Jetzt Live
Startseite Österreich
Verordnung

Details zu "Osterruhe" am Montag

Minister Anschober rät von Kontakten ab

20210301_PD4158.HR.jpg APA/Herbert Neubauer
Bis Montag wollen die zuständigen Juristen die Details zur "Osterruhe" geklärt haben. (SYMBOLBILD)

Die für den bevorstehenden, auch "Osterruhe" genannten Lockdown in Ostösterreich geltende Verordnung soll voraussichtlich erst am Montag vorliegen. Bis dahin müssten Details von den zuständigen Juristen geklärt werden, hieß es.

 Am Freitag appellierte jedenfalls Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne), "diesmal zu Ostern auf Reisen zu verzichten und physische Treffen, Kontakte zu reduzieren".

Anschober warnt vor Reisen

"Eine ungebremste Reisetätigkeit könnte zu jenem Infektionsschub führen, der in Spitälern von einer extremen Belastung zu einer Überlastung führen könnte", so Anschober in einer Aussendung. Die Besuche während des bevorstehenden Lockdowns könnten so geregelt werden, wie bei jenen davor. Demnach könnte wieder eine haushaltsfremde, enge Kontaktperson einen anderen Haushalt treffen. Auch die Regelung für die FFP2-Masken-Pflicht am Arbeitsplatz soll über das Wochenende näher ausgearbeitet werden. Dazu soll es am Montag zudem ein Treffen mit den Sozialpartnern geben.

Corona-Zahlen steigen in ganz Europa

Anschober erinnerte einmal mehr daran, dass die Infektionszahlen in ganz Europa massiv ansteigen. Hierzulande sei das Bild zwar regional unterschiedlich, "generell liegt jedoch auch über Ostösterreich hinaus ein stark steigender Trend vor", so der Gesundheitsminister. Vor allem werde der Anteil der britischen Mutationsvariante - in Ostösterreich liegt dieser je nach Region bereits bei 80 bis 95 Prozent - immer größer. Die Intensivabteilungen der Wiener Spitäler seien bereits an ihrer Kapazitäts-Grenze.

Hofer sieht Lockdown für ganz Österreich

Daher sieht FPÖ-Chef Norbert Hofer einen landesweiten Lockdown auf Österreich zukommen. "Was im Osten Österreichs ab 1. April Realität ist, nämlich ein harter Lockdown, wird bei gleichbleibender Strategie der Bundesregierung unweigerlich und sehr rasch wieder auf das ganze Land zukommen." Die Bundesregierung dürfe den Menschen keine falschen Hoffnungen machen, denn Österreich werde "keinesfalls" bis zum Sommer immunisiert sein. Daher sei bis dahin auch keine Entspannung zu erwarten. Die "Lockdown-Politik" sei aber eine "Sackgasse", zumal die Menschen nicht mehr können und diese auch nicht die erhofften Ergebnisse gebracht hätte. Stattdessen sollte "öffentliches Leben unter klaren, strikten und praxisnahen Regeln" ermöglicht werden, argumentierte der FPÖ-Chef: "Nur so können wir eine Trendumkehr schaffen, bei der wir die Menschen auch mitnehmen können."

"Stimmung droht zu kippen"

Auch Kardinal Christoph Schönborn meldete sich seiner Freitagskolumne in der Gratiszeitung "Heute" zum bevorstehenden Lockdown zu Wort und rief dazu auf, trotz der "Osterruhe" im Osten Österreichs und einer allgemeinen Coronamüdigkeit Zuversicht und Geduld nicht zu verlieren. Aktuell litten alle unter Corona, "manche ganz besonders", schrieb er. Die Corona-Krise führe bereits zu Überforderung, "die Stimmung droht zu kippen. Die Aggression nimmt zu", diagnostizierte Schönborn.

(Quelle: APA)

Ampel-Kommission will "Ost-Maßnahmen" ausweiten

SB: Lockdown Salzburg APA/BARBARA GINDL
Corona-Lockdown aufgenommen am Montag, 04. Jänner 2021 in Salzburg. Aufgrund der Corona-Pandemie befindet sich Österreich in einem dritten Lockdown.

Die Ampel-Kommission begrüßt den kurzen "Lockdown" in der Ostregion zu Ostern und empfiehlt diesen auf den größten Teil des Bundesgebiets auszuweiten.

