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Langläufer suspendiert

Ermittler soll Hauke-Video weitergegeben haben

Polizei Seefeld APA/GEORG HOCHMUTH

Das Video, das Langläufer Max Hauke bei der Polizeirazzia wegen Dopings im Rahmen der Nordischen Ski-WM in Seefeld mit einer Bluttransfusion im Arm zeigt und am Donnerstag von Medien verbreitet wurde, soll von einem ermittelnden Beamten weitergegeben worden sein. Die betroffenen Sportler wurden suspendiert.

Dieser wurde ausgeforscht und "vom Einsatz abgezogen", gab das Bundeskriminalamt in Wien bekannt. Dem Polizisten drohen straf- und disziplinarrechtlichen Konsequenzen. Derweilwartet der Sport auf neue Ergebnisse der Ermittler. Wichtige Details zum mutmaßlichen Doping-Netzwerk könnten neben den Aussagen des festgenommenen Sportarztes Mark S. die Auswertungen der in Erfurt sichergestellten Blutbeutel liefern.

Österreichs Nationale Anti-Doping Agentur (NADA) hat am Freitag die zwei unter Doping-Verdacht stehenden Langläufer Max Hauke und Dominik Baldauf vorläufig suspendiert. Der Internationale Ski-Verband (FIS) tat dies für die ebenfalls in die Blutdopingcausa verwickelten Karel Tammjärv, Andreas Veerpalu (beide EST) und Alexei Poltoranin (KAZ).

Mehr als 40 Blutbeutel entdeckt

In Erfurt seien bei den Hausdurchsuchungen mehr als 40 Blutbeutel sichergestellt worden, schrieb die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtete von mindestens einigen Dutzend kühl gelagerter Blutbeutel. Angeblich seien diese mit Tarnnamen versehen gewesen. Die Ermittler gehen von einem internationalen Doping-Netzwerk aus.

WADA hat viele Blutprofile

Die Besitzer könnten rasch zu identifizieren sein. Der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und den nationalen Anti-Doping-Agenturen (NADA) liegen demnach Zehntausende individuelle Blutprofile vor. Das österreichische Bundeskriminalamt (BK) arbeite sehr eng mit der WADA und NADA zusammen, erklärte Dieter Csefan vom BK. Er sieht laut SZ "gute Möglichkeiten, die Blutbeutel über DNA-Tests den jeweiligen Besitzern zuordnen zu können".

Offen ist nun, ob weitere Athleten und andere Sportarten in die Affäre verwickelt sind. Der Erfurter Arzt Mark S. kooperiert laut seinem Anwalt "vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden", zudem wurden in Erfurt und Seefeld drei mutmaßliche Komplizen festgenommen.

Heftige Debatte um Hauke-Video

Die Veröffentlichung des Videos von Max Hauke wurde allen voran auf Twitter massiv kritisiert und sorgte für heftige Diskussionen. Wir liefern euch einen Überblick:

Doping-Spur führt nach Erfurt

Deutsche Doping-Experten sind indes nicht überrascht, dass die Spur gerade nach Erfurt führt. "Der Standort Erfurt ist mir in alle den Jahren immer wieder im Zusammenhang mit Doping begegnet - in der DDR und auch danach", sagte der bekannte Dopingjäger Werner Franke in einem Interview der "Welt". Über die Landeshauptstadt Thüringens meinte der Molekularbiologe: "Man kann da schon von einem der Knotenpunkte des Sportbetrugs in Deutschland sprechen."

Franke verglich das mutmaßliche Doping-Netzwerk mit dem des spanischen Arztes Eufemiano Fuentes, der im Mittelpunkt eines großen Dopingskandals vor 13 Jahren gestanden war: "Hinsichtlich der kriminellen Energie und der Organisation des Dopings kann man sicherlich vom deutschen Fuentes sprechen."

(APA)

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 20.11.2019 um 11:42 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/doping-razzia-in-seefeld-ermittler-soll-hauke-video-weitergegeben-haben-66532267

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