Jetzt Live
Startseite Österreich
"FridaysForFuture"

Schüler fürs Klima auf der Straße

Fragen und Antworten zum "Schülerstreik"

Proteste in mehr als 1.650 Städten

In sieben Landeshauptstädten Österreichs - darunter auch Salzburg - gehen am heutigen Freitag junge Leute bei einem Schulstreik auf die Straße, um im Rahmen der weltweiten Aktion "FridaysForFuture" für Klimaschutz zu demonstrieren. Die größte Veranstaltung wird am Wiener Heldenplatz stattfinden. Bei der Polizei wurden hier 1.000 Teilnehmer angemeldet, es dürften aber mehr Demonstranten kommen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Die Organisatoren konnten die Teilnehmerzahl in Wien nicht abschätzen. "Das ist wahnsinnig schwierig", sagte Katharina Rogenhofer. Sie habe aber gehört, dass von einigen Schulen die gesamten Oberstufen kommen. Auch aus Niederösterreich, wo wie im Burgenland keine eigene Demo stattfindet, dürften Schüler nach Wien anreisen.

Klima-Demo auch in Salzburg

In anderen Städten gibt es ebenfalls Aktionen: In Graz wird am Abend zu einem "Lichtermeer fürs Klima" geladen. Auch in Linz streiken und marschieren Jugendliche ab 11 Uhr am Hauptplatz für das Klima. In Salzburg wird ab 13 Uhr nach einer Demo eine Kundgebung am Residenzplatz abgehalten. In Bregenz findet beim Landhaus um fünf Minuten vor 12 Uhr die Schlusskundgebung statt. In Kärnten sind gleich zwei Demonstrationen geplant: in Klagenfurt und in Villach.

Am Freitag findet ein weltweiter Klimastreik auch in der Salzburger Altstadt statt. Doch Schülerinnen und Schüler gehen...

Gepostet von SALZBURG24 am Dienstag, 12. März 2019

An sich gibt es in Österreich kein Streikrecht für Schüler, es kann ihnen vom Klassenvorstand oder Direktor jedoch ein "Fernbleiben aus wichtigen Gründen" erlaubt werden. Während ein Besuch der Klima-Demo in den Bildungsdirektionen in Wien, Niederösterreich, Salzburg und Vorarlberg jedenfalls als ungerechtfertigtes Fernbleiben gesehen wird, wollen die übrigen Bundesländer die Schulen entscheiden lassen.

Fragen und Antworten zum "Schülerstreik"

Gibt es ein Streikrecht für Schüler?

Anders als bei Arbeitnehmern gilt für Schüler kein Streikrecht. Wer während der Unterrichtszeit an einer Demo teilnimmt, muss also grundsätzlich mit unentschuldigten Fehlstunden rechnen. Laut Schulunterrichtsgesetz dürfen Schüler dem Unterricht nur fernbleiben, wenn sie krank sind, in ihrem Leben "außergewöhnliche Ereignisse" stattfinden oder wenn durch den Schulweg ihre Gesundheit gefährdet wäre.

Kann Schülern die Teilnahme an der Klima-Demo dennoch erlaubt werden?

Das ist Interpretationssache. Grundsätzlich kann der Klassenvorstand Schülern bis zu einem Tag und der Schulleiter darüber hinaus ein "Fernbleiben aus wichtigen Gründen" erlauben. Die Bildungsdirektionen im Burgenland sowie in Oberösterreich, der Steiermark, Kärnten und Tirol wollen die Entscheidung, ob die Demo-Teilnahme als Entschuldigungsgrund gilt, deshalb den einzelnen Schulen überlassen. Für die Bildungsdirektionen in Wien, Niederösterreich, Salzburg und Vorarlberg handelt es sich hingegen auf jeden Fall um unentschuldigte Fehlstunden.

Und was sagt das Bildungsministerium?

Ressortchef Heinz Faßmann (ÖVP) zeigt zwar grundsätzlich Verständnis für das Anliegen der Schüler, plädiert aber für Demonstrieren außerhalb der Unterrichtszeit. Rechtlich obliegt die Entscheidung, wann Schüler dem Unterricht fernbleiben dürfen, den Bildungsdirektionen der Länder - und diese gehen eben unterschiedlich mit dieser Frage um.

Was bedeuten unentschuldigte Fehlstunden für die Schüler?

Heikel wird es erst bei mehrmaligem Fehlen. Für Jugendliche bis 15 Jahre gilt der Schulschwänz-Paragraph, laut dem Schulpflichtverletzungen als Verwaltungsübertretung gelten. Je nach Schwere, spätestens aber bei mehr als drei ungerechtfertigten Fehltagen während der neunjährigen Pflichtschulzeit, müssen die Erziehungsberechtigten bei der Bezirksverwaltungsbehörde angezeigt werden zwischen 110 und 440 Euro Strafe bezahlen. Fehlen Schüler nur wenige Stunden, setzt es vermutlich nicht einmal eine Verwarnung: Diese kommt laut den Erläuterungen zum Gesetz erst "für grobe oder häufig auftretende Verfehlungen" in Betracht.

Ältere Schüler können außerdem laut der seit diesem Schuljahr gültigen Fassung von Paragraph 45 des Schulunterrichtsgesetzes ihren Schulplatz verlieren, wenn sie mehr als eine Woche bzw. fünf nicht zusammenhängenden Schultage oder 30 Unterrichtsstunden im Unterrichtsjahr unentschuldigt fehlen. Wenn sie nicht innerhalb einer Woche die Gründe für ihr Fernbleiben melden, werden sie automatisch vom Unterricht abgemeldet. Für wenige Stunden Fehlen gibt es also auch hier keine Konsequenzen.

 (APA)

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 22.07.2019 um 09:44 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/fridaysforfuture-schueler-fuers-klima-auf-der-strasse-67241971

Kommentare

Mehr zum Thema