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Semesterbeginn naht

Wie geht es im Herbst in der Schule weiter?

Noch keine konkreten Ampel-Vorgaben

Für die Schulen gibt es noch keine konkreten Vorgaben zur Corona-Ampel - also etwa ab wann welche Maßnahmen wie etwa Maskenpflicht, Schichtbetrieb oder Ähnliches gesetzt werden sollen. Dies werde erst in den nächsten Wochen erarbeitet, hieß es bei einer Pressekonferenz von Gesundheitsminister Rudolf Anschober zur neuen Corona-Kommission am Freitag.

Unterstützt wird von Anschober der derzeitige Plan von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP). Dieser hat bereits mehrfach angekündigt, den Unterricht ab 7. September nach aktuellem Stand zunächst normal starten zu lassen.

Bayern startet mit Vier-Stufen-Plan ins Schuljahr

Sehr konkrete Vorgaben hat dagegen etwa bereits Bayern mit einem Vier-Stufen-Plan beschlossen, wo der Unterricht fast zeitgleich wie in Ostösterreich am 8. September wieder startet. Dort gilt grundsätzlich eine Maskenpflicht in der Schule - ausgenommen am eigenen Sitzplatz. Das entspricht der Regelung in Österreich zwischen der Schulöffnung und der Aufhebung der Maskenpflicht am 3. Juni.

Stufe eins des Vier-Stufen-Plans tritt dann in Kraft, wenn es in einer Schule in einer Klasse vereinzelte Coronafälle gibt. Dann wird die gesamte Klasse für 14 Tage vom Präsenzunterricht ausgeschlossen (Stufe 1). Ab Stufe 2 richten sich die Maßnahmen dann nicht mehr nur an einzelne Schulen: Ab 20 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in einem Landkreis bzw. einer kreisfreien Stadt innerhalb von sieben Tagen gilt dann eine Maskenpflicht auch am eigenen Sitzplatz oder alternativ ein Mindestabstand von 1,5 Metern (falls räumlich umsetzbar).

Stufe 3 wird gezündet, wenn innerhalb von sieben Tagen 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern im Landkreis bzw. in der kreisfreien Stadt registriert werden. Dann müssen jedenfalls die 1,5 Meter Mindestabstand eingehalten werden - wo dies nicht möglich ist, müssen die Klassen auf mehrere Räume aufgeteilt oder auf Schichtbetrieb umgestellt werden. Stufe 4 greift dann ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen und bedeutet Home Schooling im betroffenen Landkreis bzw. der kreisfreien Stadt.

AHS-Lehrer wollen Krankenschwestern an Schulen

Unterdessen schlägt die AHS-Lehrergewerkschaft vor, dass an Schulen stationierte Krankenschwestern etwaige Corona-Verdachtsfälle abklären sollen. Diese sollten in eigenen abgeschotteten "Verdachtsräumen" arbeiten, hieß es in "Heute" (Freitag-Ausgabe). Bei rund 6.000 Schulen in Österreich bedürfte es dazu allerdings einer erheblichen zusätzlichen Zahl an Krankenschwestern.

(Quelle: APA)

So steht es um die Corona-Ampel

Rudolf Anschober APA/GEORG HOCHMUTH
Gesundheitsminister Rudolf Anschober am Donnerstag, 26. März 2020, während der PK "Corona-Vorsorge in Österreichs Spitälern" im Bundeskanzleramt in Wien. 

Die Corona-Kommission im Gesundheitsministerium, welche Empfehlungen und Leitlinien für die geplante Risiko-Ampel erstellen soll, hat am Freitag die Arbeit aufgenommen. Die erste reguläre Sitzung findet in der kommenden Woche statt, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Freitag bei einer Pressekonferenz. Für den Minister ist sie ein "wichtiges zentrales Steuerungszentrum".

Anschober zufolge wurde die Corona-Kommission als sogenannte "Paragraf-8-Kommission" nach dem Bundesministeriengesetz eingerichtet. Sie besteht aus 19 stimmberechtigten Mitgliedern, davon fünf Vertreter des Bundes, fünf Fachexperten aus Public Health/Epidemiologie, Virologie, den medizinisch-klinischen Bereich sowie von AGES und Gesundheit Österreich, sowie je einer aus den neun Bundesländern, die von den jeweiligen Landeshauptleuten bestellt worden sind. Leiter der Kommission sind Ulrich Herzog und Clemens Auer vom Gesundheitsministerium, die Sprecherin der Kommission ist Daniela Schmid von der AGES.

Corona-Ampel-Kommission trifft sich wöchentlich

Die Kommission soll mindestens einmal pro Woche zusammentreten - "in der Anfangsphase sicher öfter", so Anschober - und jene Leitlinien erstellen, welche Maßnahmen bei welcher Ampelschaltung gelten sollen. Die Ampel soll nach den Worten des Gesundheitsministers ab kommender Woche mit der ersten regulären Sitzung der Kommission in den Probebetrieb gehen, ab September in den Echtbetrieb.

"Wir wollen mit aller Kraft eine zweite Welle vermeiden", sagte Anschober. Neben der Einrichtung der Kommission und der Ampel gelte es möglichst flächendeckend das Risikobewusstsein wieder herzustellen, "wie es im Frühjahr war". Und es gehe darum, viele Tests und möglichst gutes Kontaktpersonenmanagement umzusetzen. Mit dem Herbst beginne die Phase vier im Kampf gegen die Pandemie, in der es mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Fälle geben werde und das Risiko einer Infektion größer sei, weil "wir uns mehr Indoor aufhalten". Anschober teilte mit, dass es zuletzt in Österreich 141 SARS-CoV-2-Neuinfektionen binnen eines Tages gegeben hätte.

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