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Gudenus bespitzelt?

Strache weist Spionage-Vorwürfe zurück

Fotos aufgetaucht

Der ehemalige FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat nach der Veröffentlichung des Ibiza-Videos offenbar an eine freiheitliche Verschwörung gegen ihn geglaubt. Deshalb soll er einen Detektiv beauftragt haben, um unter anderem seinen Parteifreund Johann Gudenus zu bespitzeln. Strache weist die Vorwürfe zurück.

Das schreibt die "Kronen Zeitung" am Donnerstag. Gudenus soll von Strache wochenlang ausspioniert worden sein. Auf den Fotos, die nun aus dem eigentlich als Verschlussakt bekannten Ermittlungsverfahren ans Licht kamen, ist Gudenus unter anderem beim Einsteigen in seinen Wagen und nach einem Restaurantbesuch mit einem Bekannten zu sehen.

Ließ Strache seine FPÖ-Kollegen überwachen?

Die Überwachungsfotos von Juni wurden laut "Krone" damals bei der Hausdurchsuchung in Straches Klosterneuburger Villa im Zusammenhang mit der Causa Casinos durch die Soko Ibiza sichergestellt. Dem Bericht zufolge wurde auch Straches Nachfolger als Wiener FPÖ-Chef, Dominik Nepp, bespitzelt.

Nepp zeigt sich frustriert. "Das ist für mich eine große menschliche Enttäuschung. Ich dachte wir wären Freunde gewesen", schrieb Nepp in einer Stellungnahme auf Facebook.

Meiner Frau ist bereits im Sommer aufgefallen, dass regelmäßig eine Person bei unserer Wohnung herumschleicht und uns...

Gepostet von Dominik Nepp am Donnerstag, 19. Dezember 2019

Strache: "Kein Auftrag für Ermittlungen"

Der aus der FPÖ ausgeschlossene Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache schreibt dazu in einer knappen Stellungnahme auf Facebook, dass es von ihm keinen Auftrag an einen Detektiv gegeben habe.

"Es gab nach der Aktion des kriminellen Ibiza-Netzwerks engagierte Bürger, welche Hintermänner und Akteure der Ibiza Causa unter Zuhilfenahme von Privat-Detekteien ausfindig machen und zur Aufklärung beitragen wollten", schrieb Strache am Nachmittag in seinem Statement. "Mit manchen war ich in Kontakt und diese teilten ihre Ermittlungsergebnisse mit mir", erklärte Strache den angeblichen Fund von Überwachungsfotos bei einer Razzia in seiner Villa.

"Von mir selber gab es jedoch keinen derartigen Auftrag für Ermittlungen und auch definitiv keine Rechnung an die Partei!", stellte er klar. In einem Kommentar zu seinem Posting konkretisierte Strache: "Ich habe keinen Auftrag erteilt und daher auch kein Geld bezahlt."

Es gab nach der Aktion des kriminellen Ibiza-Netzwerks engagierte Bürger, welche Hintermänner und Akteure der Ibiza...

Gepostet von Heinz-Christian Strache am Donnerstag, 19. Dezember 2019

Gudenus-Anwalt versteht Bespitzelung nicht

Dass Gudenus von Strache bespitzelt worden sein soll, ist für Gudenus-Anwalt Heinz-Dietmar Schimanko nicht nachvollziehbar. Strache sollte mittlerweile erkannt haben, dass Gudenus selbst Opfer einer Videofalle geworden ist, sagte Schimanko am Donnerstag im Gespräch mit dem Ö1-"Mittagsjournal". Dass Strache argwöhnisch war, ist aber auch für den Anwalt verständlich. "Ja, es ist für mich nachvollziehbar, dass Heinz-Christian Strache misstrauisch war - nachdem er Opfer eines so niederträchtigen Angriffs mit irreführend unvollständiger Videoveröffentlichung war," sagte Schimanko zum ORF-Radio.

Hofer wusste angeblich nichts von Spionage

Norbert Hofer, Straches Nachfolger an der FPÖ-Spitze, bezeichnete die kolportierten Spionage-Aktivitäten am Donnerstag als "seltsam". Er selbst habe nichts davon gewusst, beteuerte er. Auch mit dem Parteiausschluss hätte diese Angelegenheit nichts zu tun, so Hofer. "Ich habe aus der Zeitung davon erfahren und war not amused." Die Rechnung für den Detektiv ging allerdings sehr wohl bei der FPÖ ein.

"Rechnung für Detektiv bei Partei eingegangen"

Er habe nach Bekanntwerden der Spionage-Vorwürfe sofort sämtliche Rechnungen der Partei überprüft, berichtete Hofer am Donnerstag am Rande einer Pressekonferenz in Wien. "Ja, es ist eine Rechnung für einen Detektiv bei der Partei eingegangen", bestätigte Hofer. "In welcher Höhe sie ist, kann ich hier nicht sagen", meinte er weiter. Die Rechnung sei von der FPÖ jedenfalls noch nicht bezahlt worden, so der FPÖ-Chef. Bei der Bezahlung der angeblichen Spitzel-Aktivitäten des Ex-Parteichefs nimmt Hofer Strache nun selbst in die Pflicht: "Die Rechnung wird an den Auftraggeber weitergeleitet werden", kündigte er an.

(Quelle: APA)

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