Jetzt Live
Startseite Österreich
Leiter der Kommission

Viele Bezirke an der Grenze zu Ampel-Gelb

912 neue Corona-Fälle in 24 Stunden

Den Leiter der Ampel-Kommission, Ulrich Herzog, beunruhigt die jüngste Entwicklung bei den Corona-Neuinfektionen, wie er Freitagabend in einem ZiB2-Interview sagte. Mit Stand 21.00 Uhr wurden nämlich 912 Neuinfektionen innerhalb der vergangenen 24 Stunden gemeldet, was den höchsten Wert seit Ende März darstellt.

Am Vormittag hatte das Gesundheits- und Innenministerium noch 580 bestätigte Corona-Neuinfektionen mit Stand 9.30 Uhr bekannt gegeben. Die Zahlen würden dem entsprechen, "was wir seit längerem sehen", so Herzog. Dennoch müsse mit "Maß und Ziel" vorgegangen und nicht zu schnell die Ampel auf Orange geschaltet werden, verteidigte Herzog das Vorgehen der Ampel-Kommission. Dass ganz Österreich kommende Woche Orange sei, sei nicht anzunehmen.

_

"Intensive Diskussion" über Ampelfarben

Herzog räumte ein, dass es in der Kommission etwa eine "intensive Diskussion" darüber gegeben habe, ob es sinnvoll sei, ganz Österreich auf Gelb zu stellen, weil viele Bezirke an der Grenze zu Gelb gestanden seien. Aber man habe davon Abstand genommen, weil viele Maßnahmen über die Maskenpflicht hinaus im Bereich der Schulen, der Krankenanstalten und im Pflegebereich hätten implementiert werden müssen, wäre generell auf Gelb gestellt worden.

 

Ein Infizierter steckt 1,25 Menschen an

Zudem lag am Freitag das Update des Verlaufs der Erkrankungen auf der Basis von Daten der Gesundheitsbehörden vor: Die Experten der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) gehen von einer Steigerungsrate der Erkrankten von 6,5 Prozent pro Tag aus, in der Vorwoche waren es noch 1,7 Prozent. Ein Infizierter steckt im Schnitt 1,25 weitere Personen an.

(Quelle: APA)

Corona-Maßnahmen weiter verschärft

Die Corona-Maßnahmen werden bundesweit wieder verschärft: So sollen alle Veranstaltungen österreichweit auf Gelb-Niveau gestellt werden. Zudem wird die Maskenpflicht ausgeweitet.

Das gilt ab Montag, 0 Uhr in ganz Österreich:

  • Verpflichtender Munds-Nasen-Schutz in Öffis, Supermärkten, im Handel, Dienstleistungsbereichen, Parteienverkehr und Schulen
  • Beschränkungen bei privaten Veranstaltungen: Ohne zugewiesene Sitzplätze maximal 50 Personen Indoor, im freien 100 Personen.
  • 1.500 Personen Indoor bei Großveranstaltungen mit professionellen Konzept, 3.000 Personen Outdoor
  • MNS-Pflicht auch wieder für Kellner. Speisen und Getränke dürfen nur an Sitzplätzen verabreicht werden.

Verschärfungen bei Events

Bei der Präsentation der zweiten Ampelschaltung hat Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Freitag verschärfte Maßnahmen mit "Gültigkeit Montag, 0.00 Uhr" angekündigt: Es wird Einschränkungen bei Veranstaltungen geben: Indoor 50 Personen im Freien 100 Personen - Großveranstaltungen mit professionellen Konzept und mit zugewiesenen Sitzplätzen sind es 1.500 Plätze bzw. 3.000 Plätze.

Maskenpflicht wird ausgeweitet

Zudem soll die Maskenpflicht auch außerhalb des Lebensmittelhandels und von Apotheken und Banken österreichweit in geschlossenen Räumen ausgeweitet werden und gilt in Handel und Gastronomie - und auch an allen Schulen außerhalb der Klasse.

Diese Maßnahme sei "ein zusätzlicher Schritt, um den Regelschulbetrieb aufrecht zu erhalten und die Gesundheit der Kinder nicht zu gefährden". Sport muss damit vorwiegend im Freien oder in der Halle nur in kleinen Gruppen bei guter Belüftung und ohne Kontaktsportarten stattfinden. Gesungen werden darf nur mehr im Freien oder mit Mund-Nasen-Schutz.

Kein Orange in Österreich

Mit der zweiten Schaltung der Corona-Ampel wurden am Freitag bereits sieben Regionen in Österreich auf gelb geschaltet. Betroffen von "gelb" - das bedeutet mittleres Risiko - sind Wien, Graz, Innsbruck, Korneuburg, Wiener Neustadt, Bezirk-Kufstein und Schwaz in Tirol.

Gesetzes-Novelle steht noch aus

Damit die Corona-Ampel zum Werkzeug werden kann, fehlt noch ihre vollständige gesetzliche Verankerung. Erst mit der Novellierung des Epidemiegesetzes und des Covid-19-Maßnahmengesetzes können alle Regeln aufgrund der vier Farbstufen von grün bis rot rechtlich durchgesetzt werden. Ein Beschluss ist für den 23. September geplant. Bis dahin soll die Lockerungsverordnung angepasst werden, etwa zur Ausweitung des Mund-Nasen-Schutzes auf alle Geschäfte in gelben Regionen. Sie soll nun endlich am Freitag vorliegen.

Aufgerufen am 14.04.2021 um 11:20 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/coronavirus-912-neue-faelle-in-24-stunden-viele-bezirke-an-grenze-zu-gelb-92718427

Kommentare

Mehr zum Thema