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Reaktionen

Freude und Kritik zu Impfstart in der Politik

SPÖ und NEOS appellieren für Teilnahme

Corona-Impfung in Europa ASSOCIATED PRESS
In Österreich hat man am Sonntag mit den Corona-Impfungen begonnen.

Hick-Hack und Kritik seitens ÖVP und FPÖ, Freude und Impfappell seitens NEOS bzw. SPÖ waren am Sonntag die innenpolitischen Beiträge zum Corona-Impfstart in Österreich. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner, von Beruf Epidemiologin, appellierte via Twitter für die Teilnahme an der Immunisierung. NEOS drängten auf einen klaren Impfplan.

"Beim Impfen geht's ums große Ganze. Jeder, der sich gegen #Covid impfen lässt, hilft mit, die Pandemie zu stoppen. Wer sich selbst schützt, schützt auch andere. Jetzt braucht es Gemeinsinn und Überzeugungskraft, Zuhören und Aufklärung", betonte Rendi-Wagner im Kurznachrichtendienst.

NEOS fordern klaren Impfplan

NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker freute sich - in einer Stellungnahme gegenüber der APA - "sehr, dass am Sonntag die ersten Menschen in Österreich die Corona-Impfung erhalten haben". Damit sei ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung der Pandemie gesetzt. Aber jetzt müsse mit einem nachvollziehbaren Impfplan rasch sichergestellt werden, dass auch die breite Masse bis zum Sommer Zugang zur Immunisierung bekommt.

FPÖ: "Ungewisses Impf-Abenteuer"

Für FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl war die Verabreichung der ersten Covid-19-Impfungen hingegen ein "neuer Tiefpunkt". Denn Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) habe "eine Propaganda-Show in Ostblockmanier abgezogen". Zudem seien "hochbetagte Risikopatienten als Statisten für seinen Auftritt als Impf-Propagandist missbraucht" worden. Zudem unterstrich Kickl die Impf-Skepsis der FPÖ: Die Regierung jage "die Österreicher in ein ungewisses Impf-Abenteuer".

Impfung in Salzburg Land Salzburg/Franz Neumayr
Im Bild der ärztliche Leiter der städtischen Senioreneinrichtungen Randolf Messer und Leonhard Hofer. Im Hintergrund von links: Anja Hagenauer, Andrea Sigl und Christian Stöckl.

Salzburg startet mit Corona-Impfung

Das Bundesheer hat am Sonntagvormittag Corona-Impfdosen an das medizinische Personal der Senioren-, Pflege-und Wohnheime in Graz, Salzburg, Mieming (Tirol), Dornbirn und Bregenz übergeben. Somit ist …

Kritik an der Kritik

Seine Kritik an Kritikern bekräftigte am Sonntag ÖVP-Generalsekretär Axel Melchior. Nicht nur dem FPÖ-Klubobmann Kickl, sondern auch dem burgenländischen SPÖ-Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil hielt er in einer Aussendung vor, "zu jener Sorte von Politikern" zu gehören, "die es vorziehen, die Menschen zu verunsichern und die Bevölkerung zu spalten". Doskozil hatte sich vor Weihnachten skeptisch gegenüber der schnellen Zulassung des Impfstoffs gezeigt und die Teilnahme an den sonntäglichen "Show-Impfungen" der Bundesregierung abgelehnt. Im Burgenland wurde am Sonntag in einem Pflegeheim ein symbolischer Impfauftakt gesetzt.

(Quelle: APA)

Erste Corona-Impfungen in Österreich verabreicht

Corona-Impfung in Wien APA/GEORG HOCHMUTH
Die ersten Vakzine wurden in Wien an Risikopatienten verabreicht.

Am Sonntag startet die größte Impfaktion der österreichischen Geschichte. Um 9.00 Uhr waren drei Frauen und zwei Männer über 80 Jahre die ersten, die in Österreich gegen das Coronavirus geimpft wurden.

Den Risikopatienten wurde an der MedUni Wien die erste von zwei Impfdosen verabreicht. Durchgeführt werden die ersten Injektionen von Ursula Wiedermann-Schmidt, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Vakzinologie und Vorsitzende der österreichischen Impfkommission, sowie dem Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer, Thomas Szekeres. Österreich startet mit der Immunisierung zeitgleich mit der EU.

