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Trotz enormen Anstiegs

Keine Reisewarnung für Tschechien

Corona-Zahlen der Nachbarländer in Beobachtung

Trotz des dramatisch hohen Anstiegs an Coronavirus-Neuinfektionen in Tschechien plant Österreich vorerst keine Reisebeschränkungen gegenüber dem Nachbarland. Die epidemiologische Lage werde aber genau beobachtet, teilten das Gesundheitsministerium und das Außenministerium am Mittwoch gegenüber der APA mit.

Die Frage, ob eine Grenzschließung oder Reisewarnung erwogen würden, verneinte eine Sprecherin des Außenamts. "Nein. Wir handhaben das so, wie bei allen anderen Ländern und beobachten die Situation ganz genau". Und sie ergänzte: "Wenn nötig, werden wir in Absprache mit den Experten der anderen beteiligten Ressorts Schritte setzen."

Tschechien öffnete Grenzen Anfang Juni

Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums betonte, dass "seit Anbeginn der Corona-Krise sämtliche Maßnahmen unter ständiger und genauer Evaluierung der epidemiologischen Lage im In- und Ausland getroffen" würden. "Sollte es zu Adaptionen kommen, werden wir diese rechtzeitig kommunizieren."

In Tschechien breitet sich das Coronavirus rasant aus. Allein am Dienstag gab es über 1.160 Neuinfektionen. Die Gesamtzahl der aktiven Fälle stieg in dem 10,7 Millionen Einwohner zählenden Land auf 9.300. Zu Beginn der Coronakrise galt Tschechien als Musterschüler. Mit dem Lockdown im März wurden die Grenzen mit wenigen Ausnahmen für Pendler, familiäre Gründe oder die medizinische Behandlung dicht gemacht. Anfang Juni wurden die Grenzen zu den Nachbarländern wieder geöffnet.

Inzwischen gilt landesweit wieder Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln; in Prag zudem in Geschäften und Einkaufszentren. Gesundheitsminister Adam Vojtech kündigte nun bei Twitter an, dass von Donnerstag an eine Maskenpflicht "in allen Innenräumen in der ganzen Tschechischen Republik" eingeführt werde. Die Einzelheiten sollten im Laufe des Tages bekanntgegeben werden.

Grenzen zu Ungarn seit 1. September dicht

Ungarn hat allerdings seine Grenzen mit 1. September wieder geschlossen. Es gibt Ausnahmeregelungen etwa für Geschäftsleute und Pendler, die nicht länger als 24 Stunden im Land bleiben. Nicht-ungarische Bewohner dürfen nach Ungarn, wenn sie zwei negative Corona-Tests vorlegen oder sich 14 Tage in Quarantäne begeben. Bürger der Visegrad-Staaten, zu denen auch Tschechien zählt, dürfen dagegen einreisen, wenn sie einen höchstens fünf Tage alten negativen Test vorweisen können.

(Quelle: APA)

Fast 1.200 Neuinfektionen in Tschechien

SB, Coronavirus APA/dpa/Christophe Gateau
(SYMBOLBILD)

Das Coronavirus breitet sich in Tschechien im Rekordtempo aus. Wie die tschechischen Gesundheitsbehörden am Mittwoch in der Früh bekannt gaben, wurden in den vergangenen 24 Stunden 1.164 Neuinfektionen bestätigt, so viel wie noch nie an einem einzigen Tag. Der bisherige Tages-Höchstwert war 796 gewesen, berichtete das Internetportal iDnes.cz.

Auf Rekordhöhe ist damit auch die Zahl der aktiv Infizierten (9.272). Die meisten davon hätten einen milden Verlauf der Krankheit, viele seien asymptomatisch, hieß es. Beobachter sehen einen Zusammenhang der Infektionen mit der Urlaubssaison, ist doch Kroatien das beliebteste Urlaubsland der Tschechen.

WHO: Besorgniserregende Entwicklung in Tschechien

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte bereits am Dienstag von einer "besorgniserregenden" Entwicklung in Tschechien gesprochen und auf eine konsequente Rückverfolgung und Isolierung gedrängt. Ministerpräsident Andrej Babis, der am heutigen Mittwoch zu Gesprächen in Wien erwartet wird, will dies aber nur bei ernsten Fällen tun. Tschechien hatte in der Coronakrise als einer der erfolgreicheren Staaten gegolten, Babis rühmte sich insbesondere auch der frühen Einführung der Maskenpflicht.

Aufgerufen am 14.04.2021 um 05:08 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/coronavirus-tschechien-weiter-ohne-beschraenkungen-bereisbar-92592913

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