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Neue Maßnahmen

Österreich verhängt weitere Reisewarnungen

Gratis-Tests für Balearen-Rückkehrer

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) lädt Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Dienstagnachmittag zu Gesprächen über die aktuelle Corona-Situation ins Kanzleramt. Bei einer anschließenden Pressekonferenz wurden die Reisewarnung für die Balearen bestätigt sowie verstärkte Kontrollen an den Grenzen angekündigt.

Sebastian Kurz kündigt zu Beginn des Pressegesprächs neue Maßnahmen an, die man aufgrund der steigenden Corona-Zahlen setzen werde. Bisher sei man gut durch den Sommer gekommen, auch der Tourismus habe trotz kleinerer Cluster gut funktioniert. In den letzten Tagen habe sich die Situation aber verschlechtert. "Wenn man sich die Situation genauer anschaut, dann ist die größte Gruppe die Gruppe der Reiserückkehrer", so der Bundeskanzler.

Auch für die Balearen wird nun eine Reisewarnung ausgesprochen. Diese gilt ab Montag. "All jene, die derzeit dort auf Urlaub sind und bis Montag zurückkehren, haben die Möglichkeit sich direkt an den Flughäfen testen zu lassen." 

Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera betroffen

Betroffen sind die gesamten Balearischen Inseln mit Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera. Für Festland-Spanien gelten diese strengen Einreisebestimmungen bereits seit 10. August. Einreisende müssen entweder einen negativen Test vorlegen oder in Heimquarantäne innerhalb von 48 Stunden einen Test veranlassen. Lediglich die Kanarischen Inseln sind nach wie vor nicht von diesen Maßnahmen betroffen.

Erneuter Hinweis auf Gratis-Test für Kroatien-Urlauber

Rudolf Anschober (Grüne) spricht erneut an, dass die meisten Neuinfektionen junge Menschen betreffen und fordert sie auf, Verantwortung zu übernehmen. "Die meisten Kroatien-Urlauber machen sicher einen sehr vernünftigen Urlaub, es gibt aber junge Menschen, die dieses Verantwortungsbewusstsein offenbar noch nicht haben", so der Gesundheitsminister. "Der Ballermann ist der beste Freund des Virus. Je dichter es ist, je mehr gefeiert wird, desto problematischer ist es", sagte Anschober. Er appellierte, weiterhin den Mindestabstand einzuhalten. Denn auch junge Menschen könnten erkranken und v.a. Überträger sein, betonte er.

Die Gratis-Tests für Kroatien-Rückkehrer, die bis Montag wieder in Österreich waren, können sich in den Drive-Ins bundesweit anmelden und den Test im jeweiligen Bundesland machen. "In diesem Fall geht es auch ohne Symptome, weil wir hier sichergehen wollen. Es ist eine Sonder-Screening-Maßnahme, die wir dort anwenden, wo wir ein hohes Risiko sehen." Diese Möglichkeit gebe es noch bis Freitag, erklärt Anschober.

Dieselben Möglichkeiten möchte man auch Balearen-Urlaubern zur Verfügung stehen. Details dazu soll es morgen geben.

Verstärkte Grenzkontrollen in Tirol und Kärnten

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) kündigt an, dass die Grenzkontrollen in Tirol und Kärnten verstärkt werden. "Jeder, der nach Österreich kommt, muss damit rechnen, kontrolliert zu werden."  Es sollen rund 500 Polizisten mehr zum Einsatz kommen, auch rund 800 Soldaten werden bei den Kontrollen eingesetzt werden, sagte Kurz. Es gehe auch darum, Umgehungsmöglichkeiten für Westbalkan-Rückkehrer zu verhindern, die etwa über Slowenien einreisen, ergänzt Nehammer. Die Polizei und die Gesundheitsbehörden würden die Kontrollen gemeinsam vornehmen, sagte der Innenminister. "Das gilt es jetzt noch weiter auszudehnen."

Derzeit würden sich mehr als 20.000 Menschen in Quarantäne befinden, auch hier stehe die Polizei bereit, diese Maßnahmen zu überwachen. Zudem weist er daraufhin, dass die Quarantäne-Anweisungen einzuhalten seien und ein Verstoß "kein Kavaliersdelikt ist."

SPÖ: Türkis-Grün hinkt dem Virus hinterher

 Kritik an den Maßnahmen kam von der SPÖ. Die Regierung hinke dem Virus hinterher, sagte der stellvertretende SPÖ-Klubchef Jörg Leichtfried in einer Aussendung. Türkis-Grün habe "versagt" und es nicht geschafft, "rechtzeitig Vorkehrungen zu treffen", meinte Leichtfried mit Blick auf den Sommerreiseverkehr. Er bekräftigt die Forderung der SPÖ nach Gratistestungen für alle Reiserückkehrer, nicht nur für jene aus Kroatien und von den Balearen.

(Quelle: APA)

Reisewarnung für Mallorca kommt

Calvia, Mallorca, Magaluf APA/AFP
Calvia liegt im Westen von Mallorca.

Eine Reisewarnung wird die Österreichischen Bundesregierung auch für die Balearen, konkret: Mallorca, Ibiza und Menorca, verhängen. Das berichtet die Presse am Dienstag.

Demnach werde die Entscheidung möglicherweise sogar schon am heutigen Dienstag, spätestens aber am Mittwoch oder Donnerstag bekanntgegeben , heißt es in dem Presse-Bericht. Den Urlaubern soll wieder eine kurze Vorlaufzeit gewährt werden.

Sebastian Kurz (ÖVP) bestätigt diese Reisewarnung am Abend in einer Pressekonferenz.

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) hat vor zwei Tagen weitere Coronavirus-Reisewarnungen nicht ausgeschlossen. "Es kann weitere Reisewarnungen geben", so der Außenminister am Freitagabend in der ORF-ZiB 2, "auch für beliebte Urlaubsdestinationen." Zu einer möglichen Ausweitung der Reisewarnung für Spaniens Festland auf die Balearen, meinte er: "Wir beobachten die Situation und sehen neue Höchstzahlen."

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