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Höhere Mineralölsteuer für weniger CO2-Emissionen

Nur teurer Treibstoff hält von Autofahrten ab Salzburg24
Nur teurer Treibstoff hält von Autofahrten ab

Eine höhere Mineralölsteuer würde die Treibhausgasemissionen aus dem Straßenverkehr stärker verringern als flächendeckendes Roadpricing für Pkw oder eine vom Spritverbrauch abhängige Kaufsteuer. Das zeigen Berechnungen des Verkehrsexperten Reinhard Hössinger von der Uni für Bodenkultur, die er beim "15. Österreichischen Klimatag" vorstellt, der von Mittwoch bis Freitag in Innsbruck stattfindet.

Ist der Treibstoff sehr teuer, überlegt man sich einerseits den Kauf eines Spritfressers sehr gut. Zudem würde man bei jeder Fahrt abwägen, ob man sie tatsächlich mit dem Auto zurücklegen will, so Hössinger, der am Institut für Verkehrswesen der Universität für Bodenkultur (Boku) in Wien forscht.

Roadpricing für Pkw und Lkw auf dem gesamten Straßennetz reduziert laut den Modellen zwar die gefahrenen Kilometer, bietet aber keine Anreize ein spritsparendes Auto zu kaufen, sagte er. Damit würde zwar die Mobilität der Menschen eingeschränkt, aber der Umwelt sei mit Roadpricing weniger gedient als durch eine Erhöhung der Mineralölsteuer.

Genau das Gegenteil würde eine stark nach dem Durchschnittsverbrauch aufgefächerte Kaufsteuer bewirken, erklärte Hössinger. Wenn ein Steuerbonus verbrauchsarme Autos günstiger macht und hohe Steuern die Treibstofffresser verteuern, wäre der Druck groß, dass extrem sparsame Autos entwickelt und gekauft werden. Doch das Verkehrsaufkommen würde dann vermutlich steigen, weil Fahrten mit solchen Autos die Geldbörse kaum belasten.

"Für die Umwelt ist aber durch Anreize für verbrauchsärmere Autos mit einer Kaufsteuer schon sehr viel gewonnen, auch wenn die Leute dann nicht weniger fahren", sagte er. Man könnte die drei finanzpolitischen Instrumente freilich kombinieren, allerdings müssten die einzelnen Maßnahmen "spürbar" sein, damit sie etwas bewirken, meint der Mobilitätsverhaltensforscher.

Beim "Österreichischen Klimatag 2014" vom 2. bis 4. April in Innsbruck werden Experten unter anderem Möglichkeiten diskutieren, wie man den Klimawandel verlangsamen könnte, und berichten, welche Auswirkungen der globalen Erwärmung bereits zu beobachten und in Zukunft zu erwarten sind.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 02.03.2021 um 12:34 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/hoehere-mineraloelsteuer-fuer-weniger-co2-emissionen-45036748

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