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Schwere Konsequenzen

Droht Jobverlust bei Corona-Infektion im Urlaub?

Arbeitsrechtler raten zu Vorsicht bei Auslandsreisen

Urlaubsreisen ins Ausland können Konsequenzen haben
Kehrt ein Arbeitnehmer aus einem Corona-Risikogebiet zurück oder besteht der Verdacht, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert hat, muss der Arbeitgeber ihn vom Dienst freistellen, wenn Home Office nicht möglich ist

Österreicher dürfen jetzt wieder in viele Länder weitgehend unbeschränkt reisen, solche Auslandsreisen können aber arbeitsrechtliche Folgen haben. Denn wer sich im Auslandsurlaub mit dem Coronavirus infiziert und deswegen nicht arbeiten kann, verliert möglicherweise seinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung und im schlimmsten Fall seinen Job, warnen Arbeitsrechtsexperten laut "Kurier" und "Presse".

Das Außenministerium sieht für 31 europäische Länder, darunter alle Nachbarländer Österreichs, ein "hohes Sicherheitsrisiko", explizite Reisewarnungen gibt es in Europa für Großbritannien, Schweden, Spanien, Portugal, die Türkei, Russland, die Ukraine, Weißrussland und die Lombardei (Italien). Außerhalb Europas gibt es Reisewarnungen etwa für die USA und Brasilien.

Was passiert bei Corona-Infektion im Urlaub?

Kehrt ein Arbeitnehmer aus einem Corona-Risikogebiet zurück oder besteht aus anderen Gründen der Verdacht, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert hat, muss der Arbeitgeber ihn vom Dienst freistellen, wenn Home Office nicht möglich ist, erklärte Birgit Vogt-Majarek, Partnerin bei SMS Rechtsanwälte, laut "Presse". Es drohe dann der Verlust des Anspruchs auf Entgeltfortzahlung oder gar der Jobverlust. Reisen in Gebiete, für die es eine Reisewarnung gebe, würden als grob fahrlässig eingestuft und es seien dann sogar Schadenersatzansprüche seitens des Arbeitgebers denkbar, warnte Vogt-Majarek.

Reisen ins Risikogebiet: Jobverlust droht

"Generell unterliegt der Arbeitnehmer gegenüber seinem Dienstgeber einer Treuepflicht", sagte Elias Felten, Vorstand des Instituts für Arbeits- und Sozialrecht an der Universität Linz, zum "Kurier". Seiner Einschätzung nach ist man als Arbeitnehmer jedoch rechtlich auf der sicheren Seite, solange man in Länder reist, für die es keine Reisewarnung gibt. Wenn man sich dort im Urlaub mit Corona ansteckt, dann ist man ab dem dritten Tag der Erkrankung im Krankenstand.

Muss der Arbeitnehmer nur in Quarantäne, dann gilt laut Felten die Rechtsmeinung, dass der Dienstgeber bis zu einer Woche Ausfall weiterhin bezahlen muss. Dies könnte sich Corona-bedingt auf zwei Wochen verlängern. Wer sich jedoch in einem Land infiziert, für das eine Reisewarnung besteht, dem drohen dienstrechtliche Konsequenzen bis hin zu einer Kündigung, warnte auch Felten.

(Quelle: APA)

Flugverkehr in Salzburg startet wieder durch

Flughafen Salzburg FMT-Pictures/FM

Flugreisen ins Ausland waren während des Lockdowns kaum möglich. Für den Salzburg Airport bedeutete das wirtschaftlich schwere Zeiten, an einem Tag ohne Flugverkehr macht dieser ein Minus von 150.000 Euro. Mit den Lockerungen nimmt auch der Reiseverkehr wieder Fahrt auf. Ab Juli heben die Flieger in Richtung beliebter Urlaubsziele ab, erklärt Pressesprecher Alexander Klaus im Gespräch mit SALZBURG24.

Geschlossen war der Salzburger Flughafen auch während des Lockdowns nie, betont Klaus. Allerdings blieb der Flugverkehr schlichtweg aus, weswegen die Betriebszeiten ausgesetzt wurden. Mit den Corona-Lockerungen kommt nun auch wieder Bewegung in den Flugverkehr. Seit 6. Juni gibt es wieder eine Verbindung von Salzburg nach Düsseldorf, ab 21. Juni heben Maschinen wieder nach Hamburg ab.

Flieger starten wieder aus Salzburg

Richtig durchgestartet wird am Airport im Juli. „Dann gibt es wieder Verbindungen nach Frankfurt, London, Palma de Mallorca, Istanbul, Tuzla, Luxemburg, Skopje, Bukarest, Belgrad, Nis, Ordu, Kiew und Larnaka“, berichtet Klaus, der zudem weitere Urlaubsdestinationen ankündigt: „Gegen Ende der Woche werden wir weitere Ziele nennen können. So viel sei gesagt: Es werden sicherlich Klassiker wie Italien, Spanien und Griechenland dabei sein“, verrät der Pressesprecher.

