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Detailliert und umfangreich

Zwischenbericht zu Corona-Hotspot Ischgl liegt vor

Über 300 Erkrankte schließen sich Verfahren an

Kolba spricht von 25 Toten nach Infektion in Tirol

Ermittlungen im Fall des Corona-Hotspots Ischgl.

Nach der Einbringung einer Sachverhaltsdarstellung durch den Verbraucherschutzverein (VSV) in der Causa rund um den Corona-Hotspot Ischgl liegt der Staatsanwaltschaft Innsbruck der Zwischenbericht der Polizei vor. Er umfasse 1.000 Seiten und sei "sehr detailliert und umfangreich", sagte Sprecher Hansjörg Mayr der APA.

In dieser Woche werde es jedenfalls ob des Umfangs keine Entscheidung mehr über die allfällige Einleitung eines offiziellen Ermittlungsverfahrens geben, so Mayr. Allenfalls könne die Polizei vorher noch mit weiteren Erhebungen beauftragt werden.

321 Erkrankte schließen sich Verfahren an

Indes schlossen sich laut dem Sprecher mit Stand Dienstagvormittag 321 Personen, die sich in Tiroler Skiorten mit dem Coronavirus angesteckt hatten, als Opfer dem Verfahren an. VSV-Obmann Peter Kolb hatte zuvor berichtet, dass sich bisher 5.380 Tirol-Urlauber beim Verbraucherschutzverein (VSV) gemeldet hätten. Davon kommen 65 Prozent aus Deutschland. Laut Kolba sind 25 damalige Tirol-Urlauber an einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

"Verantwortungslosigkeit aufklären"

Laut Kolba waren die meisten dieser Urlauber nach ihrem Tirol-Aufenthalt zwar in Heimquarantäne gekommen, "aber 2,5 Prozent kamen ins Krankenhaus oder sogar auf die Intensivstation. Inzwischen sind auch 25 Tote zu beklagen", erklärte der VSV-Obmann, der es als "ungeheuerlich" bezeichnete, dass das Land Tirol und die Bundesregierung angesichts dieser Fakten jede Verantwortung ablehnen würden. "Wir werden alles tun, um diesen Fall von Verantwortungslosigkeit aufzuklären", so Kolba, der zuletzt eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck eingebracht hatte.

Beim VSV meldeten sich auch Winterurlauber aus vielen weiteren europäischen Ländern sowie aus den USA, Israel, Russland, Singapur oder Hongkong, so Kolba. "75 Prozent geben an, in Ischgl auf Urlaub gewesen zu sein. 73 Prozent wurden bei der Heimkehr positiv auf Corona getestet", berichtete Kolba. 

(Quelle: APA)

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