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Reisefreiheit

Das ist die Lage in unseren Nachbarländern

Die Corona-Zahlen im Überblick

Grenzkontrollen Walserberg FMT-Pictures/MW
Grenzkontrollen am Salzburger Walserberg zwischen Österreich und Deutschland. (SYMBOLBILD)

Rund drei Monate nach der handstreichartigen Einführung der Corona-Grenzkontrollen ermöglicht Österreich wieder Reisefreiheit mit seinen Nachbarländern. Kritiker befürchten einen neuerlichen Anstieg der Coronazahlen durch die offenen Grenzen. Befürworter argumentieren mit den massiv gesunkenen Fallzahlen in allen Nachbarländern, auch Italien. Ein Überblick.

  • ÖSTERREICH: Neuinfektionen innerhalb 24 Stunden: 19, aktiv Infizierte: 461, jemals positiv Getestete: 16.667, Tote: 669 (Stand 2.6.)
  • DEUTSCHLAND: Neuinfektionen innerhalb 24 Stunden: 213, aktiv Infizierte: 7.106, jemals positiv Getestete: 182.028, Tote: 8.522 (Stand 2.6.)
  • ITALIEN: Neuinfektionen innerhalb 24 Stunden: 318, aktiv Infizierte: 39.893, jemals positiv Getestete: 233.515, Tote: 33.530 (Stand 2.6.)
  • LIECHTENSTEIN: Neuinfektionen innerhalb 24 Stunden: 0 (letzte Infektion: 26.4.), aktiv Infizierte: 27, jemals positiv Getestete: 82, Tote: 1 (Stand 2.6.)
  • SCHWEIZ: Neuinfektionen innerhalb 24 Stunden: 3, aktiv Infizierte: 2.374, jemals positiv Getestete: 30.874, Tote: 1.657 (Stand 2.6.)
  • SLOWAKEI: Neuinfektionen innerhalb 24 Stunden: 0, aktiv Infizierte: 122, jemals positiv Getestete: 1.522, Tote: 28 (Stand 2.6.)
  • SLOWENIEN: Neuinfektionen innerhalb 24 Stunden: 2, aktiv Infizierte: 8, jemals positiv Getestete: 1.475, Tote: 109 (Stand 1.6.)
  • TSCHECHIEN: Neuinfektionen innerhalb 24 Stunden: 6, aktiv Infizierte: 2.345, jemals positiv Getestete: 9.308, Tote: 321 (Stand 2.6.)
  • UNGARN: Neuinfektionen innerhalb 24 Stunden: 16, aktiv Infizierte: 1.229, jemals positiv Getestete: 3.921, Tote: 532 (Stand 1.6.

Ab morgen werden die Grenz- und Gesundheitskontrollen gegenüber Deutschland, Liechtenstein, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn eingestellt, teilte Außenminister Alexander Schallenberg am Mittwoch mit. HIER findet ihr einen ausfürhlichen Bericht.

Für diese Länder gelte die Vor-Corona-Situation - es gebe keine Quarantäne oder Test-Erfordernisse bei der Einreise nach Österreich. Zu Italien bleiben die Beschränkungen bestehen, nächste Woche soll die nächste Evaluierung erfolgen. Man sehe, dass sich die Situation auch in Italien deutlich verbessert habe und einzelne Regionen - wie beispielsweise Südtirol - schon gute Covid-19-Zahlen vorweisen könnten, sagte Schallenberg. Ziel sei eine "Öffnung zu Italien, sobald die Zahlen es zulassen".

(Quelle: APA)

Italien öffnet seine Grenzen für EU-Bürger

Italien will sich wieder für den Tourismus öffnen APA
A man stands at the Swiss-Italian closed border at Grand Saint Bernard pass on June 2, 2020, on the eve of Italy's unilateral reopening of its borders, amid the COVID-19 outbreak, caused by the novel coronavirus. - Italy will reopen to tourists on June 3, 2002 and scrap a 14-day mandatory quarantine period, the government said on May 16, 2020 as it quickened the country's exit from the coronavirus lockdown. (Photo by Fabrice COFFRINI / AFP)

Nach rund drei Monaten mit strengen Corona-Beschränkungen hat Italien seine Grenzen wieder für Urlauber geöffnet. Seit Mittwoch gilt für Menschen aus den anderen 26 EU-Ländern sowie weiteren Staaten wie Großbritannien, Norwegen und der Schweiz wieder die Reisefreiheit. Eine zweiwöchige Quarantäne für Ausländer, die nach Italien reisen, wurde abgeschafft. Auch andere Länder lockern Beschränkungen.

