Jetzt Live
Startseite Österreich
Coronavirus

Maskenpflicht könnte binnen 24 Stunden kommen

Anschober mit 17-Punkte-Plan für Herbst

Ein Aktionsplan mit 17 konkreten Maßnahmen gegen eine zweite Covid-19-Welle hat Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Freitag bei einem Medientermin angekündigt. Eckpfeiler sind das angekündigte Ampelsystem und eine Corona-Kommission aus Fachexperten. Bereits im Ministerrat Ende Juli sollen Teile davon verankert werden. Mehr Personal und schnellere Testungen sind die weiteren Schritte.

Das Ampelsystem soll sich von jenem in Deutschland unterscheiden, das bedeutet keine "Einpunkte-Entscheidung", sondern eine aus vier Indikatoren, bestehend aus Spitalskapazitäten, dem prozentuellen Anteil an positiven Tests, den täglichen Steigerungen und als vierten Punkt die Clusteranalysen: "entscheidend ist, woher der Cluster kommt", so Anschober. Leitlinien für die Ampel sollen bis auf Bezirksebene gelten, wobei der Einwand von Wien verständlich sei, dass es von "Bezirk zu Bezirk" nicht geht.

Anschober über Phase der Stabilisierung

"Jetzt im Sommer ist die Phase der Stabilisierung nach den Öffnungsschritten", so Anschober, dass es zu regionalen Ausbrüchen kommt, wäre dabei immer zu erwarten gewesen. Die gegenwärtige Lage in Österreich ist für den Ressortleiter eine zweigeteilte mit drei Bundesländern mit Clustern, nämlich Oberösterreich mit 60, Wien mit 57 und Niederösterreich mit 38 Fällen, "und dann haben wir den Rest Österreichs mit null bis einem neuen Fall".

Elisabeth Puchhammer-Stöckl, Wissenschafterin vom Zentrum für Virologie der MedUni Wien, verwies auf das Surveillance-System, das nicht nur die Entwicklung bei SARS-CoV-2 beobachtet, sondern auch den gewöhnlichen Rhinovirus, verantwortlich für Schnupfen: "Sei drei Wochen beobachtet man, dass die Kommunikationswege über Tropfeninfektionen wieder intensiver werden", dieser Aspekt zeige eine gewisse Sorglosigkeit bei Übertragungswegen, die auch Corona betreffen.

Kurzfristige Maskenpflicht möglich

"Das Risikobewusstsein steigt wieder", stellte Anschober angesichts der neuen, regionalen Anstiege fest. "Sobald wir bundesweit nur einen Ansatz haben, werden wir auch zu bundesweiten Maßnahmen übergehen", so der Minister - und dann könnte auch kurzfristig die Maskenpflicht wieder Thema sein. Innerhalb von 24 Stunden würde diese bei Notwendigkeit wieder gelten, "manche könnten überrascht sein, wie schnell das gehen könnte", sagte der Gesundheitsminister.

Damit dies und eine Situation wie im April jedoch verhindert wird, gibt es den besagten Aktionsplan, der beschleunigte Testungen vorsieht: 48 Stunden ist die Zeitdauer, die maximal vergehen soll, ab der Information an die Hotline 1450. Geregelt werden soll dies per Erlass, sagte Anschober. Zudem soll die Hotline 1450 reformiert werden, mehr Personal und eine niederschwelliger Ansatz ist vorgesehen. Das Bundesheer im Einsatz gegen Corona soll in Österreich jedenfalls nicht der Normalzustand werden, aber Anschober ist gegenwärtig "durchaus froh, dass Assistenzeinsatz da ist, wie jetzt in Kärnten".

Knapp unter 10.000 Coronavirus-Tests täglich

Was die Rolle der Polizei betrifft, so sei dies "ein Unterstützungsangebot, das okay ist", entscheiden würden jedoch die Bundesländer. Eine Novelle zum Epidemiegesetz soll der Exekutive ermöglichen, künftig auch Krankheitssymptome erheben - ein Veto des Bundesrats durch die Oppositionsparteien droht jedoch.

Bei den Testungen liege man derzeit "in einer Größenordnung, wie wir sie noch nicht hatten". So wurden in den vergangenen Tagen immer "knapp über knapp unter 10.000 Tests durchgeführt". Ende März hatte der Gesundheitsminister 15.000 bis 17.000 Tests täglich als Ziel vorgegeben, davon ist Österreich weiterhin deutlich entfernt.

(Quelle: APA)

Corona-Zahlen steigen österreichweit

Coronavirus Pixabay
(SYMBOLBILD)

Die Zahl der SARS-Cov-2-Infizierten in Österreich steigt weiter. Am Freitag (Stand: 9.30 Uhr) gab es insgesamt 1.393 aktive Fälle. In den vergangenen 24 Stunden kamen demnach österreichweit 169 Neuinfektionen hinzu, im Land Salzburg aber lediglich eine.

Auch die Zahl der Personen in Spitalsbehandlung stieg wieder – 99 Menschen befanden sich in ganz Österreich am Freitag aufgrund einer Covid-19-Infektion im Krankenhaus, davon mussten elf auf der Intensivstation behandelt werden.

Aktuelle Corona-Zahlen für Österreich

711 Personen sind bisher in Österreich an den Folgen des Coronavirus gestorben. Bisher gab es 19.439 positive Testergebnisse, 17.335 Menschen gelten als genesen. Damit sind aktuell 1.393 Menschen in Österreich am Virus erkrankt. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Innenministeriums hervor (Stand: 9.30 Uhr).

_

Corona-Hotspots in OÖ und Wien

Die meisten Infizierten gab es am Freitag in Oberösterreich. 546 Personen waren hier Covid-19-positiv, seit Donnerstag kamen 60 Fälle hinzu. 454 Erkrankte verzeichnete am Freitag Wien, hier gab es seit dem Vortag einen Zuwachs von 57 Fällen. In Niederösterreich waren am Freitag 164 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, hier kamen 38 Fälle hinzu.

_

Sieben Neuinfektionen gab es in Tirol. In Salzburg, Vorarlberg und dem Burgenland waren es jeweils eine. Keinen zusätzlichen Covid-19-Fall verzeichnete am Freitag Kärnten.

Teilweise Maskenpflicht in Salzburg

Wegen der aktuellen Coronavirus-Fälle gilt ab Montag in allen Amtsgebäuden der Stadt Salzburg wieder verpflichtend ein Mund-Nasen-Schutz. Die neue Regelung gilt in gut einem Dutzend Gebäuden – etwa dem Schloss Mirabell oder dem Rathaus (wir haben berichtet).

Aufgerufen am 16.05.2021 um 02:30 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/coronavirus-anschober-mit-17-punkte-plan-fuer-herbst-90293302

Kommentare

Mehr zum Thema