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Einbruchsserie

Prozess gegen Banden-Mitglieder in Linz

20190408_PD0541.HR.jpg APA/Helmut Fohringer/Archiv
Die beiden Angeklagten mussten sich am Dienstag in Linz vor Gericht verantworten.

Zwei mutmaßliche Mitglieder einer südamerikanischen Bande haben sich am Dienstag in Linz vor Gericht verantworten müssen. Die Anklage legt den beiden, die in Europa unter diversen Identitäten aufgetreten und auch mehrfach verurteilt worden sind, insgesamt 15 Einbrüche und Einbruchsversuche in Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg und Wien mit rund 300.000 Euro Gesamtschaden zur Last.

Zwei Mitglieder einer südamerikanischen Einbrecherbande haben am Dienstag im Landesgericht Linz rechtskräftig Zusatzstrafen von zwei Jahren und sechs Monaten bzw. zwei Jahren und zehn Monaten ausgefasst. Sie wurden wegen teils versuchten, teils vollendeten gewerbsmäßigen schweren Diebstahls im Rahmen einer kriminellen Vereinigung sowie wegen Urkundenunterdrückung verurteilt.

Einbrüche: Gesamtschaden von 292.000 Euro

Die Anklage legte dem 29-jährige Venezolaner 15 Einbrüche und Einbruchsversuche in Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg und Wien im zweiten Halbjahr 2017 zur Last. Ihm ordnet sie einen Gesamtschaden von 292.000 Euro zu. Der 42-jährige Kolumbianer soll nur bei zwölf Delikten dabei gewesen sein, die Staatsanwaltschaft beziffert den Schaden, der ihm angelastet wird, mit 165.000 Euro. Beide sind in Europa unter diversen Identitäten aufgetreten und auch mehrfach verurteilt worden.

Mit Leihwagen Objekte ausgekundschaftet

Die Männer seien laut Staatsanwaltschaft mit dem Flugzeug von Spanien nach Österreich gereist, hätten hier einen Leihwagen gemietet, mögliche Zielobjekte ausgekundschaftet und Einbrüche verübt, schildete die Staatsanwältin - alles gemeinsam mit weiteren, teils unbekannten Komplizen. Meist hatten es die Täter auf Bargeld, Schmuck und teure Elektronik abgesehen, teils wurden auch Tresore aufgebrochen. Auffällig ist, dass viele der Geschädigten chinesische oder indische Namen tragen.

Die Anklagevertreterin wies darauf hin, dass die zwei Männer "quer durch Europa Vorstrafen angesammelt haben", und zwar unter verschiedenen Alias-Namen. Sie seien "Kriminaltouristen reinsten Wassers". Die Beschuldigten werden durch Handyauswertungen, genetische Spuren und Observationsergebnisse belastet.

Angeklagte bekannten sich teilweise schuldig

Vor Prozessbeginn hatten beide eisern geschwiegen. Vor Gericht bekannten sie sich teilweise schuldig - allerdings nur für zwei bzw. drei Einbruchsdiebstähle, für die es DNA-Beweise gibt, wobei Verteidiger Andreas Mauhart die Schadenssummen als "sehr liebhaberisch von den Opfern geschätzt" bezeichnete.

Verurteilt wurden die Männer schließlich nur für einen Teil der angeklagten Taten - der Venezolaner hat demnach einen Schaden von rund 216.000 Euro, der Kolumbianer von gut 88.000 Euro zu verantworten. Die Zusatzstrafen nehmen auf Verurteilungen des Amtsgerichts Köln für ähnliche Delikte Rücksicht, womit sich Gesamtstrafen von vier bzw. viereinhalb Jahren ergeben.

(APA)

(Quelle: APA)

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