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Von 1972 bis 2019

Chronologie der Dopingfälle in Österreich

Sperren und Prozesse im Spitzensport

Doping, Spritze, SB APA/Georg Hochmuth
Österreichs Spitzensport hat schon zahlreiche Dopingfälle erlebt. (SYMBOLBILD)

Zahlreiche Dopingfälle haben auch den Sport in Österreich während der letzten Jahrzehnte immer wieder erschüttert. Von den Olympischen Spielen 1972 in München bis zur Heim-WM in Seefeld 2019: Eine nicht vollständige Liste der heimischen Dopingfälle.

1972: Gewichtheber Walter Legel wird bei den Olympischen Spielen in München die Einnahme eines Stimulanzmittels nachgewiesen.

1984: Bei den Olympischen Spielen in Los Angeles wird Gewichtheber Stefan Laggner Nandrolon nachgewiesen. Der Wiener wird vor den Spielen in Seoul 1988 neuerlich erwischt.

September 1988: Der Wiener Rad-Amateur Christoph Ziermann wird vor den Olympischen Spielen positiv auf anabole Steroide getestet und aus dem Kader eliminiert.

April 1989: Eishockey-Teamspieler Siegfried Haberl liefert bei der B-WM in Norwegen einen positiven Test (Testosteron) und wird international für 18 Monate gesperrt.

Erster offizieller Doping-Sünder im Bobsport

Juli 1993: Die österreichische Sprint-Staffel mit Andreas Berger, Franz Ratzenberger, Thomas Renner und Gernot Kellermayr wird kollektiv des Anabolika-Dopings mit Metandienon überführt.

Dezember 1993: Dem niederösterreichischen Judoka Thomas Etlinger wird das Asthma-Mittel Spiropent zum Verhängnis. Der Vize-Europameister wird für zwei Jahre gesperrt.

Februar 1994: Bei den Olympischen Spielen in Lillehammer wird dem Tiroler Bobpiloten Gerhard Rainer das anabole Steroid Metandienon nachgewiesen. Der sofort geständige Sportler ist der erste offizielle Dopingsünder im Bobsport.

Goldberger gesteht Kokain-Konsum

April 1997: Skiflug-Weltmeister Andreas Goldberger gesteht im ORF-TV den einmaligen Konsum von Kokain und wird für sechs Monate gesperrt.

August 1999: Zeitfahr-Radstaatsmeister Florian Wiesinger (OÖ) wird für drei Monate gesperrt, nachdem ihm bei der ÖM im Juni das Mittel Pseudoephedrin nachgewiesen wird.

Dezember 2000: Dem Steirer Jochen Summer wird die Verwendung des Stimulanziums Phentermin nachgewiesen. Er wird für drei Monate gesperrt.

April 2002: Radprofi Arno Kaspret liefert einen positiven Dopingtest auf Ephedrin ab. Der Steirer wird für zwei Jahre gesperrt.

August 2002: Der Vorarlberger Radprofi Matthias Buxhofer wird während der Dänemark-Radrundfahrt positiv auf Norandrosteron getestet und von seinem Team entlassen.

Andreas Goldberger, Archiv APA
Andreas Goldberger bei der Vierschanzen Tournee 1997. (ARCHIVBILD)

Hans Knauß für 18 Monate gesperrt

Februar 2002: In einem von ÖSV-Langläufern genutzten Privathaus während der Olympischen Spiele in Salt Lake City werden Geräte zur Durchführung von Bluttransfusionen gefunden. ÖSV-Sportdirektor Walter Mayer wird bis 2010 von Olympia ausgeschlossen. Im Februar 2020 steht er erneut vor Gericht.

August 2003: Bei einem Test Anfang Juni werden bei Hürdensprinter Elmar Lichtenegger Metaboliten von Norandrosteron festgestellt. Der Kärntner wird für 15 Monate gesperrt.

August 2003: Wenige Tage nach Lichtenegger werden auch Kugelstoßer Andreas Vlasny (Metandienon) und Zehnkämpfer Christian Schäflinger (Norandrosteron) des Dopings überführt.

