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Maßnahmen gegen Omikron

FFP2-Masken-Pflicht im Freien und kürzere Quarantäne

Grüner Pass künftig nur noch sechs Monate gültig

Neue Maßnahmen hat der Krisengipfel der Bundesregierung mit Vertretern der Länder und Experten der "gesamtstaatlichen Covid-Krisenkoordination" (Gecko) am Dreikönigstag gebracht. Künftig gilt eine FFP2-Maskenpflicht im Freien bei Unterschreitung des Zwei-Meter-Abstands, zudem soll die Quarantäne für Kontaktpersonen verkürzt und der Kontrolldruck im Handel erhöht werden.

​Darüber hinaus habe man sich darauf geeinigt, die Gültigkeit des Grünen Passes auf sechs Monate zu reduzieren. Das haben Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) heute bei einer Pressekonferenz verkündet.

Auch bei den Regelungen zu den Kontaktpersonen gibt es eine Neuerung: Künftig gilt man nicht mehr als Kontaktperson, wenn man drei Mal immunisiert ist, oder alle Beteiligten eine FFP2-Maske getragen haben. Das gilt auch für Kinder, die sich noch nicht "boostern" können.

2-G-Kontrollpflicht im Handel

Strengere 2-G-Kontrollen im Handel sollen helfen, den eigentlich geltenden Lockdown für Ungeimpfte durchzusetzen. Dafür wird der Handel viel stärker in die Pflicht genommen, die Einhaltung der Coronamaßnahmen zu kontrollieren. Derzeit dürfen nur Geimpfte oder Genesene im Non-Food-Handel einkaufen, für Ungeimpfte gilt nach wie vor ein Lockdown. Bereits nächste Woche soll der Handel Kundinnen und Kunden genau kontrollieren, damit kommt es erstmals für die Branche zu einer Kontrollpflicht. Betriebe, die sich nicht daran halten, können auch gesperrt werden, kündigte die Regierung an.

Nächste Woche startet eine "Aktion scharf" bei 2G-Kontrollen. Ab 11. Jänner gilt an Interaktionspunkten, etwa beim Eingang oder spätestens beim Bezahlen, eine Kontrollpflicht. Bei groben Vergehen gegen die Maßnahmen sind ab 3. Februar auch temporäre Betretungsverbote möglich. Ab dann ist auch eine Erhöhung der Strafen vorgesehen.

Nehammer: "Sehr ernste Situation"

Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) sprach von einer "sehr ernsten und herausfordernden Situation". Das Virus sei "omnipräsent und gefährlich, weil es sich immer verändert". Die neue Variante Omikron bringe neue Herausforderungen mit sich. Einen Lockdown ausschließen will Nehammer nicht, stattdessen appelliert er, "gemeinsam so zusammenhelfen, dass man dagegen ankämpfen kann".

"Omikron bringt Paradigmenwechsel"

Auch Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) sprach von einem Paradigmenwechsel durch Omikron. Diese Variante sei um ein Vielfaches ansteckender, dennoch scheine sie milder zu verlaufen. Sei bei Delta noch einer von vier Hospitalisierten intensivpflichtig gewesen, sei es bei Omikron nur einer von zehn. "Das ist aber keine Entwarnung", so Mückstein, könne doch Omikron dazu führen, dass sich viele Menschen gleichzeitig anstecken und so die kritische Infrastruktur gefährdet sei.

Regierung ruft zum Impfen auf

Auch rief die Bundesregierung neuerlich zum Impfen auf: Er ersuche alle, die noch nicht geimpft sind, sich einen Termin auszumachen und alle, die schon geimpft sind, "sich den Booster-Shot zu holen", so Mückstein. Die Leiter der Gecko-Kommission - die Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit Katharina Reich und Generalmajor Rudolf Striedinger - bezeichneten die Impfung als "wirksamste Waffe" im Kampf gegen die Pandemie.

