Jetzt Live
Startseite Österreich
Österreich

Einvernahmen nach Busunfall in Oberösterreich

Unfall forderte ein Todesopfer Salzburg24
Unfall forderte ein Todesopfer

Nach dem Zusammenstoß zwischen einem Schulbus und einem Lkw am Freitag in Schwand im Innkreis in Oberösterreich, bei dem ein Zwölfjähriger ums Leben gekommen ist, stehen diese Woche die Einvernahmen der Lenker sowie die Auswertung der Fahrtenschreiber und der Unfallskizzen an. "In zwei Wochen wissen wir mehr", so die Staatsanwaltschaft Ried am Dienstag auf APA-Anfrage.

Nach dem bisherigen Ermittlungstand dürfte der Lkw-Fahrer von seinem Handy abgelenkt worden sein und deshalb eine Stopptafel übersehen haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung. Sein Handy wurde vorerst nicht beschlagnahmt. Er darf sich frei bewegen und auch das Land verlassen, weil es sich bei den Vorwürfen um kein Vorsatzdelikt handelt.

In der Gemeinde Schwand herrschte nach der Ankündigung des Landes, die Unfallstelle durch einen Kreisverkehr zu entschärfen, Optimismus, dass das Projekt gelingen wird. Die Grundstücke, um die es dabei geht, haben mittlerweile neue Eigentümer und mit diesen soll nun rasch verhandelt werden.

Zum Zustand einer 14-Jährigen, die mit einem Polytrauma im Landeskrankenhaus Salzburg liegt, war am Dienstag bereits den dritten Tag eine Nachrichtensperre in Kraft. Die übrigen Verletzten sind mittlerweile außer Lebensgefahr.

In der Schule waren am Dienstag nach wie vor Kriseninterventionsteams an der Arbeit, wie Bürgermeister Johann Prielhofer berichtete. Ein Termin für das Begräbnis des verstorbenen Buben war vorerst nicht bekannt. Offenbar will die Familie darauf warten, dass die ebenfalls verletzte Schwester des Zwölfjährigen aus dem Krankenhaus entlassen wird.

Bei dem Unfall am Freitag waren ein Lkw und ein Schulbus kollidiert. Der mit 19 Kindern besetzte Bus wurde von der Straße geschleudert und landete am Dach. Alle Insassen sowie die beiden Lenker wurden verletzt, einige Schüler schwer. Ein Zwölfjähriger starb tags darauf.

Nach dem Unfall ist auch eine Diskussion um die Erweiterung des Katalogs für Vormerkdelikte in Gang gekommen. Insbesondere der Umgang mit dem Mobiltelefon am Steuer steht auf dem Prüfstand. Laut der Tageszeitung "Kurier" fordern das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV), der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) und der ÖAMTC die Aufnahme weiterer Delikte in den Vormerkkatalog.

Dazu gehören Geschwindigkeitsübertretungen, Nichtanschnallen sowie Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung während der Fahrt, sagte Othmar Thann, Chef des KFV, zur APA. "Strafe ja, aber hier ist die generalpräventive Wirkung nicht so stark", erläuterte Thann. "Wir tendieren eher dazu, den Leuten beizubringen, wie risikoreich ihr Verhalten war", sprach sich der KFV-Direktor begleitend zu den Vormerkungen für Maßnahmen wie Verkehrscoaching aus. Der ÖAMTC verlangte demnach ebenfalls eine "grundlegende Änderung", denn Ablenkung im Auto gelte als prioritäre Hauptursache, so der "Kurier". Der VCÖ schlug in die selbe Kerbe.

Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) wies am Dienstag ebenfalls auf die großen Gefahren durch Ablenkungen hinter dem Lenkrad hin: "Ob Cola Dose aufmachen, CD wechseln oder Handy telefonieren: Ablenkung ist eine der häufigsten Unfallursachen. Telefonieren am Steuer ist - wie alle anderen ablenkenden Tätigkeiten - eine große Gefahr im Straßenverkehr. Deshalb wurden die Strafen auch von 25 auf 50 Euro erhöht. Es ist wichtig, den Menschen ins Bewusstsein zu rufen, wie gefährlich das Telefonieren ohne Freisprechanlage ist."

Zu einer Erweiterung des Vormerkkatalogs betonte die Ministerin, dass in den vergangenen Jahren mehrfach Expertenrunden in ihrem Ressort dazu stattgefunden hätten. "Die überwiegende Meinung war, dass die Aufnahme zusätzlicher Delikte, die den Führerscheinentzug zur Folge hätte, eher nicht zielführend ist. Verkehrssicherheit beruht immer auf drei Säulen: gute Gesetze, strenge Kontrollen und Bewusstseinsbildung - diese gilt es zu stärken. Damit wurden gute Erfolge erzielt. Unter dieser Prämisse werden wir alle Vorschläge, die nun auf dem Tisch liegen, in weitere Überlegungen einbeziehen", sagte Bures.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 05.03.2021 um 03:28 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/einvernahmen-nach-busunfall-in-oberoesterreich-45037507

Kommentare

Mehr zum Thema