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Aufgezeichnetes Telefonat

Ist Herbert Kickl bei FPÖ-nahen Vereinen involviert?

"Bei uns werden's keine Chat-Protokolle finden"

Herbert Kickl AP
Herbert Kickl soll - wie das Telefongespräch vermuten lässt - bei der Konzipierung des FPÖ-nahen Vereins "Austria in Motion" mitgewirkt haben.

War FPÖ-Chef Herbert Kickl in die Architektur der parteinahen Vereine involviert? Ein aufgezeichnetes Telefonat lässt dies jedenfalls vermuten. Die WKStA ermittelt.

Ein offenbar heimlich vom Ex-FPÖ-Abg. Hans-Jörg Jenewein aufgezeichnetes Telefonat legt den Verdacht nahe, dass FPÖ-Chef Herbert Kickl in die Architektur der parteinahen Vereine involviert war, die die WKStA auf den Plan gerufen hatte, berichtet die "Presse".

"Und dann hat der Herbert auch den Namen Austria in Motion, soweit ich mich erinnern kann, konzipiert", heißt es etwa in dem Telefonat Jeneweins mit den FPÖ-Kollegen Markus Tschank und Markus Braun.

Vorbereitung auf Zeugenbefragung im U-Ausschuss

Die drei Freiheitlichen erörtern darin - in Vorbereitung auf die Zeugenbefragung im U-Ausschuss - die Ab- und Hintergründe der FPÖ-nahen Vereine (Austria in motion, ISP), berichtet die Freitags-"Presse" unter Hinweis auf den ihr vorliegenden Akt. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hatte schon angesichts des Ibiza-Videos Ermittlungen rund um diese Vereine wegen des Verdachts verdeckter Parteispenden aufgenommen, teilweise wurden sie eingestellt. Aktuell wird noch "wegen der Mittelverwendung durch Vereine wegen Untreue" ermittelt; Tschank und drei weitere ehemalige Vereinsfunktionäre werden laut Medien als Beschuldigte geführt.

Name „Austria in Motion“ von Kickl konzipiert?

In dem Telefonat diskutierten der frühere FPÖ-Abgeordnete Tschank, Braun (der Vereinsfunktionen hatte) und Jenewein darüber, wie die Vereine zustande kamen. "Und dann hat der Herbert auch den Namen Austria in Motion, soweit ich mich erinnern kann, konzipiert. Und ich hab dann Satzungen gebastelt. Austria in Motion ist der prominenteste Verein, weil dort am meisten Geld eingetroffen ist. Du hast dort wahrscheinlich ungefähr eine halbe Million an reinen Spendengeldern lukriert", zitiert die "Presse". Die FPÖ habe auch Verträge mit den Vereinen gehabt: "Für jede Spende, die die Agentur bringt, gibt's 20 Prozent." Und: "Die Bundesgeschäftsstelle hat es gewusst komplett — also das war Teil der Gesamtstrategie auch im Wahlkampf 17 schon. Sonst hätten wir diese Provisionsverträge gar nicht aufgesetzt."

Auch Siegfried Stieglitz im Gespräch

Tschank spreche weiters davon, dass auch kleinere Summen eingegangen seien, etwa von Siegfried Stieglitz. Dieser stand am Donnerstag vor Gericht: Ihm und Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache werden Bestechung und Bestechlichkeit vorgeworfen, konkret dass Stieglitz an "Austria in Motion" gespendet und dafür ein Aufsichtsratsmandat in der Asfinag bekommen haben soll.

„Doskozil ist da an den Joschi herangetreten“

Das ISP habe Verträge mit dem Verteidigungsministerium gehabt: "Doskozil ist da an den Joschi herangetreten und hat gesagt, es ist ein Vertrag frei, ja, ob die FPÖ jemanden hätte, der das kann. Dann haben wir gesagt, okay wir gründen einen Sicherheitsverein." Der damalige Verteidigungsminister und jetzige burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) bestritt diese Darstellung.

Freiheitliche: „Bei uns werden’s keine Chats finden“

Beraten hätten die drei Freiheitlichen – mit Blick auf den U-Ausschuss – auch über Verschleierungstaktiken. Jenewein habe vorab Aktenlieferungen an Tschank versprochen – der wiederum zugesagt habe, verlässlich zu schreddern. Auch eine Einschätzung anderer Abgeordneter wird kundgetan: Den Grünen David Stögmüller bezeichnet Jenewein als "Bauernbua aus dem Innviertel", der keinen geraden Satz reden könne. Stephanie Krisper (NEOS) sei "nicht die hellste Kerze auf der Torte". Und: "Ungut ist der Krainer (Jan, SPÖ, Anm.), weil er nur mit Polemik arbeitet." Zum Schluss sprechen die Freiheitlichen über die Sprengkraft von Chats: "Bei uns werden's halt keine Chat-Protokolle finden. Keine Korrespondenzen", zitiert die "Presse".

(Quelle: APA)

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