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Geschlechtskrankheiten

Welche Gefahren drohen beim Sex?

Kondome, Sex, Geschlechtsverkehr, SB APA/OLIVER BERG/DPA
Mit Kondomen lässt sich das Risiko von Geschlechtskrankheiten stark eindämmen. (SYMBOLBILD)

Bei einer Geschlechtskrankheit mögen viele zunächst an HIV/Aids denken. Doch daneben gibt es eine Vielzahl weiterer sexuell übertragbarer Krankheiten, die unter dem Begriff STDs (Sexual Transmitted Diseases) zusammengefasst werden. Ein Überblick.

Dazu gehören etwa Syphilis und Chlamydien-Infektionen, sowie Infektionen mit Herpes simplex oder Humanen Papilloma-Viren (HPV). Unbehandelt können STDs nicht nur zu massiven gesundheitlichen Komplikationen führen, sondern auch das Risiko für eine HIV-Infektion erhöhen. Nicht nur die Sexpartner, sondern auch deren Kinder sind von den Folgen betroffen. Laut WHO war beispielsweise Syphilis im Jahr 2016 für rund 200.000 Totgeburten verantwortlich.

Eine Million Neuansteckungen täglich

Die weltweite Verbreitung ist in den vergangenen Jahren trotz vieler Aufklärungsangebote nahezu unverändert hoch geblieben. Jeden Tag treten mehr als eine Million neuer Fälle der ansteckenden Krankheiten auf, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einer im Juni veröffentlichten Studie vorrechnet.

Häufige Geschlechtskrankheiten 

Ein Überblick über die verbreitetsten Geschlechtskrankheiten:

Gonorrhoe oder Tripper

Die Gonorrhoe ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen. Im Sprachgebrauch ist sie als Tripper bekannt. Diese bakterielle Infektion befällt die Schleimhäute von Harn- und Geschlechtsorganen. Zwei bis fünf Tage nach einer Ansteckung kommt es zu einer Entzündung mit Jucken und Brennen. Charakteristisch ist auch eitriger Ausfluss aus Scheide oder Harnröhre. Die Diagnose erfolgt einen Abstrich in Mund, Scheide und After als auch durch Nachweis im Urin erfolgen. Ein Tripper kann alleine oder durch die Einnahme von Antibiotika ausheilen, aber auch chronisch werden.

Chlamydien

Bei Chlamydien handelt es sich ebenfalls um Bakterien. Die Inkubationszeit beträgt zirka 14 Tage. Zwei Drittel der Frauen und etwa die Hälfte der betroffenen Männer haben keine oder nur geringfügige Beschwerden (etwa Blutungen oder Schmerzen beim Urinieren).  Die Diagnose kann über einen Abstrich in Mund, Scheide und After als auch durch Nachweis im Urin erfolgen. Eine rechtzeitig behandelte Chlamydien-Infektion zieht in der Regel keine Folgeschäden nach sich. Unbehandelt können sich die Bakterien ausbreiten und zu teils schwerwiegenden Folgen führen: Beispielsweise Unfruchtbarkeit. 

HPV

Humane Papillomviren (HPV) sind ebenfalls weit verbreitet. Es gibt mehr als 150 HPV-Typen. Die Viren können durch Geschlechtsverkehr, aber auch durch einfachen Hautkontakt übertragen werden. Vier von fünf Menschen kommen im Laufe ihres Lebens damit in Berührung. In den meisten Fällen verlaufen HPV-Infektionen unbemerkt und heilen von selbst wieder aus. In seltenen Fällen können sich schwerwiegende Erkrankungen entwickeln, am häufigsten Gebärmutterhalskrebs. Gegen HPV wird eine Impfung angeboten.

Genitalherpes

Genitalherpes ist eine ansteckende Viruserkrankung, die durch Herpes-simplex-Viren (HSV) vom Typ 1 oder 2 ausgelöst wird. In Österreich sind zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung mit HSV-2 infiziert. Die Übertragung erfolgt durch Schleimhautkontakt. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Anzeichen für eine Genitalherpes-Infektion sind juckende Bläschen. Genitalherpes ist nicht heilbar, da das Virus nicht vollständig aus dem Körper entfernt werden kann. Die Behandlung zielt daher lediglich darauf ab, die Herpesbläschen einzudämmen, die Beschwerden zu lindern und den Krankheitsverlauf zu mildern und zu verkürzen. Mit einer Therapie sollte bereits bei Vorliegen eines Verdachtes begonnen werden.

Syphilis oder Lues

Die Syphilis wird auch als Lues bezeichnet und wird durch Bakterien verursacht. Bis zur Entdeckung des Penicillins galt Syphilis als unheilbar. Seit Beginn der 2000er-Jahre steigt die Zahl der Syphilis-Fälle in Westeuropa wieder deutlich an. Die Krankheit verläuft unbehandelt in drei Stadien, eine Spontanheilung ist jedoch möglich. Die Betroffenen sind vor allem in den ersten beiden Stadien besonders infektiös. Bei einer unbehandelten Syphilis können innere Organe, das zentrale Nervensystem, die Blutgefäße oder das Herz-Kreislaufsystem befallen werden.

HIV/Aids

Der HI-Virus (HIV) kann über Sexualkontakt, Blut-zu-Blut-Kontakt (z.B.durch Injektion in eine Vene), Schleimhautkontakt mit bestimmten Körperflüssigkeiten oder auch während der Schwangerschaft übertragen werden. Elf Tage nach der Infektion hat sich das Virus im gesamten Organismus ausgebreitet. Von Aids spricht man, wenn bestimmte Krankheiten infolge einer HIV-Infektion auftreten.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 21.06.2021 um 12:05 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/geschlechtskrankheiten-welche-gefahren-drohen-beim-sex-79896016

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