 

Corona-Bestimmungen umgesetzt

Durch die Corona-Bestimmungen hat sich auch das Reisen verändert: „Es gibt am Flughafen strengere Hygienemaßnahmen und stärkere Reinigungszyklen, dazu sind die Covid-19-Regeln visualisiert“, berichtet Klaus. Bei den Check-In-Schaltern gibt es einen Spuckschutz, dazu wurden Bodenmarkierungen angebracht. Im Flugzeug selbst wird die Luft mehrmals über ein Filtersystem gesäubert.

Sicher fliegen ✈️ „Durch COVID-19 herrschte im Luftverkehr für eine lange Zeit beinahe Stillstand – jetzt ist es Zeit...

Gepostet von Salzburg Airport - Flughafen Salzburg am Mittwoch, 17. Juni 2020

Mehr Zeit bräuchten Fluggäste dennoch nicht einzuplanen. „Es ist alles gut organisiert. Allerdings empfiehlt es sich, die Einreise- und Ausreisebestimmungen der jeweiligen Länder noch einmal zu checken“, so der Tipp von Klaus.

Preise fallen nicht in den Keller

Wer hofft, dass die Preise für Flugtickets nach Corona im Keller sind, wird enttäuscht: „Einerseits ist die Nachfrage nicht so gegeben, andererseits gibt es aber weniger Kapazitäten als sonst“, erklärt Kathrin Limpel, Pressesprecherin des Touristikkonzerns Tui, auf SALZBURG24-Nachfrage. „Es wird sich also ein bisschen die Waage halten.“

Es werde aber sicherlich Aktionen geben, um einen Buchungsanreiz zu bieten und den Markt wieder etwas anzukurbeln. Dennoch rechnet man auch bei Tui mit Einbußen für den diesjährigen Sommertourismus. „Von Mitte März bis jetzt gab es natürlich kaum Buchungen. Diese Monate fehlen uns jetzt“, berichtet Limpel. Bis sich der Markt erhole, werde es sicherlich ein, zwei Jahre dauern.

Flughafen-Personal in Kurzarbeit

Auch wenn der Flughafenbetrieb wieder Fahrt aufnimmt, rechnet man beim Salzburg Airport nicht damit, dass die Passagiere ihnen die Türen einrennen werden: „2020 ist für jeden in der Branche ein miserables Jahr. Wir können uns glücklich schätzen, wenn wir 2021 wieder einiges zurückbekommen“, erklärt der Pressesprecher. Um Kosten zu sparen, befindet sich das gesamte Personal auf Kurzarbeit, „es ist gut vorstellbar, dass wir in eine zweite Phase gehen“, so Klaus. Sein Stammpersonal wolle der Flughafen auf alle Fälle halten.

150.000 Euro Minus pro Tag

Denn: Die Corona-Krise hat in der Luftfahrt Spuren hinterlassen. So erlitt der weltweite Flugmarkt im April einen Einbruch von mehr als 90 Prozent und kommt auch aktuell nur schleppend wieder in die Gänge. Die Buchungen lägen zur Zeit noch 82 Prozent unter dem Niveau vor einem Jahr, berichtete der Chefökonom des Dachverbands der Fluggesellschaften (IATA), Brian Pearce, am Dienstag in Genf. Der Verband hatte vergangene Woche einen Nettoverlust der Airlines für 2020 von zusammen 84 Milliarden Dollar (74,65 Mrd. Euro) vorausgesagt.

An einem Tag, wo es keine Landung, keinen Start gibt, macht der Flughafen Salzburg ein Minus von 150.000 Euro. „Wir haben derzeit ja eingeschränkten Verkehr, also ist der Verlust ein bisschen geringer. Aber Covid-19 ist für uns nachhaltig spürbar“, betont der Flughafensprecher.

Flughafen kennt Corona-Bilanz erst 2021

Dazu kommt der Verlust der Strecke Salzburg – Wien, der „natürlich wehtut“, so Klaus. Im Gegenzug konnte man aber auch neue Strecken lancieren. Dazu stimme ihn positiv, dass mit Stadt (25 Prozent) und Land Salzburg (75 Prozent) die Eigentümer hinter dem Flughafen stehen.

Wie viel die Corona-Krise den Salzburg Airport in Summe gekostet hat, ist derzeit noch nicht abzusehen. „Wir wissen erst 2021, wie viel uns Covid-19 gekostet hat. Da werden wir die Endabrechnung machen“, erklärt der Pressesprecher.

Aufgerufen am 09.05.2021 um 03:32 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/im-urlaub-mit-coronavirus-infizieren-jobverlust-droht-89006413

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