Das geht aus der aktuellen Risikoeinschätzung hervor, die der APA vorliegt. In jenen Gebieten, in denen die Inzidenz über 200 auf 100.000 Einwohner liegt, sollte sie als präventives Instrument dienen, um Auslastungssituationen wie in den östlichen Bundesländern zu vermeiden.

Ampel-Kommission für "Ost-Maßnahmen"

Laut Ampel-Kommission steht nämlich in den drei östlichen Bundesländern der bisherige Höchststand des Covid-Intensivbelags bevor. Die Spitäler sollen sich entsprechend vorbereiten. Von der Kommission angesprochen fühlen sollten sich alle Bundesländer außer Vorarlberg, da sie mittlerweile alle eine Inzidenz über 200 aufweisen. Das westliche Bundesland bleibt als einziges trotz zuletzt steigender Infektionszahlen auf der Corona-Ampel orange geschaltet.

Salzburg mit zweitschlechtester Inzidenz

Mit 66,7 (risikoadjustiert 74,1) auf die vergangene Woche gerechnet hat Vorarlberg noch immer die mit Abstand besten Zahlen. Wien hatte mit 318,6 den schlechtesten Wert. Dahinter folgt mit 299,6 Salzburg, das in der risikoadjustierten Inzidenz, die auch andere Faktoren wie Alter der Patienten beinhaltet, mit 346,2 mit Abstand Schlusslicht ist. Trotzdem muss Salzburg im Gegensatz zur Ostregion rund um Ostern keine Verschärfungen vornehmen.

Lockdown APA/BARBARA GINDL
(SYMBOLBILD)

Vorerst kein Lockdown für Salzburg geplant

In Ostösterreich gelten über Ostern wieder die Regelungen eines Lockdowns. Für Salzburg sieht Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl (ÖVP) derzeit keinen Lockdown kommen, die Lage sei …

Virus-Varianten verbreiten sich auch in Vorarlberg

Bedenkliche Entwicklungen gibt es selbst in Vorarlberg. Denn dort beginnen sich die neuen gefährlicheren Varianten auszubreiten. Ihr Anteil beträgt bereits knapp 59 Prozent. In der Woche davor waren es bloß 33 Prozent. Einzig in Tirol sind die neuen Varianten wie vor allem die britische und südafrikanische noch unter 50 Prozent. Interessanterweise gibt es trotzdem gerade dort in der vergangenen Woche mit plus 30 Prozent den deutlich höchsten Anstieg an Neuinfektionen. In etlichen Bundesländern dominieren die Varianten längst. In Niederösterreich und dem Burgenland sind die Werte schon bei über 94 Prozent.

Was die Lockerungen im "Ländle" bewirkt haben, ist ein Testboom. Der Wert von 60.200 pro 100.000 Einwohner ist von allen anderen Bundesländern unerreicht. Zum Vergleich: Beim Schlusslicht Kärnten liegt er bei 10.700.

Zahl der positiven Tests steigt

Bezüglich der Zahl der positiven Tests geht es indes deutlich nach oben. In Wien sind unter allen PCR- und Antigentestungen mittlerweile zwei von 100 positiv. Kräftig nach oben ging es in Tirol von 0,4 auf 1,3 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Die meisten Fälle geklärt werden noch immer in Wien mit 68 Prozent. In Oberösterreich sind es nur 43 Prozent.

Dass das Infektionsgeschehen quer durch das Land bedenklich ist, zeigt sich daran, dass nur noch vier Bezirke und zwei Regionen eine Inzidenz unter 100 haben, auch von diesen Gebieten keines mit einem Wert von unter 50. Zur Erinnerung: noch vor wenigen Wochen wollte die Regierung bundesweit den harten "Lockdown" erst beenden, wenn die Zahlen unter diese Marke rutschen.

Wie schnell es nach oben gehen kann, zeigt der Tiroler Bezirk Reutte. In der Vorwoche war man noch österreichweit der Bezirk mit den besten Zahlen, seither ging es um 200 Prozent nach oben.

Aufgerufen am 18.04.2021 um 11:39 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/details-zu-lockdown-im-osten-am-montag-101620123

Kommentare

Mehr zum Thema