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Hunde beim Bundesheer

So läuft die Ausbildung der Militärhunde ab

Militär, Diensthund, Schäferhund, SB APA/dpa/Boris Roessler
Aufgabe der Jagdkommando-Schäferhunde ist es, Angreifer unschädlich zu machen. (SYMBOLBILD)

Die beiden Belgischen Schäferhunde, die in der Nacht auf Donnerstag einen Jagdkommando-Soldaten in der Flugfeld-Kaserne in Wiener Neustadt getötet haben, waren klassische Zugriffshunde. "Ihre Aufgabe ist es, den Angreifer unschädlich zu machen", erläuterte Bundesheersprecher Michael Bauer im Gespräch mit der APA.

Die Tiere des Jagdkommandos sind so ausgebildet, dass sie beispielsweise bei der Erstürmung eines Hauses den Feind ausschalten. "Läuft der Angreifer davon, stellt ihn der Hund. Wenn sich der Angreifer nicht mehr wehrt, hört der Hund auf", sagte Bauer. Dass die Diensthunde Soldaten attackiert haben, kam bisher nicht vor. "Es ist noch niemand gröber verletzt worden", sagte Bauer.

Bundesheer seit 1964 mit Militärhunden

Seit dem Jahr 1964 gibt es beim Bundesheer Militärhunde. Aktuell sind es 70 Diensthunde. Sie alle werden im Militärhundezentrum des Österreichischen Bundesheeres in Kaisersteinbruch ausgebildet. Bisher wurden so 1.800 Rottweiler gezüchtet und trainiert, damit ist es die größte Rottweilerzucht der Welt. Diese Hunderasse bildet etwa 90 Prozent des Gesamthundebestandes des Heeres. Darüber hinaus werden auch deutsche und belgische Schäferhunde sowie Labradorhunde und Jagdhunde ausgebildet. Die Tiere werden für Aufgaben im In- und Ausland eingesetzt.

Alle im Dienst befindlichen Hunde werden einmal jährlich durch Mitarbeiter der Hundestaffel, einen Veterinärmediziner und einen für militärische Sicherheit zuständigen Offizier überprüft. Dabei wird die Einsatzbereitschaft und der Gesundheitszustand des Tiers beurteilt, aber auch die Kenntnisse des Hundeführers im Wach- and Sicherungsdienst.

Welpen bereits ab fünfter Lebenswoche in Ausbildung

Unter Ausnutzung der Prägungsphasen werden die Welpen bereits ab der fünften Lebenswoche durch eigenes Personal spielerisch auf ihre künftigen Aufgaben vorbereitet. Die umfangreiche Palette beinhaltet das Kennenlernen ihres Umfeldes und verschiedener Umwelteinflüsse sowie die Sozialisierung mit anderen Hunden und Menschen. Mit etwa 15 Monaten beginnt die eigentliche Ausbildung, welche in Kursform und vom Hundeführer selbst, unter Aufsicht and Anleitung des Ausbildungspersonals, durchgeführt wird.

Besondere Schulungen für Hundeführer beim Bundesheer

Neben der Ausbildung der Hunde wird auch der Schulung des Hundeführers große Bedeutung beigemessen. Bevor ein künftiger Hundeführer mit der Ausbildung beginnen darf, hat er eine 14-tägige Überprüfung über sich ergehen zu lassen. Hier durchläuft er mehrere Stationen, die ihn in die Fütterung, Pflege und Ausbildungsgrundlagen eines Hundes einweisen.

Darüber hinaus wird er über 24 Stunden unter Schlafentzug und starker körperlicher Belastung vom Heerespsychologischen Dienst auf seine physische und psychische Belastbarkeit überprüft. Ein Abschlusstest über das Erlernte komplettiert das Programm und entscheidet über die Zulassung zur Teilnahme am Militärhundeführer-Lehrgang.

(Quelle: APA)

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