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115 Neuinfektionen

Corona-Zahlen steigen in Österreich weiter an

Anschober besorgt, aber nicht in Panik

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Österreich bis Freitagvormittag im Tagesvergleich um 115 Fälle gestiegen. Das sei zum dritten Mal in dieser Woche dreistellig, aber deutlich weniger als die am Donnerstag gemeldeten 170 neuen Fälle, betonte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). Der Anstieg sei "kein Grund für einen Alarmismus".

Er wolle nun wieder ein allgemeines, wöchentliches Update über die Corona-Situation liefern, kündigte Anschober an. "Die Zahlen entwickeln sich etwas nach oben international", in Österreich ist der Anstieg "stabiler", betonte er. "Insgesamt erfüllt uns diese Entwicklung natürlich mit Sorge." Das sei "tatsächlich eine sehr, sehr dramatische Situation für die Weltgemeinschaft", sagte Anschober.

115 Neuinfektionen, aber 99 genesene Patienten

Neben den 115 Neuinfektionen wurden in Österreich innerhalb der vergangenen 24 Stunden 99 Genesungen gemeldet. Am Freitagvormittag gab es 103 Covid-19-Patienten in Spitalsbehandlung, ein Plus von einer Person. 17 Erkrankte waren auf Intensivstationen, auch dort sei eine leichte Zunahme zu erkennen, sagte Anschober. Die Zahl der an den Folgen des Coronavirus verstorben Menschen ist seit einer Woche bei 711 Opfern stabil.

Bislang 883.000 Coronavirus-Tests in Österreich

Die Strategie in Österreich stützt sich unter anderem auf Tests. Bisher wurden laut Anschober 883.000 Testungen durchgeführt, aktuell hob er "starke" Umfeld-Testungen und Screeningprogramme hervor. Außerdem kündigte der Gesundheitsminister "konsequentes Handeln" bei der Einreise aus Risikogebieten an, wo am Freitagnachmittag die entsprechende Verordnung veröffentlicht werden soll. Als dritten Punkt nannte Anschober die seit Mitternacht geltende Ausweitung der Maskenpflicht. "Meine Bitte, mein Appell ist, dass wir uns in dieser Situation wieder alle gemeinsam ganz stark auf die Abwehr der Pandemie konzentrieren", richtete er der Bevölkerung aus.

(Quelle: APA)

Wo die Maskenpflicht ab heute wieder gilt

Masken, Maksenpflicht, Coronavirus, SB APA/HELMUT FOHRINGER
(SYMBOLBILD)

Die am Dienstag präsentierte Verschärfung der Maskenpflicht, die ab Freitag in Kraft tritt, ist nun offiziell verordnet. Sie gilt nicht nur wie von der Regierung bereits angekündigt im Lebensmittelhandel, bei Bank- und Postbesuchen, sondern auch für Besucher von Gesundheitseinrichtungen: In Pflegeheimen, Krankenanstalten und Kuranstalten müssen diese künftig einen Nasen-Mund-Schutz tragen.

Das geht aus der Adaptierung der "COVID-19-Lockerungsverordnung" von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hervor, die am späten Mittwochabend im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde. Die Maskenpflicht für Besucher gilt für alle Orte, "an denen Gesundheits- und Pflegedienstleistungen erbracht werden", heißt es in der Vorordnung.

Neuerliche Maskenpflicht

Eine derartige Maskenpflicht hat es in dieser generellen Form noch nicht gegeben. Bisher hatten die jeweiligen Betreiber laut der "Lockerungsverordnung" lediglich "durch geeignete Schutzmaßnahmen das Infektionsrisiko zu minimieren". In vielen Pflegeheimen und sonstigen Gesundheitseinrichtungen war freilich schon bisher ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen, was durch die jeweiligen Betreiber selbst entschieden wurde. Auch wurden teils weitere Maßnahmen (wie etwa Fiebermessen beim Eingang) vorgenommen.

Wie angekündigt ist auch beim Betreten des Kundenbereichs im Lebensmitteleinzelhandel, von Banken und der Post (einschließlich der Postpartner) ab Freitag wieder eine Maske zu tragen. Auch Tankstellenshops sind davon betroffen. Weiterhin gilt dies auch für Apotheken. Ebenso aufrecht bleibt die Bestimmung, wonach in öffentlichen Verkehrsmitteln Masken getragen werden müssen.

Verschärfte Reisebestimmungen angekündigt

Die Verpflichtung gilt sowohl für die Kunden wie auch die Betreiber und Mitarbeiter der genannten Einrichtungen - "sofern zwischen den Personen keine sonstige geeignete Schutzvorrichtung zur räumlichen Trennung vorhanden ist, die das gleiche Schutzniveau gewährleistet".

Noch nicht veröffentlicht wurde bisher die Verordnung zu den von der Regierung ebenfalls schon angekündigten Verschärfungen der Reisebestimmungen, diese wird im Laufe des Donnerstag erwartet. Laut Regierungs-Plänen soll die Einreise aus Coronavirus-Risikogebieten ab Freitag nur noch mit negativem PCR-Test erlaubt sein.

Kritik am Vorgehen der Regierung kommt von NEOS. "Die Regierung hat eine Woche Ankündigungen, vier Regierungsmitglieder und eine Unzahl an verschobenen Pressekonferenzen gebraucht, um die Maskenpflicht in Supermärkten, Banken und Post zu verkünden", so NEOS-Klubobman Nikolaus Scherak. "Die Verordnung dazu kam dann gestern gegen Mitternacht und enthielt überraschend auch Bäckereien und Tankstellen", verwies er auf den Passus, wonach nicht nur Supermärkte, sondern generell der Kundenbereich des Lebensmitteleinzelhandels umfasst ist. "Es ist absolut kein Wunder, wenn sich Menschen nicht mehr auskennen, was wann, wo und wie gilt", so Scherak. "

Der Hygieneexperte und Genetiker Christoph Klaus erinnerte unterdessen daran, auch auf das Desinfizieren der Hände nicht zu vergessen. Dies sei ein ebenso wichtiger Übertragungsschutz bei der Bekämpfung der Coronapandemie wie das Tragen der Masken.

Aufgerufen am 18.05.2021 um 10:33 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/coronavirus-zahlen-steigen-in-oesterreich-weiter-an-90594121

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