Die Italiener selbst erlangten mit Mittwoch ihre Reisefreiheit zurück. Sie dürfen sich jetzt unbeschränkt im Rahmen der nationalen Grenzen bewegen, was bisher lediglich innerhalb der Heimatregion erlaubt war. Angehörige, die in unterschiedlichen Regionen leben, können einander jetzt wieder treffen. Bisher durfte man die Heimatregion lediglich aus beruflichen oder dringenden gesundheitlichen Gründen verlassen.

Reisen in Italien mit Neuerungen

Die zurückerlangte Reisefreiheit führt zu einigen Neuigkeiten für Reisende in Italien. So wird ab Mittwoch die Temperatur der Passagiere an Bord von Hochgeschwindigkeitszügen gemessen, berichtete Verkehrsministerin Paola De Micheli. Catering an Bord der Züge ist wieder erlaubt, allerdings werden Speisen und Getränke direkt am Platz serviert.

Italien am stärksten vom Coronavirus betroffen

Die wiedererlangte Reisefreiheit verdankt Italien der positiven Entwicklung der epidemiologischen Daten. 55 Todesopfer wurden am Dienstag gemeldet, das ist der niedrigste Stand seit dem 2. März. In sechs der 20 italienischen Regionen und in der vom Coronavirus schwer betroffenen Provinz Bergamo beklagte man keine Todesopfer. In acht Regionen, darunter Trentino Südtirol, gab es keine Neuinfektionen, in sieben weiteren wurden unter zehn Neuinfizierte gemeldet.

Italien ist von der Corona-Pandemie als erstes Land in Europa getroffen worden. Bisher starben seit Februar rund 33.530 Menschen. Mehrere italienische Experten behaupten, dass die Ansteckungsfähigkeit von Covid-19 in den letzten Wochen nachgelassen hat.

Ein halbe Million Italiener nutzt Tracking-App

Über 500.000 Italiener haben indes die Tracking-App "Immuni" kostenlos heruntergeladen. Diese wird ab dem kommenden Montag (8. Juni) in vier Regionen - Ligurien, Marken, Abruzzen und Apulien - aktiv sein. Die Tracking-App soll bei der Ermittlung positiver Fälle helfen, mit der eine Person in Kontakt gekommen ist. Die App hatte viele Diskussionen in Italien ausgelöst. Bedenken gibt es noch in Sachen EU-Datenschutzbestimmungen.

Deutschland hebt weltweite Reisewarnung auf

Die deutsche Bundesregierung will die weltweite Reisewarnung für Touristen ab dem 15. Juni für rund 30 europäische Staaten aufheben, falls die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie es zulässt. Das geht aus einem Eckpunktepapier hervor, das am Mittwoch vom Kabinett beschlossen wurde.

Danach soll die am 17. März für alle rund 200 Länder der Welt pauschal verhängte Warnung vor touristischen Reisen durch individuelle Reisehinweise ersetzt werden. Darin wird dann über die landesspezifischen Risiken informiert.

Aufgehoben werden soll die Reisewarnung für die 26 Partnerländer Deutschlands in der Europäischen Union, das gerade aus der EU ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein. Die endgültige Entscheidung über die Aufhebung traf das Kabinett noch nicht. Sie soll zu einem noch unbestimmten Zeitpunkt in den nächsten beiden Wochen erfolgen.

Einreiseverbot in Norwegen bis 20. August

Die norwegische Regierung erwägt, das bestehende Einreiseverbot bis zum 20. August aufrecht zu erhalten. Am Freitag gab die Regierung in Oslo allerdings bekannt, dass zumindest Dänen ab dem 15. Juni einreisen können. Es soll nun geprüft werden, ob man die Grenzen für Reisende aus "einzelnen anderen nahe liegenden europäischen Ländern" öffnen kann.

Touristen in Island werden auf Corona getestet

Urlauber auf Island können sich ab dem 15. Juni direkt bei der Einreise auf das Coronavirus testen lassen. Damit biete man internationalen Touristen eine Alternative zur seit April vorgeschriebenen 14-tägigen Quarantäne nach der Ankunft auf der Nordatlantik-Insel, teilte die isländische Regierung am späten Dienstagabend (Ortszeit) mit.

Entsprechende Pläne hatte sie bereits Mitte Mai bekannt gegeben. Island-Reisende können auch mit der Vorlage von Gesundheitsunterlagen am Flughafen nachweisen, coronafrei zu sein. Kinder sind von den Tests ausgenommen.

Island hat das Corona-Aufkommen auf der Insel beinahe zum Erliegen gebracht, Neuinfektionen treten so gut wie keine mehr auf. Derzeit gibt es nur noch zwei aktive Corona-Fälle.

