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"Defender Europe 2021"

Transporte durch Österreich für NATO-Übung

Militärbündnis im Großmanöver

20190617_PD2801.HR.jpg AFP/ROBERT ATANASOVSKI/Archiv
Rund 800 Fahrzeuge mit etwa 2.000 Soldaten werden in Konvois auf zwei vorgegebenen Routen Österreich zur Übung "Defender Europe 2021" durchfahren. (SYMBOLBILD)

Österreich gestattet den USA und ihren NATO-Partnern militärische Truppentransporte: Von 7. Mai bis 21. Juni werden für das Großmanöver "Defender Europe 2021" Verlegungen von US-Streitkräften auf der Straße und per Eisenbahn, von Deutschland über Österreich nach Ungarn sowie nach Slowenien und retour stattfinden, teilte das Verteidigungsministerium mit.

Dabei werden rund 800 Fahrzeuge mit etwa 2.000 Soldaten in Konvois auf zwei vorgegebenen Routen Österreich durchfahren.

26 Nationen üben bei "Defender Europe 2021"

Mit mehr als 28.000 Soldaten aus 26 Nationen ist "Defender Europe 2021" eines der größten Manöver in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Übung findet trotz Lockdowns wegen der Corona-Pandemie und vor dem Hintergrund steigender Spannungen wegen des russischen Truppenaufmarsches an der Grenze zur Ukraine statt. Ungeachtet scharfer Kritik aus dem Westen hat Russland dort rund 120.000 Soldaten stationiert.

Russische Kriegsschiffe halten Manöver ab
Russian warships sail on the Neva river during the Navy Day parade in Saint Petersburg on July 26, 2020. (Photo by OLGA MALTSEVA / POOL / AFP)

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Auf jede Krise reagieren

"Defender Europe 2021 demonstriert unsere Fähigkeit, als strategischer Sicherheitspartner auf dem westlichen Balkan und im Schwarzen Meer zu fungieren und gleichzeitig unsere Fähigkeiten in Nordeuropa, im Kaukasus, in der Ukraine und in Afrika zu erhalten", heißt es auf der Website der siebenten US Army Europe (USAREUR). Gemeinsam wäre man in der Lage "auf jede Krise zu reagieren, die sich ergeben könnte". Bereits im Vorjahr war "Defender Europe 20" als größte Verlegeübung der US-Streitkräfte seit 25 Jahren angelegt, wegen der Pandemie kam es zu Einschränkungen.

Fahrspuren für US-Konvois an Grenzen

Das österreichische Verteidigungsministerium betonte in einer Aussendung, sämtliche nationale Covid-19-Bestimmungen würden eingehalten. Aufgrund der vorherrschenden Covid-19-Einreisebeschränkungen würden vonseiten des Innenministeriums an den Grenzübertrittsstellen eigene Fahrspuren für US-Konvois eingerichtet. "Dadurch sollen Staubildungen verhindert werden und der einheitliche Grenzübertritt der Marschkolonnen gewährleistet sein; alle US-Übungsteilnehmer verfügen zu Übungsbeginn über einen negativen Covid-19-Test und werden weiter laufend getestet."

Die Fahrtstrecken und Grenzübertrittstellen wurden laut Verteidigungsministerium von den Behörden im Vorfeld festgelegt. Es sind dies Suben über die A1 nach Nickelsdorf sowie Suben über die A1 und A10 zum Grenzübergang Karawankentunnel.

Zwischenhalt in Salzburg

Das Bundesheer sei nicht Teilnehmer an der Übung, stelle aber Kaserneninfrastruktur für Betankung und Marschpausen in Zwölfaxing, Hörsching, Salzburg und Villach zur Verfügung. Dadurch generiere das Bundesheer einen Mehrwert in den Bereichen der logistischen Aus-, Fort- und Weiterbildung und nutze die Gelegenheit für ein "On the Job Training" des österreichischen "National Movement and Coordination Center" und involvierter Truppenteile, betonte das Verteidigungsministerium weiter. Die mit dem Transit entstehenden Kosten würden von den ausländischen Truppen refundiert.

Die Rechtsgrundlage für die Durchfahrt sei das "Truppenaufenthaltsgesetz 2001", das solche Transporte auch trotz der Neutralität ermöglicht. Ein entsprechender Antrag sei auf militär-diplomatischer Ebene gestellt und durch das Verteidigungsministerium im Einvernehmen mit dem Außenministerium genehmigt worden. Der Transport von militärischer Ausrüstung, Waffen und Geräten durch andere Länder zur Teilnahme an internationalen Übungen entspreche der jahrzehntelangen Praxis und Zusammenarbeit mit ausländischen Streitkräften.

(Quelle: APA)

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