November 2004: Ski-Ass Hans Knauß liefert in Lake Louise eine positive Dopingprobe mit leicht erhöhtem Nandrolon-Wert ab, den er auf ein verunreinigtes Nahrungsergänzungsmittel zurückführt. Der Steirer wird für 18 Monate gesperrt.

Hans Knauß, Archivbild APA/Laurent Gillieron/Keystone
Hans Knauß 2005 bei einer Anhörung vor dem Obersten Sportgerichtshof in Lausanne. Er versuchte, seine Sperre von 18 auf zwölf Monate zu reduzieren.

Bernhard Kohl positiv auf EPO CERA getestet

Dezember 2004: Tennisprofi Stefan Koubek gibt bekannt, dass er bei den French Open positiv auf Triamcinolon-Acetonid getestet worden ist und für drei Monate gesperrt wurde.

Februar 2006: Bei den Olympischen Spielen in Turin werden bei den Biathleten und Langläufern Doping-Razzien durchgeführt. Im April 2007 werden die ÖOC-Sportler Wolfgang Rottmann, Wolfgang Perner, Martin Tauber, Jürgen Pinter und Johannes Eder lebenslänglich für Olympia gesperrt. Die FIS verhängt gegen Tauber, Eder und Diethart jeweils zweijährige Sperren, Pinter wird für vier Jahre gesperrt. Die IBU sperrt Rottmann und Perner.

Dezember 2007: Hürdensprinter Elmar Lichtenegger stolpert zum zweiten Mal über eine Dopingkontrolle. Er wird lebenslang gesperrt.

April 2008: Bei Langstreckenläuferin Susanne Pumper wird EPO nachgewiesen, ein zweiter Test ist ebenfalls positiv, sie wird für zwei Jahre gesperrt.

Oktober 2008: Radprofi Bernhard Kohl wird nach Platz drei bei der Tour de France nachträglich positiv auf die Substanz EPO CERA getestet.

Juni 2010: Die frühere Leichtathletin Stephanie Graf wird wegen Anwendung einer verbotenen Methode für zwei Jahre gesperrt.

Stephanie Graf, Archivbild APA/DANIEL RAUNIG
Stephanie Graf 2003 beim WM-Lauf in Birmingham. 2010 wurde sie wegen Dopings gesperrt.

"Operation Aderlass" während WM in Seefeld

Oktober 2013: Ruderer Christof Uhl wird wegen Anwendung einer verbotenen Methode im Jahr 2004 rückwirkend für zwei Jahre gesperrt.

Februar 2014: Die ehemaligen Ruderer Wolfgang Sigl (ein Jahr Sperre) und Raphael Hartl (zwei Jahre) sowie deren damaliger Betreuer Martin Kessler (vier Jahre) werden nachträglich wegen Blutdopings bestraft.

Februar 2014: Beim Skilangläufer Johannes Dürr wird bei einer Trainingskontrolle in Österreich vor dem olympischen 50-km-Rennen EPO nachgewiesen. Er ist geständig und wird nicht nur aus dem ÖOC-Team, sondern auch aus dem ÖSV ausgeschlossen.

27. Februar 2019: Im Zuge einer Doping-Razzia während der Nordischen Ski-WM in Seefeld hat es in Seefeld und auch in Deutschland insgesamt neun Festnahmen sowie Hausdurchsuchungen gegeben. Bisher wurden in der Causa die Ex-ÖSV-Langläufer Max Hauke (fünf Monate bedingt), Dominik Baldauf (fünf Monate bedingt), Johannes Dürr (15 Monate bedingt) und der ehemaligen ÖSV-Langlauftrainer Gerald Heigl (12 Monate bedingt) sowie die Mountainbikerin Christina Kollmann-Forstner verurteilt. Weitere Prozesse, etwa gegen Stefan Denifl, stehen nach der „Operation Aderlass“ noch an.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 10.07.2020 um 08:45 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/doping-chronologie-der-faelle-in-oesterreich-83672365

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