Jetzt Live
Startseite Österreich
Wirtshaus und Reisen

Brauche ich im Herbst einen gültigen Grünen Pass?

Salzburgs Corona-Manager über Zutrittsregelungen

symb_grüner_pass APA/PAUL KERRY
Der Grüne Pass wird für den Eintritt zu Veranstaltungen und Gastronomie-Betrieben wohl nicht mehr relevant sein. (SYMBOLBILD)

Noch vor einem Jahr war ein gültiger Grüner Pass erforderlich, um etwa ein Gasthaus betreten zu können oder mit dem Zug zu reisen. Bei fast der Hälfte aller Salzburger:innen ist er aktuell allerdings ungültig. Ob das im Herbst Konsequenzen haben wird, erklärt Salzburgs Corona-Manager Oberst Peter Schinnerl.

Beim Blick auf den Grünen Pass leuchtet bei 45 Prozent der Salzburger:innen ein rotes Licht auf. Das bedeutet, dass diese Personen nicht ausreichend gegen das Coronavirus immunisiert sind, ihr Impfzertifikat abgelaufen ist, oder sie ungeimpft ist. Das bestätigt Salzburgs Corona-Manager Peter Schinnerl gegenüber SALZBURG24. 55 Prozent der Gruppe über fünf Jahren seien aktuell jedoch ausreichend immunisiert. Ihr Grüner Pass ist gültig und leuchtet in seiner namensgebenden Farbe.

 

Ist ein Grüner Pass notwendig?

Aus den Augen aus dem Sinn. Dieses Sprichwort passt wohl sehr gut, wenn es um den Grünen Pass geht. Denn der hat im Frühjahr seine Notwendigkeit verloren, wurde beim Eintritt zu Veranstaltungen, Gastronomiebetrieben oder beim Reisen nicht mehr kontrolliert. So waren wohl auch viele beim neuerlichen Blick darauf überrascht, dass er nicht mehr gültig ist. Stellt sich die Frage: Brauche ich den Grünen Pass überhaupt noch?

 

„Nein“, meint Schinnerl gegenüber SALZBURG24. Zumindest aus aktueller Sicht auf das Infektionsgeschehen in Österreich. „Es gibt derzeit keine Überlegungen noch Erfordernisse, wieder Zutrittsregelungen einzuführen“, erklärt der scheidende Covid-Manager des Landes. Nachsatz: „So lange wir uns im Szenario 2 des Stufenplans befinden.“

Coronavirus hat seinen Schrecken verloren

So lange wir es mit der Omikron-Variante zu tun hätten, könnte man damit gut umgehen. Zutrittsbeschränkungen wären erst wieder im Szenario 3 schlagend werden. Das wäre, wenn eine neue Variante auftauchen würde, die gleich ansteckend, dabei pathogener ist und gegen die Impfstoffe keine Wirkung zeigen. Dieser Tage werden 751.680 Dosen des auf die Varianten BA.4 und BA.5 angepassten Impfstoffs von BioNTech/Pfizer an die Bundesländer verteilt.

Indes hat das Nationale Impfgremium (NIG) seine Anwendungsempfehlungen für Covid-19-Impfungen aktualisiert. Dreimal geimpfte Personen, die zusätzlich eine Omikron-Infektion (BA.1, BA.2 oder BA.4, BA.5) durchgemacht haben, zeigen eine gute Boosterantwort und Immunität gegen BA.4/BA.515; 16; 17; 18, heißt es. Vor allem die Unter-60-Jährigen können unter solchen Voraussetzungen die Auffrischung vorerst aufschieben.

 

Genesung hilft wenig bei Covid-19

Bis zu sechs Monate nach der Infektion sei durch den "Booster" für diese Gruppe keine Verbesserung des Immunschutzes zu erwarten "und damit kann die 4. Impfung entsprechend verschoben werden", so die Experten. Respiratorische Infektionen hinterlassen aber keine dauerhafte systemische Immunität. "So benötigen Personen ab fünf Jahren jedenfalls für eine breite und gut ausgeprägte Immunitätslage in Hinblick auf SARS-CoV-2 eine Grundimmunisierung bestehend aus drei Impfungen (Schema 2+1), unabhängig von durchgemachten Infektionen", wird weiterhin betont.

Immunität in der Bevölkerung erreicht

Zur jährlichen Auffrischung rät auch Schinnerl. Besonders im Hinblick auf den Herbst, wo er eine weitere Infektions-Welle erwartet. „Wir sehen aufgrund der starken Frühlings-Welle eine gewisse Immunität in der Bevölkerung. Wie schnell diese absinkt, zeigt, wie stark die Herbstwelle wird“, erklärt der Oberst. Er gehe aber nicht davon aus, dass es schlimmer wird als im Frühjahr. Und somit sollte es auch zu weniger krankheitsbedingten Ausfällen in den Salzburger Betrieben kommen.

 

Menschen lernen, mit Corona zu leben

Zudem legt Schinnerl auch große Hoffnung in die Selbstverantwortung der Salzburger Bevölkerung. „Wer sich krank fühlt, macht einen Schnelltest und bleibt zuhause. Ich habe ein gutes Gefühl, dass die Menschen lernen, mit dem Coronavirus umzugehen.“ Daher habe er auch keine Bedenken, wenn größere Menschenmengen bei Events wie etwa dem Rupertikirtag zusammenkommen.

 

Salzburger Impfstationen können hochgefahren werden

Sollte die Corona-Welle im Herbst widererwartend doch heftiger ausfallen, würde das Corona-Management des Landes die bestehenden Impfangebote hochfahren. „Wir können die Betriebszeiten der Stationen je nach Bedarf verstärken. Derzeit kommen aber nur wenige“, schildert Schinnerl, der bald mit der Einschulung seines Nachfolgers beginnen wird. Er selbst wird sich – wie geplant – mit Jahreswechsel wieder dem Militär zuwenden. Seine Agenden übernimmt dann Landeshauptmann Wilfried Haslauers (ÖVP) langjähriger Büroleiter Michael Unterberger, der den Grünen Pass dann hoffentlich nicht mehr „scharf“ machen muss.

(Quelle: SALZBURG24/APA)

Aufgerufen am 29.09.2022 um 05:25 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/gruener-pass-wird-es-im-herbst-zutrittsregelungen-geben-127323934

Kommentare

HansMaulwurf

Da kann kommen was will, intressieren wirds keinen mehr. Dann geh ich halt wieder nicht mehr ins Wirtshaus, gehe jetzt auch schon so gut wie gar nicht mehr im Gegensatz vor Corona. Da bleibt mir mein Geld wenigstens.

Mani

Der Grüne Pass ist schon gelöscht und wird nie wieder installiert!

Kommentare anzeigen K Kommentare ausblenden Esc Teile uns deine Meinung mit.

Mehr zum Thema