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EU's Most Wanted

Europas Schwerverbrecher auf einen Blick

Zwei Österreicher auf EU-Liste

mostwanted.jpg eumostwanted.eu/Screenshot
Jedes EU-Mitgliedsland kann zwei Personen an die "EU's Most Wanted List" weitergeben.

Europol, die Polizeibehörde der Europäischen Union, listet auf einer eigenen Website die meistgesuchten Verbrecher auf. Darauf befand sich bis zuletzt auch jene mutmaßliche Millionenbetrügerin, die am Dienstag in Seeham (Flachgau) festgenommen wurde. Wir haben nachgefragt, wer noch auf der Liste zu finden ist und wie diese zustande kommt.

Eingerichtet wurde die Website "Europe’s Most Wanted" Anfang 2016. Darauf befinden sich insgesamt 56 Schwerverbrecher. "Jedes Mitgliedsland hat zwei Positionen, die befüllt werden können. Es liegt also im Ermessen des jeweiligen Landes zu entscheiden, welche meistgesuchten Verbrecher oder Verbrecherin auf der Seite gelistet werden soll", so ein Europol-Sprecher gegenüber SALZBURG24.

Österreichische Schwerverbrecher auf EU-Liste

Im Fall von Österreich war bis zuletzt jene mutmaßliche Millionenbetrügerin zu finden, die am Dienstag in Seeham festgenommen wurde. Außerdem Tibor Foco, ein Motorrad-Berg-Europameister, der im Jahr 1987 wegen dem Mord an einer Prostituierten zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Foco konnte 1995 aus der Haft fliehen und befindet sich seitdem auf der Flucht.

Drogen, Menschenhandel, Mord

Die Straftaten, welche die gesuchten Personen auf der EU’s Most Wanted List begangen haben sollen, reichen von Drogenhandel, über Menschenhandel und Betrug, bis hin zum Mord. "Wie schwer die Straftaten wiegen, hängt ein bisschen von der Größe des Mitgliedslandes ab. Größere Länder haben oft schwerere Straftaten, weil es hier im Bereich der Kriminalität mehr Konkurrenz gibt", führt der Europol-Sprecher weiter aus. Die gesuchten Personen sind meist zwischen 30 und 60 Jahre alt.

EU's Most Wanted: "Sehr erfolgreich"

Ziel der Website ist es, die gesuchten Personen der Bevölkerung sichtbar zu machen, was wiederum zu Hinweisen an die Exekutive führen kann. "Es gibt natürlich Zielfahnder, die ganz konkret nach Personen suchen. Die Strafverfolgung, also die Polizei, will aber die Augen und Ohren der gesamten Bevölkerung erreichen", gibt der Sprecher weiter an. Diese Art der Fahndung sei "sehr vielversprechend", zahlreiche "Most Wanted" wurden aufgrund der Kampagne offenbar bereits festgenommen.

Zielfahnder in Österreich

Im Bundeskriminalamt (BK) wurde im Jahr 2003 eine Zielfahndungseinheit eingerichtet, die international tätig ist. Dies ist notwendig, weil sich Tatverdächtige mitunter der Festnahme entziehen und sich ins Ausland absetzen. In solchen Fällen sind die Zielfahnder des BK gefordert, ihr Einsatzgebiet erstreckt sich deshalb über die ganze Welt. Seit der Gründung der Einheit konnten weltweit 242 Zielpersonen festgenommen werden.

(Quelle: SALZBURG24)

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