"Kein Zerreden der Impfung"

Dies gelte auch bei Omikron, warnte Reich vor einem "Zerreden" der Impfung angesichts des gegenüber Delta abgeschwächten Schutzes. Auch Nehammer betonte diesbezüglich, dass vor allem der Booster nach wie vor große Schutzwirkung bringt: Die "gute Nachricht" sei, "dass man sich durch Impfen gut schützen kann", denn der dritte Stich schütze zu 90 Prozent davor, auf die Intensivstation zu kommen und zu 70 Prozent davor, überhaupt Symptome zu entwickeln.

Absage an Durchseuchung der Bevölkerung

Eine klare Absage erteilte Reich einer "Durchseuchung" der Bevölkerung. Dies sei keine Option, weil dadurch die Krankenhausaufenthalte stark steigen würden. Daher müsse man weiter auf die Impfung setzen. "Impfen ist die Hauptwaffe, die strategische Waffe gegen das Virus", sagte dazu Striedinger. "Weil hier ist nicht Gewaltfreiheit angesagt. Das Virus fragt uns auch nicht, ob es kommen darf oder nicht - das ist Gewalt gegen unsere Gesundheit", griff er zu drastischen Worten. Nehammer betonte neuerlich, an der für Februar geplanten Impfpflicht festhalten zu wollen. Für Ungeimpfte sei die Impfung "die Brücke" dazu, den nach wie vor gültigen Lockdown für Ungeimpfte zu verlassen.

Ziel ist, Infektionskurve abzuflachen

Auf die Frage, wie hoch die Zahlen steigen können, ohne das weitere Maßnahmen notwendig werden, wollte Mückstein nicht eingehen. Wesentlich sei, dass man die Zeit nütze, um zu impfen. Und man müsse schauen, dass man die Infektionskurve abflache, "dass nicht zu viele Menschen Spitalsbehandlung brauchen".

Auch Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) betonte, wichtig sei die Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur. Bei den Hospitalisierungen erwartet er trotz der wohl milderen Verläufe wegen der zu erwarteten Masse an Infektionen eine hohe Spitalsbelegung - vielleicht eher auf den Normal- und weniger auf den Intensivstationen. In Vorarlberg werde man daher etwa ein eigenes Notversorgungszentrum in der Messe Dornbirn errichten, kündigte er an.

Die Intensität der fünften Corona-Welle hat sich in Österreich zuletzt klar beschleunigt. Am Dreikönigstag wurden 8.853 neue Fälle gemeldet, tags zuvor waren es knapp 10.000.

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8.853 Corona-Neuinfektionen am Donnerstag

8.853 Corona-Neuinfektionen sind in den vergangenen 24 Stunden in Österreich registriert worden. Das melden die Ministerien am Donnerstag. In Salzburg schnellen die Zahlen weiter nach oben: 1,235 …

Salzburg steht voll hinter Maßnahmen

„Die Impfung ist die Basis für einen bestmöglichen Schutz, aber es wird auf jeden einzelnen von uns ankommen, noch mehr zu tun – vor allem um die gefährdeten Gruppen zu schützen. FFP2-Maske tragen, regelmäßig testen, Abstand halten, Hände waschen, weniger Leute treffen, besondere Vorsicht am Arbeitsplatz, Homeoffice. Das alles kennen wir schon, und ich bin überzeugt, dass die Salzburgerinnen und Salzburger hier große Eigenverantwortung beweisen", sagt Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Derzeit arbeiten Statistiker und Krankenanstalten zusammen mit Experten daran, eine Prognose zu erstellen, wie viele Covid-Patienten auf die Spitäler zukommen werden. „Wir nehmen das Ergebnis als Basis, um bei Bedarf weitere, gezielte Maßnahmen setzen zu können“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer, und er fügt hinzu: „Wissenschafter bestätigen uns, dass Omikron zwar hoch infektiös ist, aber wenige schwere Krankheitsverläufe und Spitalsaufenthalte mit sich bringt. Wir haben bereits strenge Maßnahmen, aber fahren sozusagen auf Sicht, passen uns regelmäßig der Situation neu an und tauschen uns wie bewährt mit den Experten aus Wissenschaft und Medizin regelmäßig aus.“

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(Quelle: APA/SALZBURG24)

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