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Kärnten

Zivilschutzalarm für fünf Gemeinden

Ortschaft von Murenabgang bedroht

Der Zivilschutzalarm ist am Montag für fünf Kärntner Gemeinden vorerst bis 12.00 Uhr ausgerufen bzw. verlängert worden. Betroffen waren Feld am See (Bezirk Villach-Land) sowie im Bezirk Spittal an der Drau die Gemeinden Mallnitz, Obervellach, Reißeck und Berg im Drautal. Eine Zivilschutz-Warnung gab es für zwei weitere Gemeinden, nämlich Baldramsdorf und Flattach.

Auch für die Kärntner Gemeinde Feld am See (Bezirk Villach-Land) ist am Montag Zivilschutzalarm gegeben worden. Eine Mure drohte, vom Mirnock abzugehen, sie könnte die Ortschaft im Gegendtal treffen, sagte Bezirkshauptmann Bernd Riepan zur APAZ. Polizei und Feuerwehr schlugen Alarm, so Riepan, nach einem Erkundungsflug werde man hoffentlich mehr wissen.

Feld am See: Murenabgang droht

Weitere Hotspots im Bezirk waren Finkenstein, wo der Abfluss des Faaker Sees Hochwasser führte, die Ortschaft Müllnern und Treffen am Ossiacher See. In Treffen habe sich die Situation aber etwas beruhigt, erklärte Bezirkshauptmann Riepan.

Zahlreiche Straßen in Kärnten gesperrt

Im Bezirk Spittal an der Drau war die Lage weiter angespannt. In der Nacht auf Montag seien einige Muren abgegangen, sagte Bezirkshauptmann Klaus Brandner. Jetzt, da der Regen aufgehört habe und der Nebel sich lichte, könne man Aufklärungsflüge durchführen. Im Laufe des Vormittags werde er mehr wissen. Laut Polizei wurde die Plöckenpass Straße (B110) in Oberdrauburg von einer Mure verlegt, die Leitschiene wurde weggerissen. Vier Wohnhäuser im Ortsteil Nöreach in Dellach im Drautal mussten wegen Hangrutschungen evakuiert werden. Im Ortsteil Schmelz traf eine Mure ein unbewohntes Haus. Eine Hausmauer stürzte durch den Druck teilweise ein.

Die Mölltal Straße (B106) wurde an mehreren Stellen von Muren getroffen- laut Poizei in Flattnitz, in Obervellach und bei Kolbnitz-Rottau. Auch die Innerfraganter Straße ab Flattach und die Mallnitz Straße (B105) von Obervellach bis Mallnitz waren für den gesamten Verkehr gesperrt. Wegen Murenabgängen und Überschwemmungen mussten mehrere Ortsteile der Gemeinden Flattach, Obervellach, Reißeck und Mallnitz evakuiert werden.

Zwei Verletzte nach Unwetter

Der Zivilschutzalarm in Baldramsdorf, Mallnitz, Obervellach, Berg im Drautal und Flattach blieb zumindest bis Mittag aufrecht, informierte der Kärntner Landespressedienst. Die Bewohner wurden aufgefordert, weiterhin in ihren Häusern zu bleiben. Die Tauernbahn und Zufahrtsstraßen nach Mallnitz blieben gesperrt. Bei Mallnitz drohten auch mehrere Lawinenabgänge. Weitere Probleme in den betroffenen Gebieten waren Hangrutschungen und Überflutungen. Einige Ortschaften waren daher nicht über Straßen erreichbar.

Von Sonntag bis Montag, 7.00 Uhr, wurden in Kärnten 1.022 Feuerwehreinsätze gezählt, davon 162 in der Nacht auf Montag. Bisher wurden zwei Personen verletzt. Ein Stall in Reißeck wurde von einer Mure getroffen, eine Frau, die gerade darin arbeitete, wurde verletzt, außerdem ein Feuerwehrmann in Patergassen während eines Einsatzes. Die Schulen im Bezirk Spittal, das Schulzentrum St. Lorenzen im Lesachtal, die Schulen der Gemeinde Lavamünd sowie in Feld am See bleiben am Montag geschlossen. Im Bezirk Hermagor wurde in der Nacht die Sperre der Gailtal Straße (B111) bei Tröpolach aufgehoben.

Osttirol: Flugwetter am Montag

Nach den intensiven Niederschlägen der vergangenen Tage wird die vorübergehende Wetterbesserung am Montag in Osttirol für zahlreiche Erkundungsflüge genutzt. "Das Wetter dürfte uns heute in die Hände spielen: Es herrscht Flugwetter. Damit nutzen wir den Tag für zahlreiche Erkundungsflüge", sagte Bezirkshauptfrau Olga Reisner. Insgesamt fünf Hubschrauber standen dafür zur Verfügung.

Stromversorgung mittlerweile stabil

Die Stromversorgung in Osttirol ist in der Nacht auf Montag stabil geblieben, es gab keine zusätzlichen Ausfälle. Am Montagvormittag waren jedoch immer noch rund 1.900 Haushalte ohne Strom. 90 Monteure der Tinetz waren in Osttirol im Einsatz. Zudem wurden noch weitere Montagekräfte aus Nordtirol, Salzburg und Oberösterreich angefordert. Der Fokus lag am Montag darauf, die zerstörte 110kV-Leitung zwischen Amlach und Sillian wiederherzustellen.

Nach wie vor mussten in Osttirol noch zahlreiche Straßen gesperrt bleiben, darunter etwa die Felbertauernstraße von Matrei bis Mittersill, die Gailtalstraße, die Virgentalstraße zwischen Virgen und Prägraten, die Defereggentalstraße ab Huben sowie die Villgratentalstraße. Zudem war die Pustertalerstraße auf Südtiroler Seite gesperrt, weshalb Osttirol vorerst nur über Kärnten erreichbar war. Die medizinische Versorgung sei in allen Täler aber sichergestellt, betonte Reisner.

(Quelle: APA)

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