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Wieder FPÖ-Debakel

Freiheitliche in der Krise

Mario Kunasek, FPÖ, Steiermark APA/ERWIN SCHERIAU
Kunasek peilte in der Steiermark Platz 2 an. Das Ziel wurde deutlich verfehlt.

Für die FPÖ ist keine Erholung in Sicht: Bei der Steiermark-Wahl am Sonntag musste sie ihre dritte große Wahlschlappe in Serie - nach Nationalrats- und Vorarlberg-Wahl - einstecken. Auch wenn sie sich von Ex-Chef Heinz-Christian Strache distanziert hat, büßt die FPÖ für Ibizagate, Spesenaffäre - und in der Steiermark wohl auch etwas für die "Liederbuchaffäre".

Das Stimmenanteils-Minus fiel in der Steiermark (mit 8,82 Prozentpunkten laut vorläufigem Ergebnis) zwar ein wenig gelinder aus als Ende September bei der NR-Wahl und Mitte Oktober in Vorarlberg. Aber für die ziemlich erfolgsverwöhnten steirischen Blauen war es die größte Schlappe der Parteigeschichte - die dem mit der Wahl 2015 genährten Traum von Platz 1 und LH-Sessel ein abruptes Ende setzte.

Wahlergebnisse FPÖ APA

Polster bremste Fall der FPÖ

Anders als bei der Abstrafung unter Bundes-Schwarz-Blau 2005 konnten sie sich allerdings klar im Landtag halten. Das liegt daran, dass sie heuer mit einem Rekord-Ergebnis aus 2015 in die Wahl gingen. Der mit 26,76 Prozent ausgestattete "Polster" aus 2015 bremste ein wenig den Fall - obwohl die FPÖ in der Steiermark noch nie so viel verloren hat wie bei dieser Wahl. Rund 47 Prozent der Wähler verabschiedeten sich.

Das war ein größerer Wähleranteil als bei der Nationalratswahl (wo die Wählerzahl um 42 Prozent schrumpfte). Im Stimmenanteil rasselte die FPÖ Ende September in der Steiermark um fast elf Punkte auf 18,5 Prozent hinunter. Schon da konnte Spitzenkandidat Mario Kunasek sehen, dass es keine allzu gute Idee war, die Vorverlegung der Landtagswahl vom Mai auf November anzustoßen. Aber Mitte August hatte die Lage noch freundlicher ausgesehen.

Kunasek wollte Platz 2 erreichen

Deshalb hatte Kunasek anfangs noch Platz 2 als Ziel ausgegeben. Der war 2015 gut in Reichweite - damals lag die FPÖ nur noch 1,69 Prozentpunkte hinter der ÖVP und 2,53 Punkte hinter der SPÖ. Jetzt sind diese Abstände explodiert - vor allem zur ÖVP, die sich Platz 1 triumphal zurückholte: Von ihr trennen die Freiheitlichen rund 19 Prozentpunkte, aber auch die SPÖ liegt mit sechs Prozentpunkten unerreichbar weit voran.

Dass die Ibizagate-Abstrafung mit der Nationalratswahl nicht ausgestanden war, zeigte schon die Vorarlberg-Wahl am 13. Oktober: Dort verlor die FPÖ fast gleich viel wie (österreichweit) bei der NR-Wahl.

Stärkste Verluste seit Jahren

So starke Verluste wie jetzt hat die FPÖ in den letzten zehn Jahren nicht erlebt - abgesehen vom Ausreißer der Kärntner Wahl 2013 - im Gegenteil: Bei den rund 30 Landes- und Bundeswahlen seither konnte sie fast immer stark zulegen - und besonders stark in Zeiten der Flüchtlingskrise 2015. Die Zugewinne im Burgenland und Wien fielen damals mit fünf, sechs Prozentpunkten noch vergleichsweise schwach aus. Wie sich die Freiheitlichen in diesen beiden Ländern jetzt entwickeln, wird das nächste Jahr zeigen - wenn am 26. Jänner im Burgenland und im Herbst in Wien gewählt wird.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 15.04.2021 um 04:53 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/fpoe-debakel-in-der-steiermark-freiheitliche-in-der-krise-79729342

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