Jetzt Live
Startseite Österreich
Empfehlung der Kommission

Deshalb bleibt dem Pongau rot erspart

Fünf Bezirke auf Ampel orange statt rot

SB: Ampel, Rot, Rotschaltung, pixabay
Obwohl die Zahlen für rot sprechen, wurde der Pongau orange. (SYMBOLBILD)

Eine Ampelschaltung auf Orange hat die Kommission am Donnerstag einstimmig bis mehrheitlich im Fall von fünf Regionen entschieden, obwohl die Sieben-Tages-Inzidenz der Neuinfektionen nach der Risikoadjustierung jeweils über 100 lag - was für sich allein Rot wäre. Das betrifft auch St. Johann im Pongau.

Die Abgrenzbarkeit der Cluster sprach aber für Orange, geht aus der am Freitag publizierten Empfehlung der Corona-Kommission hervor. Wien stand jedenfalls für eine Rotschaltung nicht zur Debatte, hier gab es nicht einmal eine Abstimmung.

Kommission liefert mit Ampelschaltung Empfehlung

Es waren vor allem die abgrenzbaren Cluster in der Stadt St. Pölten, den Bezirken Rohrbach (OÖ), Imst und Schwaz in Tirol sowie in St. Johann im Pongau in Salzburg, die jeweils ein Rot ersparten. Die Vorgangsweise der wöchentlich geplanten Schaltung ist seit der Premiere im September gleich und hat sich auch bei der siebenten Schaltung nicht verändert: Die aktuellen Zahlen, und keineswegs eine Empfehlung, liefert die Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) und Gesundheit Österreich (GÖG), das 19-köpfige Team analysiert vier Aspekte - Infektionsfälle einer Woche, Tests, Clusteraufklärungen, Ressourcen im Gesundheitswesen - und liefert dann die Empfehlung.

Regionale statt nationale Corona-Maßnahmen

Clemens Martin Auer, Sonderbeauftragter des Gesundheitsministeriums und einer der Vorsitzenden der Ampelkommission, verteidigte im "Ö1-Mittagsjournal" am Freitag einmal mehr die Folgen der Schaltungen: "Die Gesamtstrategie ist, dass wir nicht zu nationalen Maßnahmen greifen, wenn sie nicht notwendig sind", so Auer - Landes und Bezirkshauptleute seien daher besonders gefordert, sowohl bei roter wie auch oranger Ampel. Man müsse nicht alles in Österreich gleich behandlen, dies habe man aus dem Frühjahr gelernt.

Die Regionalisierung der Maßnahmen ergebe durchaus Sinn, denn man brauche in alpinen Innentälern die Bevölkerung nicht "zu quälen", so Auer, wenn woanders in einer Großstadt zahlreiche Fälle von Infektionen mit SARS-CoV-2 auftauchen. Warum es jetzt mancherorts Home-Schooling gebe, und anderswo bei gleicher Ampelfarbe wieder nicht, sei ebenfalls erklärbar: In der orangen Stadt Salzburg werden alle Schüler ab der 9. Schulstufe auf Home-Schooling gestellt, weil es hier Einpendler aus dem roten Bezirk Hallein gebe.

Die "harte Ziffer" seien die Belegszahlen in den Spitälern, insbesondere jene der Intensivbett-Belegungen. Hier bringe es nicht viel, über Österreichs Durchschnitt zu zählen. "Regional über 30 Prozent", ab dieser Auslastung wäre es kritisch, eine ordentliche Behandlung könnte dann nicht mehr geboten werden.

Die fünf Regionen im Detail:

  • St. Pölten: 121 war für die Hauptstadt Niederösterreichs der risikoadjustierte Sieben-Tageswert. Laut Kommission war jedoch ein tendenzieller Rückgang des Fallgeschehens im Vergleich zur vergangenen Kalenderwoche zu beobachten. Da lag er bei 133,5. Neue Cluster waren laut Analyse unter Kontrolle, also "geschlossen". Einhellig sprach man sich für hohes Risiko, also oranger Schaltung aus
  • St. Johann im Pongau: Von 38 auf 118 sprang in diesem Salzburger Bezirk der bereinigte Sieben-Tageswert. Auch hier war die Abgrenzbarkeit neuer Cluster, jedoch zusätzlich zu den landesweit verschärften Maßnahmen ausschlaggebend für die mehrheitliche Empfehlung für ein Orange.
  • Rohrbach: Von 67 auf ebenfalls 118 sprang der Bezirk in Oberösterreich, abgrenzbare Cluster in den vergangenen zwei Kalenderwochen brachten jedoch eine einstimmig Empfehlung und kein Rot.
  • Imst: 27,5 auf 122 war der Sprung, den ein "Arbeitssetting-Cluster" in einer Firma verantwortete. Da dieser unter strenger behördlicher Kontrolle sei führte die gesamte Berücksichtigung "relevanter Kontextindikatoren" zu einer mehrheitlichen Empfehlung.
  • Schwaz: Von 38,5 auf 117 erhöhte sich das Fallaufkommen in diesem Bezirk, in dem ein Cluster zur Testung von Kontaktpersonen und dadurch zu dessen Kontrolle und inklusive Gesamteinschätzung zu einer einstimmigen Empfehlung führte.
(Quelle: APA)

Aufgerufen am 25.10.2020 um 11:39 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/coronavirus-pongau-bleibt-rotschaltung-erspart-94301809

Kommentare

Mehr zum Thema