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Kärntner Vater in U-Haft

Baby tot: Anwalt kritisiert Mordanklage

Gericht, SB APA/BARBARA GINDL
Der Anwalt kritisiert Fehler in der Anklageschrift. (SYMBOLBILD)

Nach dem Tod eines Babys im Juli 2018 hat die Staatsanwaltschaft Klagenfurt Anfang Dezember Mordanklage gegen den Vater erhoben. Dagegen will Alexander Todor-Kostic, Verteidiger des Mannes, Einspruch erheben. Das Baby war an schweren Kopfverletzungen gestorben, Todor-Kostic sieht zahlreiche Fehler und Mängel in der Anklageschrift.

"Bei Freunden war der Mann als äußerst verantwortungsbewusster Vater bekannt", betont der Rechtsanwalt. Es habe mehrere Gutachten zur Abklärung der Todesursache gegeben. Offenbar erst aufgrund des letzten Gutachtens sei nun Mordverdacht angenommen worden. Die Expertise hatte ein Kinderchirurg erstellt.

Kärntner Vater schildert Vorfall

Der Vater, er sitzt seit Anfang des Monats in Untersuchungshaft, habe ihm die Ereignisse so geschildert, dass seine sechs Wochen alte Tochter plötzlich Atemprobleme bekommen hätte. Ähnliches sei der Zwillingsschwester eine Woche zuvor bereits passiert. Er habe sofort die Rettung alarmiert, ein Verdacht auf Fremdeinwirkung sei erst Tage später, nach der Obduktion, geäußert worden. Keinem Arzt seien irgendwelche Verletzungen am Körper des Kindes aufgefallen.

Anwalt kritisiert: Mordanklage beruhe auf Vermutungen

Die Anschuldigungen der Anklagebehörde würden ausschließlich auf Indizien und Vermutungen basieren, kritisiert Todor-Kostic. Er werde daher versuchen, das Oberlandesgericht Graz davon zu überzeugen, dass die bisherigen, teilweise auch mit sich in Widerspruch stehenden Beweisergebnisse noch nicht die vom Gesetz für eine Anklage geforderte Verurteilungswahrscheinlichkeit aufweisen, so der Anwalt.

(Quelle: APA)

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