Die allererste Spritze wurde einer Pensionistin verabreicht. "Hat es weh getan?", erkundigte sich die Ärztin. Die 84-Jährige, die zuvor gesagt hatte, sie wolle "ohne Bedenken ihre Kinder, Enkel und Urenkel" wiedersehen, überstand den historischen Moment ebenso stoisch und gefasst wie die folgende Probandin. In den nächsten Tagen könne an der Einstichstelle eine Rötung auftreten, erklärte ihr die Medizinerin, und betonte noch: "Sie können mich jederzeit anrufen."

"Reaktionen erst nach der zweiten Impfung?"

Unter den ersten fünf Menschen, die gegen Covid-19 in Österreich geimpft wurden, war neben zwei Seniorinnen und einem betagten Mann auch zumindest ein Mitglied des Gesundheitspersonals: Der Leiter einer Covid-Station erhielt als fünfter Proband die erste Teilimpfung. Nach ihm folgten weitere Menschen, die sich freiwillig gemeldet hatten. "Die Frau Professor macht das sehr sanft", beruhigte Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres. "War das was?", fragte ein Senior, der den Stich offenbar kaum gespürt hatte. "Die Reaktionen kommen erst nach der zweiten Impfung?", erkundigte er sich bei der Ärztin. Wiedermann-Schmidt klärte über mögliche Reaktionen - Rötungen und Schwellung an der Einstichstelle - auf.

Kurz und Anschober empfangen Freiwillige

Im Nebenraum warteten unterdessen Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) auf die Probanden, die sich dort für einige Minuten ausruhen sollten. "Nach zehn Minuten dürfen Sie aufbrechen?", fragte der Kanzler. "Ein bissl noch" werde es dauern, fügte Anschober hinzu. "Wobei, so fit wie Sie wirken", meinte Kurz in Richtung einer 84-Jährigen. "Alles schon fertig", freute sich der Kanzler mit den ersten geimpften Österreicherinnen und Österreichern.

Sebastian Kurz, Maske, SB APA/GEORG HOCHMUTH

"27. Dezember ein historischer Tag"

"Es ist der 27. Dezember des Jahres 2020 ein historischer Tag", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nach den ersten Impfungen von Menschen in Österreich mit der Covid-Vakzine. Die Impfung sei "…

Hoffen auf weitere Impfstoffzulassungen

Später betonte der Bundeskanzler bei einer Pressekonferenz, dass es sich um einen "historischen Tag und einen Schritt in Richtung Normalität" handelt. Zudem hofft Kurz, dass in nächster Zeit noch mehr Impfstoffe zugelassen werden. Für Anschober ist es noch kein Sieg über die Pandemie, aber der Beginn der Wende. Er betont, dass sich Österreich insgesamt mehr als vier Millionen Impfdosen von Pfizer/Biontech gesichert hat und ist sich sicher, dass ein Großteil der Österreicherinnen und Österreicher die Chance nutzen werde. Dem schließt sich auch Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres an: "Ich hoffe, dass sich die Mehrheit gerne impfen lässt."

Expertin Wiedermann-Schmidt betont: "Wir wissen, dass es immer wieder Mutationen gibt. So wie es aussieht, sind die aber nicht von einer so großen Veränderung, dass der Impfstoff nicht wirken sollte." Sie zeigte sich überzeugt, dass auch die kommenden Impfstoffe gegen diese Mutation wirksam sein werden.

Schutz sieben Tage nach Corona-Impfung

In der MedUni gibt es eine Spezialambulanz für Risikopatienten. Dort hätten sich die fünf Probanden freiwillig gemeldet, erläuterte Wiedermann-Schmidt. Sie alle haben Vorerkrankungen. Der älteste ist 93 Jahre alt. Ein gewisser Schutzeffekt soll laut Hersteller schon sieben Tage nach der ersten Teilimpfung gegeben sein. Zahlreiche weitere Patienten hätten sich ebenso bereits auf eine Liste für die Impfung eintragen lassen.

 

Impfdosen für alle Bundesländer

"Mit der Impfung ist der Anfang für den Sieg gegen die Pandemie eingeleitet", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Alle Bundesländer sollen zeitgleich Impfdosen erhalten.

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