Jetzt Live
Startseite Österreich
Interview mit "La Repubblica"

Anschober verteidigt Impf-Kooperation mit Israel

Gesundheitsminister: "Keine Kritik an EU-Kurs"

SB: Rudi Anschober APA/HANS KLAUS TECHT
Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat in einem Interview mit "La Repubblica" die Impfstoff-Kooperation mit Israel verteidigt. 

In einem Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" betonte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne), dass es sich bei der Impfstoff-Kooperation mit Israel nicht um eine Kritik an dem Vorgehen der EU handle.

"In Pandemie-Zeiten ist es wichtig, zusätzliche Kooperationen auch über die EU hinaus zu entwickeln", so der Gesundheitsminister im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" (Samstagsausgabe).

Anschober steht hinter Zusammenarbeit mit Israel

"Zu Beginn der Pandemie hat es wiederholt internationale Kontakte zu Israel und anderen Staaten auch außerhalb des EU-Raums gegeben. Wir wollen so intensiv wie möglich zusammenarbeiten, auch im Bereich Wissenschaft und Forschung. Die Pandemie kennt keine Grenzen", sagte Anschober.

Corona-Impfpass soll EU-weit geregelt werden

In Sachen "Grüner Impfpass" ist es laut Anschober wichtig, eine europäische Lösung zu finden. Dies sei für Österreich eine "Priorität". Es sei notwendig, dass Europa sich für gemeinsame Standards entschließe. "Wir erwarten uns, dass dieser Pass in ganz Europa gültig ist", erklärte der Minister. Dies sei der beste Weg für die "Rückkehr zu einem normalen Leben".

Gesundheitsminister verteidigt EMA

Anschober begrüßte, dass der Vermarkter des russischen Impfstoffes Sputnik V bei der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) die Zulassung beantragt habe. "Ich denke, dass wir auch in Zukunft die zentrale Rolle der EMA akzeptieren sollten", erklärte der Minister.

symb_Sputnik, Sputnik V, Impfstoff APA/AFP/ALFREDO ESTRELLA
(SYMBOLBILD)

EU-Behörde prüft Sputnik V

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) eröffnet ein schnelles Prüfverfahren für den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V. Die Entscheidung basiere auf Ergebnissen von Laborversuchen und …

Anschober streitet Fehler bei Impfstoff-Beschaffung ab

Bei den Verhandlungen mit den Lieferanten der Impfstoffe habe die EU keine Fehler gemacht. "Das Grundkonzept und die Struktur der europäischen Verträge sind jene, die ursprünglich von Deutschland, Frankreich, Italien und den Niederlanden bestimmt wurden. Nicht nur Europa wurden geringere Impfstoff-Mengen geliefert. Die Lage ist in den meisten anderen Ländern ähnlich", so Anschober.

(Quelle: APA)

Österreich, Israel & Dänemark gründen Stiftung

Österreich, Israel und Dänemark wollen eine gemeinsame Stiftung für Forschung und Entwicklung zur Bekämpfung von Covid-19 gründen. Das gaben die Regierungschefs Sebastian Kurz (ÖVP), Mette Frederiksen und Benjamin Netanyahu am Donnerstag in Jerusalem bekannt.

Die Stiftung soll der Grundstein für eine Kooperation bezüglich der Corona-Impfstoffe sein.

Gemeinsame Impfstoff-Produktion

Die Schwerpunkte der Zusammenarbeit sollen in der Impfstoffproduktion, der Impfstoffforschung und der Entwicklung von Medikamenten liegen. Auf auf Journalisten-Nachfrage wollte sich Netanyahu aber auf keinen konkreten Zeitplan festlegen.

Kurz auf Besuch in Israel

Kurz und Frederiksen waren zu Netanyahu gereist, um die künftige Zusammenarbeit im Impfbereich festzuzurren. Israel gilt als "Impfweltmeister" in der Corona-Pandemie. Allerdings muss das Land selbst die Corona-Impfstoffe aus dem Ausland beziehen.

Kanzler prescht mit "Grünen Pass" vor

Israel hat bereits einen elektronischen Pass eingeführt, der eine Immunisierung gegen Covid-19 bestätigt. Beim EU-Gipfel vergangene Woche hatte es bezüglich eines sogenannten "Grünen Passes" auch innerhalb der Europäischen Union eine Einigung gegeben. Dieses Projekt wird von der österreichischen Bundesregierung stark befürwortet. Am Montag hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mitgeteilt, dass die Kommission bis 17. März einen Entwurf für den "Grünen Pass" vorlegen wird.

Kurz, Neuwahl APA/HELMUT FOHRINGER
Bundeskanzler Sebastian Kurz bei einer Erklärung am Samstag, 18. Mai 2019, nach dem Veröffentlichen des "Ibiza - Videos" in der Causa Strache im Bundeskanzleramt in Wien. 

Kurz bringt Corona-Pass ins Spiel

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) setzt sich für einen eigenen Nachweis für Corona-Geimpfte, Getestete und Genesene ein. Es brauche "einen Grünen Pass für jeden, der geimpft ist, oder gerade Corona …

Entgegen der eher langsam anlaufenden Impfkampagne in der Europäischen Union gilt Israel mittlerweile als "Impfweltmeister": Bereits mehr als die Hälfte der erwachsenen Israelis sind mindestens einmal geimpft. In Israel finden zudem am 23. März erneut Wahlen statt - bereits zum vierten Mal innerhalb von nur zwei Jahren. Netanyahu hofft nach dem Zerbrechen seiner Koalition mit seinem Herausforderer Benny Gantz nach nur wenigen Monaten auf eine Stärkung seiner Likud-Partei an der Wahlurne. Gleichzeitig strebt der Premier danach, in einem derzeit laufenden Korruptionsverfahren nicht verurteilt zu werden.

Aufgerufen am 13.04.2021 um 01:48 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/impfstoff-kooperation-mit-israel-anschober-verteidigt-plaene-100700164

Kommentare

Mehr zum Thema