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Angriffe im digitalen Raum

So wehrst du dich gegen Hass im Netz

Betroffene haben Anspruch auf Prozessbegleitung

Hass im Netz APA/HELMUT FOHRINGER
Hass im Netz kann Betroffene psychisch belasten. (SYMBOLBILD)

Fiese Kommentare, bloßstellende Bilder, Morddrohungen: In den sozialen Medien zeigen sich User:innen oft nicht von ihrer besten Seite. Wie du dich gegen Anfeindungen im digitalen Raum wehren kannst, erfährst du hier.

Hass im Netz erlebt in Österreich derzeit ein Rekordhoch, wie aktuelle Zahlen von BanHate zeigen. Über 2.800 strafrechtlich relevante Hasskommentare wurden im vergangenen Jahr alleine über die App des Vereins gemeldet. Für Betroffene haben die Anfeindungen im digitalen Raum oft "massive psychische und soziale negative Auswirkungen", erklärt Amina El-Gamal von der Beratungsstelle Gegen Hass im Netz heute gegenüber SALZBURG24.

 

Vielfältige Online-Attacken

Die Online-Angriffe können dabei ganz unterschiedlich aussehen. Sie reichen von Beleidigungen über Diffamierungen bis hin zu Mord- und Vergewaltigungsdrohungen. Die Attacken können sich gegen einzelne Personen, aber auch ganze Gruppen richten und beziehen sich oft auf Hautfarbe, Sexualität, Religion oder Geschlecht des Opfers. Auch Cybermobbing und Cyberstalking fallen darunter, informiert die Expertin.

symb_gewalt symb_streit PIXABAY
(SYMBOLBILD)

Wo Gewaltopfer nun Unterstützung finden

Menschen, die Opfer von Gewalt oder Hass im Netz geworden sind, werden ab heute vom Justizministerium über die – bisher eher zurückhaltend genutzte – Möglichkeit der kostenfreien psychosozialen und …

Was Betroffene tun können

Nicht alles davon ist strafbar. Aber wenn dich jemand online beleidigt, dir droht oder bewusst falsche Behauptungen über dich verbreitet, kannst du das anzeigen. Dasselbe gilt, wenn dich jemand über einen längeren Zeitraum hinweg online bloßstellt oder dich mit Privatnachrichten oder Anrufen belästigt, obwohl du deutlich gemacht hast, dass du keinen Kontakt möchtest.

Landet dein Fall vor Gericht, musst du das nicht alleine durchstehen. Betroffene haben Anspruch auf psychosoziale Prozessbegleitung.

Hier kannst du Hass im Netz melden:

 

Plattformen für Entfernung zuständig

Seit in Kraft treten des neuen Kommunikationsplattformen-Gesetzes im April vergangenen Jahres müssen Plattformbetreiber außerdem strafrechtlich relevante Inhalte innerhalb von 24 Stunden entfernen. Wenn eine genauere Überprüfung nötig ist, muss die Löschung innerhalb einer Woche erfolgen. Hasskommentare oder bloßstellende Bilder können also auch direkt beim Seitenbetreiber gemeldet werden.

PDF: Jahresbericht 2021 der Beratungsstelle Gegen Hass im Netz

Hasskommentare kontern

Auch wenn du rechtlich nicht gegen einen Angriff vorgehen kannst, sind dir aber nicht die Hände gebunden. "Es steht zumindest das Mittel der Gegenrede zur Verfügung", so El-Gamal. Du kannst dich also aktiv gegen die Hasskommentare wehren. Bei der Suche nach dem passenden Konter hilft dir schnellerkonter.at. Die Plattform hält Antworten auf die gängigsten Anfeindungen parat.

Suchergebnisse löschen lassen

Wurden Bilder oder personenbezogene Daten von dir veröffentlicht, kannst du beim Seitenbetreiber eine Löschung beantragen. Klappt das nicht, besteht immerhin die Möglichkeit, den betreffenden Link aus den Ergebnissen der Suchmaschinen zu entfernen. Bei Google, Yahoo und Bing geht das mit einem Online-Formular.

Hier geht es zu den Formularen:

Aber: "Es ist nicht die Verantwortung von Betroffenen, etwas gegen Hass im Netz zu tun", betont El-Gamal. Oft werde Opfern geraten, nicht mehr online zu gehen. Das sei aber in demokratiepolitischer Hinsicht problematisch. Denn häufig würden sich Angriffe gegen explizite Gruppen richten mit dem Ziel, ihre Ansichten in öffentlichen Debatten weniger sichtbar zu machen.

Diese Einrichtungen beraten bei Hass im Netz

Unabhängig davon, ob du die Angriffe gegen dich zur Anzeige bringen kannst bzw. möchtest oder einfach nur ein offenes Ohr brauchst, stehen dir in Österreich mehrere Einrichtungen beratend zur Seite:

Weil die Beratungs- und Meldemöglichkeiten für Hass im Netz in Österreich noch eher zurückhaltend genutzt werden, startete das Justizministerium jetzt zudem eine Info-Kampagne. Egal, ob bei legalen oder illegalen Formen vom Hass im Netz: Du musst also auf keinen Fall mit der Situation alleine bleiben.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 03.10.2022 um 09:54 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/hass-im-netz-so-kannst-du-dich-wehren-125509081

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