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Großbrand in Wien-Simmering

Feuerursache weiter unklar

Nach dem verheerenden Brand in Wien-Simmering haben die Ermittlungen zur Ursache begonnen. Das Feuer dürfte am Hausdach in der Simmeringer Hauptstraße/Ecke Enkplatz ausgebrochen sein. Die Feuerwehr war am Sonntag zudem damit beschäftigt, das Gebäude vor herabfallenden Teilen zu sichern. Laut Sprecher Gerald Schimpf könnten die ersten Bewohner bereits in das Mehrparteienhaus wieder zurück kehren.

Die Einsatzkräfte haben nicht nur das Dach von losen Teilen befreit, es wurde auch ein Schutzgerüst errichtet, damit niemand beim Rein- und Rausgehen von herabfallenden Trümmern verletzt wird, sagte Schimpf. Damit kann vorübergehend den Bewohnern Zutritt gewährt werden, damit sie sich persönliche Sachen holen können. Der Sprecher geht allerdings davon aus, dass bereits am Sonntag die ersten Bewohner in dem vom Feuer nicht so stark betroffenen Hausteil zurückkehren können.

Rauchsäule in Wien kilometerweit zu sehen

Der Regen Samstagabend in Wien hat den Löscharbeiten nicht geholfen, sondern diese eher behindert. Aufgrund des aufkommenden Windes war der Einsatz am Dach nicht gerade einfach, berichtete Schimpf. "Brand aus" wurde gegen 21.45 Uhr gegeben. Die Ursache für das Feuer ist weiterhin unklar. Die Brandgruppe des Landeskriminalamtes hatte mit ihren Ermittlungen begonnen.

Der Brand im Dachgeschoß des Komplexes Simmeringer Hauptstraße - Enkplatz - Sedlitzkygasse wurde gegen 10.00 Uhr entdeckt. Das Feuer breitete sich rasch aus und entwickelte sich zu einem Großbrand. Binnen weniger Stunden war der gesamte Hausdachbereich in Flammen, was zu dessen teilweisen Einsturz führte. Die Rauchsäule war kilometerweit in Wien zu sehen.

Wiener Feuerwehr mit 200 Mann im Einsatz

Die Wiener Feuerwehr kämpfte mit knapp 200 Mann - auch Einheiten aus Niederösterreich waren im Einsatz - gegen den Brand. Die Löschbereitschaften versuchten, mit zwei Drehleitern und zwei Teleskopmastbühnen über das Dach den Flammen Herr zu werden. Während sie im Bereich Simmeringer Hauptstraße/Enkplatz das Feuer allmählich unter Kontrolle bekamen, wurde die Situation im Laufe des Nachmittags im Gebäudeteil Enkplatz/Sedlitzkygasse immer prekärer. Am frühen Abend hatten die Feuerwehrleute in der Nähe des Nachbarhauses in der Sedlitzkygasse eine sogenannte Riegelstellung errichtet, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern. Gegen 20.00 Uhr war das Feuer unter Kontrolle.

Das Haus sowie der Bereich rund um den Enkplatz wurden evakuiert. "Bitte meiden Sie das Gebiet", schrieb die Wiener Polizei über Twitter, die mit 50 Beamten den Einsatz unterstützte. Dennoch hatten sich am Einsatzort, der zwischen Kopalgasse und Grillgasse großflächig abgesperrt war, zahlreiche Schaulustige eingefunden. Fünf Menschen wurden mit Verdacht auf eine leichte Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Bei den Verletzten handelte es sich um eine 87-jährige Frau sowie um eine vierköpfige Familie.

Die Wiener Berufsrettung war ebenfalls mit einem Großaufgebot in Simmering und bekam Unterstützung von den Rettungsgemeinschaften des Arbeiter Samariter Bundes, des Roten Kreuzes, der Johanniter Unfall Hilfe und des Malteser Hospitaldienstes. Von der Polizei waren die Bereitschafteinheit, die Ordnungsdiensteinheit, die Landesverkehrsabteilung sowie Beamte aus den Bezirken Favoriten, Simmering und Landstraße sowie ein Hubschrauber im Einsatz.

Straße für Verkehr weiter gesperrt

Auch am Sonntag blieb laut Polizei der Einsatzbereich zwischen der Grillgasse und der Kopalgasse für den gesamten Verkehr gesperrt. Der Betrieb der Straßenbahnlinie 71 blieb ebenfalls laut Wiener Linien lokal eingestellt. Die Bim fuhr weiterhin nur zwischen Börse und St. Marx sowie zwischen Grillgasse, Enkplatz und Zentralfriedhof 3. Tor.

Bei dem Gebäude handelt es sich um ein vierstöckiges Wohnhaus, in dem 190 Wohneinheiten untergebracht sind. 370 Menschen sind dort gemeldet. Im Erdgeschoß befinden sich auch Geschäfte, wie etwa eine Blumenhandlung.

Erst Freitagabend hatte die Feuerwehr einen Großeinsatz in Wien, nachdem in einem Hotel in der Leopoldstadt im Keller ein Brand ausgebrochen war.

(APA)

(Quelle: APA)

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