Grenzen zu allen Staaten öffnen, außer Italien

Grenze APA/GEORG HOCHMUTH
Österreich stellt die komplette Reisefreiherit wieder her. Eine Ausnahme bleibt bestehen, Italien.

Österreich stellt nach rund drei Monaten Corona-Beschränkungen wieder vollständige Reisefreiheit zu seinen Nachbarländern mit Ausnahme zu Italien her. Ab dem morgigen Donnerstag werden die Grenz- und Gesundheitskontrollen gegenüber Deutschland, Liechtenstein, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn eingestellt, teilte Außenminister Alexander Schallenberg am Mittwoch mit.

Für diese Länder gelte die Vor-Corona-Situation - es gebe keine Quarantäne oder Test-Erfordernisse bei der Einreise nach Österreich. Zu Italien bleiben die Beschränkungen bestehen, nächste Woche soll die nächste Evaluierung erfolgen. Man sehe, dass sich die Situation auch in Italien deutlich verbessert habe und einzelne Regionen - wie beispielsweise Südtirol - schon gute Covid-19-Zahlen vorweisen könnten, sagte Schallenberg. Den Vorschlag aus Bozen, wonach gegenüber italienischen Regionen geöffnet werden könnte, wolle man daher "sehr ernst nehmen". Ziel sei eine "Öffnung zu Italien, sobald die Zahlen es zulassen".

 

Teil-Öffnung zu Italien eventuelle am 15. Juni

Außenminister Schallenberg betonte, dass die Lockerungen "keine Entscheidung gegen Italien" seien und man "so bald wie irgendwie möglich" auch diese Grenze öffnen wolle. Auch die Schweiz und Slowenien würden noch nicht zu Italien öffnen. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) ergänzte, es sei "nicht ausgeschlossen", dass eine (teilweise) Öffnung zu Italien bereits am 15. Juni erfolgen könne.

In einem Großteil der italienischen Regionen sei die Entwicklung positiv, so die beiden Minister. Auch eine Regionalisierung oder andere Möglichkeiten seien denkbar. Schallenberg sagte, er verstehe es, wenn die Nicht-Entscheidung zu Italien Enttäuschungen hervorrufe. Italien sei ein "sehr enger Freund und bedeutender Nachbar", er werde auch noch am Mittwoch mit seinem italienischen Amtskollegen Luigi Di Maio sprechen. "Der heutige Beschluss ist eine Momentaufnahme."

Reisefreiheit, Pressefoyer nach Ministerrat APA/ROLAND SCHLAGER
Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (G) im Rahmen einer PK nach einer Sitzung des Ministerrates in Wien am Mittwoch, 3. Juni 2020. 

Italien hat Grenzen für Urlauber wieder geöffnet

Italien selbst hat seine Grenzen wieder für Urlauber geöffnet. Seit Mittwoch gilt für Menschen aus den anderen EU-Ländern sowie weiteren Staaten wie Großbritannien, Norwegen und der Schweiz wieder die Reisefreiheit. Eine zweiwöchige Quarantäne für Ausländer, die nach Italien reisen, wurde abgeschafft.

Global besteht Corona-Pandemie weiterhin

In Bezug auf andere Länder mahnte der Außenminister zu Geduld. Schweden, Großbritannien und Spanien seien "schwierige Fälle", bei denen man noch nicht sagen könne, wann eine Öffnung möglich sein wird. In Hinblick auf Nicht-EU-Staaten gebe es den Wunsch, sich in der EU abzustimmen, etwa bei Reisen nach Lateinamerika, Russland, China und in die Subsahara. "Global gesehen stecken wir noch mitten in der Pandemie", dämpfte Schallenberg diesbezüglich die Erwartungen. Daher könne Reisefreiheit in viele Länder voraussichtlich über Monate nicht hergestellt werden.

Hausverstand ist "bester Reieschutz"

Der Außenminister appellierte auch an Hausverstand der österreichischen Reisenden. Dieser wäre "der beste Reiseschutz". Die Reisenden sollten sich insbesondere auch überlegen, wie sie gegebenenfalls wieder zurückkommen würden. Die Bereitschaft im Außenministerium für weitere Rückholaktionen sei "sehr überschaubar".

Auch Anschober betonte, die Pandemie sei noch nicht beendet. Derzeit verschiebe sich der Schwerpunkt u.a. auf Lateinamerika sowie die USA. "Aber auch in Europa ist es nicht vorbei." Man dürfe keine Risiko eingehen und "nur dort Reisetätigkeit durchführen, wo man das Gefühl hat, man ist auf der sicheren Seite".

Aufgerufen am 16.07.2020 um 02:25 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/grenzoeffnung-die-lage-in-oesterreichs-nachbarstaaten-88412917

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