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Bei über 100.000 Impfungen

Erst 61.000 Impfungen im E-Impfpass eingetragen

Mehr Tempo und Zahlen-Veröffentlichung gefordert

Impfung, Corona, SB AFP/ROBIN VAN LONKHUIJSEN
Wie viele Menschen in Österreich bisher tatsächlich gegen das Coronavirus geimpft worden sind, ist derzeit unklar. Der E-Impfpass könnte genauere Auskunft geben, dort ist jedoch erst ein Teil der durchgeführten Impfungen eingetragen. (SYMBOLBILD)

Vor drei Wochen sind die Corona-Impfungen in Österreich gestartet. Seither wurden laut Angaben des Sozialministeriums 102.790 Impfungen durchgeführt. Das entspricht 1,15 Prozent der Bevölkerung, wobei diese Angaben auf Schätzungen beruhen. Online eingetragen wurden bisher aber noch nicht einmal zwei Drittel davon. Das sorgt für Kritik.

Der elektronische Impfpass würde genauere Angaben über die Zahl der Impfungen in Österreich erlauben. Dort sind jedoch nicht einmal zwei Drittel der Impfungen registriert. Der Chef des Dachverbands der Sozialversicherungen, Peter Lehner, fordert nun mehr Tempo vom Gesundheitsministerium und die Veröffentlichung der Zahlen.

Tatsächliche Zahl der Geimpften in Österreich unklar

Wie viele Menschen in Österreich genau gegen Covid-19 geimpft worden sind, ist derzeit aber unklar. Denn die vom Sozialministerium veröffentlichen Zahlen entsprechen im Wesentlichen nur der Zahl der ausgelieferten Impfdosen. 

Demnach wurden bis Samstag 102.790 Dosen ausgeliefert, die - so die Annahme - bis inklusive Sonntag verimpft wurden. In absoluten Zahlen am meisten waren es in Wien (25.195 Personen bzw. 1,32 Prozent der Bevölkerung), gemessen an der Einwohnerzahl liegt Vorarlberg vorne (9.425 Personen bzw. 2,37 Prozent der Bevölkerung).

E-Impfpass könnte Auskunft geben

Wie viele und vor allem welche Personen tatsächlich geimpft wurden, könnte der elektronische Impfpass zeigen. Er enthält nämlich auch u.a. Angaben zum Alter. Allerdings sind im Impfregister erst 61.428 Corona-Impfungen eingetragen - also deutlich weniger als vom Sozialministerium geschätzt. Und veröffentlicht werden diese Zahlen nicht.

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Veröffentlichung der Zahlen gefordert

Scharfe Kritik daran kommt vom Chef des Dachverbands der Sozialversicherungen, Peter Lehner. Er fordert von Anschober sowohl die Veröffentlichung der Zahlen des Impfregisters als auch die Verpflichtung, alle verabreichten Dosen dort einzutragen. Angaben über die ausgelieferten Impfdosen reichen aus seiner Sicht nicht aus: "Von einer Logistik-Statistik hat kein Mensch was."

Massiver Unterschied vermutet

Laut APA-Recherchen ist der Unterschied zwischen dem "Impfregister" und den Schätzungen des Ministeriums in einigen Bundesländern massiv. Zahlen für die Pflegeheime finden sich darin bisher kaum. So hat die Steiermark dem Innenministerium am Montag bei 14.730 gelieferten Impfdosen 13.815 Impfungen gemeldet. Im E-Impfpass eingetragen wurden aber nur 3.246 Impfungen. In Niederösterreich wurden rund 16.000 Impfungen gemeldet, aber nur die Hälfte davon scheint im Impfregister auf.

 Zumindest ein Grund dafür ist wohl der überraschend auf Ende Dezember vorgezogene Impfstart. Denn das Impfregister war auf den 12. Jänner ausgelegt. In Niederösterreich können erst seit diesem Tag Impfungen eingetragen werden, erklärt ein Sprecher des Impfkoordinators auf APA-Anfrage. Alles vorher werde so rasch wie möglich nachgetragen. 

"Verzögerungen möglich"

Im Büro des Wiener Gesundheitsstadtrats Peter Hacker (SPÖ) heißt es dazu, dass es auch beim Eintrag der aktuellen Impfungen kleine Verzögerungen möglich sind. So scheinen für Wien 16.095 Impfungen im E-Impfpass auf, durchgeführt wurden aber 22.047. Trotzdem wäre eine Statistik auf Basis des Impfregisters aus Sicht der Gemeinde Wien besser als die aktuellen Schätzwerte: "Die Zahlen sind vielleicht ein bisschen niedriger, aber dafür fix."

 Das Sozialministerium wollte sich auf APA-Anfrage nicht dazu äußern und verwies auf die für den Impfpass zuständige ELGA Gmbh. Dort wurde auf die derzeit noch bestehende "Dokumentationslücke" sowie auf die für die Veröffentlichung nötige Zustimmung von Bund, Ländern und Sozialversicherung verwiesen. Demnach ist die Veröffentlichung der Impfstatistik zwar geplant - und zwar "spätestens Ende März", möglicherweise auch früher.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 27.09.2021 um 12:52 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/e-impfpass-nicht-einmal-ein-drittel-der-durchgefuehrten-impfungen-eingetragen-98537302

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