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Pflicht ab 1. Februar

Umstellung im e-Impfpass senkt Durchimpfungsrate

Bezirk Braunau ist Österreichs "Sorgenkind"

Ab Februar soll die geplante Impfpflicht für alle über 18 Jahre in Kraft treten. Aktuell hinken einige österreichische Bezirke noch hinterher. "Vorzeigeschüler" ist die Gemeinde Mistelbach in Niederösterreich mit einer Impfquote von 90 Prozent. Auch weil eine Umstellung im e-Impfpass den Status vieler ändert.

In Oberösterreich und in Kärnten gibt es vor der ab 1. Februar geplanten Impfpflicht den größten Aufholbedarf - vor allem in den Bezirken Braunau und Spittal an der Drau. Hier hat mehr als ein Viertel der Erwachsenen noch nicht einmal die erste Impfung erhalten. Kontrolliert werden Verstöße gegen die Impfpflicht freilich erst ab 16. März. Wenig Aussicht auf Erfolg haben diese Kontrollen wohl im niederösterreichischen Bezirk Mistelbach - hier sind fast 90 Prozent geimpft.

Trotz der kostenlosen Impfmöglichkeiten in jedem Salzburger Bezirk sind 137.130 Salzburger über fünf Jahren noch mit gar keiner Dosis gegen das Corona-Virus geschützt. Vergangene Woche wurden nur 15.608 Dosen verabreicht, davon waren nur 1.762 Erstimpfungen, meldet das Land Salzburg in einer Aussendung.

Durchimpfungsrate in Salzburg bei 68 Prozent

383.149 Salzburgerinnen und Salzburger haben sich bisher impfen lassen. Davon haben sich 246.784 auch schon die Auffrischung geholt (Stand 17. Jänner 2022, 8.30 Uhr laut Landesstatistik). „Aufgrund einer bundesweiten Umstellung im e-Impfpass, die Grundlage unserer Berechnungen, sinkt die Durchimpfungsrate zahlenmäßig auf 68,3 Prozent. Es werden dafür nämlich nicht mehr die verabreichten Dosen herangezogen, sondern der Status im e-Impfpass. Zum Beispiel jemand, der erst eine Impfung bekommen hat und sich die zweite nicht rechtzeitig verabreichen hat lassen oder jemand, der gestern noch vollimmunisiert war, aber die Frist zur Verlängerung durch eine Auffrischungsimpfung verstrichen ist. Die Person gilt nicht mehr als immunisiert“, erklärt der Leiter der Landesstatistik, Gernot Filipp.

Impfungen in Salzburg Land Salzburg
Impfungen im Land Salzburg pro Kalenderwoche. Stand: 17.01.2022.

60.000 Salzburger von Impfpflicht betroffen

Von der ab Anfang Februar voraussichtlich geltenden Impfpflicht sind mit Stand heute mindestens 60.000 Salzburgerinnen und Salzburger betroffen. Ungefähr so viele sind über 18 Jahre alt und haben noch keine Dosis der Corona-Schutzimpfung erhalten. Informationen zur allgemeinen Covid-19-Impfpflicht in Österreich gibt es auf der Homepage des Ministeriums.

Ein Viertel der Braunauer ungeimpft

Wie eine der APA vorliegende Auswertung des Gesundheitsministeriums zeigt, haben sich in Braunau erst 73 Prozent der Erwachsenen zumindest die erste Dosis der Corona-Schutzimpfung geholt. In Spittal sind es mit Stand Sonntag 74 Prozent. In beiden Bezirken ist also mehr als ein Viertel der Erwachsenen ungeimpft. Nur knapp dahinter liegt Osttirol mit 76 Prozent erstgeimpften Erwachsenen.

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In insgesamt 29 von 116 Bezirken liegt der Anteil der zumindest einmal geimpften Erwachsenen noch unter 80 Prozent. Mitgezählt werden hier auch die Wiener Gemeindebezirke, wo Rudolfsheim-Fünfhaus, Brigittenau und Ottakring mit 78 bis 79 Prozent Erstgeimpften zu den Impfnachzüglern gehören.

Mistelbach: 90 Prozent geimpft

Besonders hoch ist die Impfbereitschaft dagegen in einigen Bezirken Niederösterreichs und des Burgenlands. An der Spitze steht Mistelbach, wo neun von zehn Erwachsenen bereits zumindest einmal geimpft wurden. Nur knapp weniger sind es in Oberpullendorf, Korneuburg, Eisenstadt-Umgebung und Rust mit 89 Prozent. In insgesamt 30 Bezirken liegt der Anteil der geimpften Erwachsenen bei 84 Prozent oder mehr.

Impfpflicht gilt ab 1. Februar

Im Durchschnitt sind 82 Prozent der in Österreich mit Hauptwohnsitz gemeldeten Erwachsenen zumindest einmal gegen das Coronavirus geimpft. Gemäß den von der Regierung gemeinsam mit SPÖ und NEOS geplanten Vorgaben, müssen ab Februar alle ab 18-Jährigen einen Impfstatus vorweisen, der alle notwendigen Impfdosen umfasst. Aktuell wären das in der Regel also drei Impfungen inklusive "Booster". Wer ab Mitte März bei einer Kontrolle ohne Impfung erwischt wird, muss entweder 600 Euro zahlen oder sich impfen lassen. Sollte das zur Steigerung der Impfquote nicht ausreichen, sind flächendeckende Kontrollen durch den Abgleich des Melderegisters mit den Impfdaten angedacht. Für unter 18-Jährige bleibt die Corona-Schutzimpfung freiwillig.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 16.05.2022 um 10:59 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/e-impfpass-umstellungen-senken-durchimpfungsrate-115615126

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