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Heftige Unwetter fordern Einsatzkräfte

Überschwemmungen und Feuer durch Blitzschlag

Heftige Unwetter haben am Donnerstag in vielen Teilen Österreichs zu Überschwemmungen und Einsätzen der Feuerwehr geführt.

Heftige Unwetter und Sturmböen sind am frühen Donnerstagabend über Teile der Steiermark gezogen und haben einige Schäden angerichtet. Besonders betroffen waren die Bezirke Murtal, Murau, Graz-Umgebung, Hartberg-Fürstenfeld sowie die Landeshauptstadt Graz. Laut Landesfeuerwehrverband waren über 120 Einsätze von mehreren hundert Einsatzkräften zu bewältigen.

Überwiegend waren die Feuerwehrleute mit dem Beseitigen von Baumteilen, die abzubrechen drohten, abgedeckten Dächern und überfluteten Kellern beschäftigt. Teilweise kam es auch zu Bränden, nachdem Bäume auf Stromleitungen gefallen waren.

Bäche treten in der Steiermark über die Ufer

Im Raum Fohnsdorf kamen die Hilferufe laut Leitzentrale im Minutentakt, manche Keller standen bis zu 60 Zentimeter unter Wasser. Weiters galt es, verstopften Kanäle frei zu bekommen, mit Motorkettensägen wurde umgestürzte Bäume zerteilt und aus dem Weg geräumt.

Im Bereich Knittelfeld-Judenburg trat in Sachendorf ein Bach über die Ufer und verlegte dabei die L515 mit dutzenden Kubikmetern an Schlamm und Geröll. Mit Schaufeln und Krampen ausgerüstet, konnten die Helfer die Wassermassen von einem Einfamilienhaus wegleiten, so Einsatzleiter Andreas Hopf. Die Aufräumungsarbeiten dauerten bis in die späten Abendstunden. Nur wenige Kilometer weiter musste die Feuerwehr Knittelfeld ebenfalls zu Auspumparbeiten ausrücken. Hier stand eine Eisenbahnunterführung im Ortszentrum unter rund zwei Meter unter Wasser.

Nur punktuelle, aber heftige Gewitter in Oberösterreich

In Oberösterreich haben sich ab Donnerstagnachmittag zwar nur punktuell Hitzegewitter entladen, aber an jenen Orten umso heftiger. Besonders stark regnete und hagelte es im Bereich Vöcklabruck, in Attnang-Puchheim, in der Region Inzersdorf im Kremstal sowie im Norden des Bezirkes Freistadt. Insgesamt waren in dem Bundesland 65 Feuerwehren mit knapp 1.000 Männern und Frauen im Einsatz.

Bei den 125 Einsätzen mussten in erster Linie überflutete Keller und Tiefgaragen ausgepumpt und von Vermurungen blockierte Straßen freigeräumt werden, informierte Wolfgang Reisinger vom Landesfeuerwehrkommando. Windböen bis zu 110 km/h ließen zudem Bäume umknicken. Personen seien jedoch nicht zu Schaden gekommen.

Heftige Regengüsse mit Hagel

Im Bezirk Leoben waren die heftigen Regengüsse mit Hagel zwar nur sehr kurz, dennoch mussten die Wehren vor allem im Liesingtal und in Eisenerz zu zahlreichen Schadensbehebungen ausrücken. Einige Gehöfte waren abgeschnitten, da die Zufahrtsstraßen von Muren verlegt oder einfach weggerissen worden waren.

In Thal westlich von Graz schlug gegen 18.30 Uhr während heftiger Gewitterregen ein Blitz in ein Mehrfamilienhaus ein, der Dachstuhl geriet in Brand. Die vier Bewohner waren durch den Knall und den Brandgeruch aufgeschreckt worden und konnten das Haus unverletzt verlassen. Die Freiwilligen Feuerwehren Steinberg-Rohrbach, Berndorf und St. Oswald bei Plankenwarth sowie eine Betriebsfeuerwehr standen mit insgesamt sechs Fahrzeugen und 60 Kräften im Löscheinsatz.

In Graz gingen Kanäle über, die die Wassermassen der Niederschläge nicht mehr fassen konnten. Auch standen etliche Keller unter Wasser, die Berufsfeuerwehr war gefordert. Hagel zerschlug den Bewuchs in Gärten und Parkanlagen sowie in landwirtschaftlichen Kulturen.

42 Unwetter-Einsätze in Kärnten

Die Kärntner Feuerwehren sind am Donnerstagabend zu insgesamt 42 Unwetter-Einsätzen ausgerückt. Wie die Landesalarm- und Warnzentrale (LAWZ) auf APA-Anfrage mitteilte, zog das Unwetter über Mittelkärnten - betroffen waren das Metnitztal, der Raum Friesach, St. Veit an der Glan und ein Teil von Völkermarkt. Schwerpunkt waren überflutete Keller und verlegte Straßen.

Die Freiwillige Feuerwehr Metnitz (Bezirk St. Veit an der Glan) musste außerdem zu grenzübergreifenden Einsätzen in die Steiermark ausrücken: In Auen und Laßnitz (Gemeinde Murau) wurden Landesstraßen an mehreren Stellen überflutet beziehungsweise unterspült, außerdem mussten mehrere Keller ausgepumpt werden.

Wiener Berufsfeuerwehr im Dauereinsatz

Die Wiener Berufsfeuerwehr stand seit 17.30 Uhr im Dauereinsatz und hatte seit dieser Zeit rund 100 Einsätze wegen des Starkregens zu absolvieren. Seit 18.00 Uhr herrschte erhöhte Alarmbereitschaft.

Die Einsätze erfolgten wegen umgestürzter Bäume, abgebrochene Äste, überflutete Keller oder Wassereintritte in Wohnungen, teilte Lukas Schauer, Sprecher der Berufsfeuerwehr, der APA mit. Informationen über zu Schaden gekommene Menschen gab es zunächst nicht.

Blitzschlag löste Brand in Wohnhaus im Südburgenland aus

Blitzschlag hat am Donnerstagabend einen Wohnhausbrand in Olbendorf (Bezirk Güssing) im Südburgenland ausgelöst. Während eines heftigen Gewitters bemerkte die Hausbesitzerin gegen 20.00 Uhr Rauch im Bereich eines Dachfensters und verständigte per Notruf die Feuerwehr, berichtete die Polizei am Freitag. Nach etwa eineinhalb Stunden hieß es "Brand aus", es gab keine Verletzten.

Bei den Löscharbeiten waren die Feuerwehren Olbendorf, Oberdorf und Oberwart mit insgesamt zehn Fahrzeugen und 58 Feuerwehrmitgliedern im Einsatz. Nach dem Abschluss der Löscharbeiten wurde mit Hilfe einer Wärmebildkamera festgestellt, dass sich keine Glutnester mehr im Gebäude befinden. Die Höhe des bei dem Brand entstandenen Sachschadens war vorerst nicht bekannt.

Unwetter beschäftigten Donnerstagabend auch die Feuerwehren in Rudersdorf (Bezirk Jennersdorf) und Winden am See (Bezirk Neusiedl am See). Nach Angaben der Landessicherheitszentrale gab es in beiden Gemeinden insgesamt neun Einsätze.

(Quelle: APA)

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