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FPÖ gegen ORF

ARD macht "Kampagne gegen Wolf" zum Topthema

Ist die Pressefreiheit in Gefahr?

Die FPÖ-Angriffe auf den ORF sind weiter Topthema in deutschen Medien. "Was wir in Österreich gerade erleben, ist ein kühl kalkulierter Frontalangriff einer Regierungspartei auf die Pressefreiheit und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk insgesamt. Und deshalb muss Armin Wolf die Solidarität aller Demokraten gelten, auch aus Deutschland", hieß es im Kommentar der ARD-"Tagesthemen" am Mittwoch.

"Den Journalisten Armin Wolf will man zum Teufel jagen, weil er getan hat, was sein Job von ihm verlangt: Die unsäglich rassistischen Kampagnen der FPÖ zu demaskieren", kommentierte WDR-Journalist Georg Restle, der diesbezüglich auch auf ähnliche Angriffe der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) auf ihn selbst verwies. "Wer nämlich glaubt, dass uns das hier nicht drohen könnte, der täuscht sich."

"Pressefreiheit ist in Gefahr"

"Ja, die Pressefreiheit ist in Gefahr, aber auch deshalb, weil immer mehr Journalisten sich aus Angst vor solchen Hass- und Hetzkampagnen nicht mehr trauen, klar Position zu beziehen", übte Restle auch Kritik am eigenen Berufsstand. "Andere glauben, es gehöre zur Ausgewogenheit, dass auch den Feinden der Freiheit mehr und mehr Sendefläche eingeräumt werden muss. Nein, das muss es nicht."

 

Der Rundfunk als Schutzbastion der Demokratie

"Die Kampagne gegen Armin Wolf zeigt: Es wird Zeit, dass sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk auch in Deutschland darauf besinnt, wofür er eigentlich da ist. Dafür nämlich, die Grundfreiheiten in diesem Land mutig zu verteidigen, als Schutzbastion der Demokratie", so Restle.

Wolf freut sich über Solidarität

Wolf zeigte sich in einem Interview mit der Tageszeitung "Welt" (Donnerstagsausgabe) erfreut über die Solidaritätsbekundungen aus dem Nachbarland. Am meisten hätten ihn jene der bürgerlichen Medien gefreut. "Weil die Attacken der letzten Tage eben keine Frage von links oder rechts sind, sondern Attacken auf kritischen Journalismus", sagte er. Zwar müsse man die "Kirche im Dorf lassen", weil Journalisten in Österreich weder körperlich bedroht noch eingesperrt oder verfolgt würden. Sie würden aber persönlich angeklagt und in Interviews öffentlich bedroht, während kritischen Medien Inserate gestrichen würden. "Und dass eine Regierungspartei den öffentlich-rechtlichen Rundfunk unter staatliche Kontrolle bekommen will. Das hätte ich vor ein paar Jahren noch nicht für möglich gehalten."

"Stehe, wie die meisten Österreicher, links von der FPÖ

Befragt zu seiner eigenen politischen Einstellung sagte Wolf: "Für alle, die am Nordpolarkreis leben, ist fast die ganze restliche Welt im Süden. Wahrscheinlich stehe ich, wie die meisten Österreicher, links von der FPÖ. Über meinen konkreten Standpunkt sagt das allerdings sehr wenig aus. Könnte Dänemark oder auch Madagaskar sein. Ist alles vom Nordpolarkreis aus südlich." Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bezeichnete er als den "begabtesten politischen Kommentator, den ich in meinen 30 Jahren als Journalist je erlebt habe". Er sei "tatsächlich schwer zu interviewen, weil er auch sehr kontroverse Standpunkte so kommunizieren kann, dass es sehr viele Menschen nicht als offensiv wahrnehmen." Mit Kritik an seiner Interviewführung kann Wolf indes wenig anfangen. "Was ich mache, polarisiert, doch meine Art der Interviewführung wäre bei der BBC bloß ein Kindergeburtstag."

Bundeskanzler Kurz mit Situation "nicht glücklich"

Kurz und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) hatten am Mittwoch nach dem Ministerrat auf entsprechende Journalistenfragen zum Thema Stellung nehmen müssen. Kurz sagte, er sei mit der Situation "nicht glücklich" und betonte, Drohungen gegenüber Journalisten hätten "absolut keinen Platz". Strache bezeichnete es als "schade, dass sich die Konfliktsituation so aufgeschaukelt hat". Die beiden Regierungsspitzen übten aber zugleich deutliche Medienkritik. Kurz sagte, dass Journalisten mit abweichenden Meinungen in sozialen Medien vom Mainstream "niedergemetzelt" würden. Strache sagte: "Wir halten Kritik aus und auch Journalisten müssen Kritik aushalten."

(APA)

(Quelle: APA)

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