagte der Genetiker. In den einzelnen Bundesländern gibt es stark unterschiedliche Sieben-Tages-Inzidenzen, in Salzburg beispielsweise lag sie zuletzt bei mehr als 330. Analyse von Daten aus Kläranlagen in Salzburg zeigen bisher dort keine Werte der Mutation, sagte Bergthaler. Allerdings fehlen noch Daten.

In Großbritannien entfielen bis zu 50 Prozent aller neuen Fälle auf die Virus-Variante, es gab eine exponentielle Steigerung. In Dänemark seien es ungefähr zwei Prozent, die mit der Mutation infiziert sind. Wo sich Österreich befindet, sei noch nicht klar. "Wir befinden uns in einem ähnlichen Bereich wie Dänemark oder darunter", sagte Bergthaler.

Herwig Ostermann, Geschäftsführer der Gesundheit Österreich GmbH, prognostizierte für Mitte kommender Woche den Schnitt von rund 2.000 Neuinfektionen pro Tag, die Tendenz sei "leicht rückläufig", sagte er. Relativ konstant bleibe auch die Zahl der Patienten in Spitalsbehandlung. Am 19. Jänner wird es laut Prognose immer noch 310 Menschen in intensivmedizinischer Behandlung geben. Am heutigen Freitag waren es 371. Ursächlich daran sei unter anderem die lange Verweildauer, die im Schnitt 19 Tage ausmacht, und das konstant hohe Niveau der Infektionszahlen sage Ostermann.

Eingangstests kein Ersatz für Maßnahmen

Finalisiert werde derzeit auch ein Gesetzesentwurf für Eingangstests ab 18. Jänner, sagte der Gesundheitsminister. Diese seien aber jedenfalls kein Ersatz für Schutzmaßnahmen. Die Zahl der Test solle massiv gesteigert werden. "Ich höre, dass es da auf parlamentarischer Ebene in der kommenden Woche einen Arbeitsprozess geben wird", sagte der Gesundheitsminister. Anschober wolle zuerst eine Lösung erarbeiten und dann diese kommunizieren.

Bald Impfungen außerhalb von Heimen

Bei den Impfungen habe man zusätzlich zu den 30.000 Impfungen bis Ende der Woche ab Montag und Dienstag über 42.000 weitere Einmeldungen für Dosen verzeichnet - und das werde sich noch vervielfachen. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte am Donnerstag bekanntgegeben, dass noch im Jänner bereits die ersten Impfungen außerhalb der Heime durchgeführt werden. 

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 21.06.2021 um 03:04 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/corona-mutation-keine-weiteren-faelle-entdeckt-98055370

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