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Kaineder zum Grünen Landessprecher gewählt

Stefan Kaineder ist am Samstag in Linz mit 92,54 Prozent zum neuen Grünen Landessprecher von Oberösterreich gewählt worden. Von 138 abgegebenen Delegiertenstimmen waren vier ungültig und 134 gültig. Von letzteren entfielen 124 auf Kaineder. Der 34-jährige Landtagsabgeordnete ist seit Februar auch stellvertretender Bundessprecher. Er folgt Maria Buchmayr nach.

Sie habe sich entschieden, nach sechs Jahren die Verantwortung in neue Hände zu legen "und damit auch neue Wege zuzulassen", sagte die scheidende Landessprecherin Buchmayr. Sie blickte in ihrem Referat zurück auf eine "Zeit absoluter Höhepunkte" - EU-Wahl 2014, Landtagswahl 2015, die Kür Alexander Van der Bellens zum Bundespräsidenten -, aber auch der "absoluten Niederlage", als man im Oktober 2017 aus dem Parlament geflogen ist. Nun habe sie aber den Eindruck, dass die Grünen "wieder voll auf Kurs sind", die Motivation sei zurückgekehrt.

"Rösser satteln und losreiten!

"Das Krone-Richten haben wir erledigt und jetzt ist es Zeit, die Rösser zu satteln und loszureiten", so Buchmayr. Das Friedensprojekt Europa sei an einem Scheideweg angelangt und der Rechtsextremismus salonfähiger geworden. Es sei "haarsträubend", wenn die FPÖ auf die Identitären-Causa mit "mein Name ist Hase" reagiere. Das drängendste Thema sei aber der Klimawandel, auch wenn es viele Politiker offenbar "nicht kratzt", dass "die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder gefährdet ist". Sie freue sich auf die Zusammenarbeit mit ihrem Nachfolger Kaineder und dessen Team und gab den Anwesenden als Appell mit: "Zukunft wird aus Mut gemacht."

Integrations-Landesrat Rudi Anschober rührte zunächst die Werbetrommel für seine Kampagne "Ausbildung statt Abschiebung", die eine "ziemlich einzigartige Allianz" hinter sich wisse. Es gehe darum, "weg von einer bösartigen Ideologie" hin zu Menschlichkeit und wirtschaftlicher Vernunft zu kommen. Denn die Bundesregierung zerschlage derzeit die Integration.

Grüne: Arbeitsübereinkommen mit FPÖ aufkündigen

Als "dramatisch" bezeichnete er die "Vernetzungen und Verzahnungen" der FPÖ mit rechten Gruppen, "diese Ähnlichkeit in der Sprache und in den Zielen". "Wir werden nicht zulassen, dass sich diese Ideologie in diesem Land durchsetzt." Er sei zwar grundsätzlich froh, dass es nun eine Distanzierung von Bundeskanzler Sebastian Kurz und Teilen der ÖVP gegeben habe, aber vieles, das zuletzt bekannt wurde, sei nicht neu "und es ist dennoch zu Koalitionen gekommen". Er sehe nur einen möglichen Schritt: "diese Arbeitsübereinkommen, die es derzeit gibt, aufkündigen" - etwa in Linz, in Oberösterreich, im Bund und im Burgenland. "Das ist das Gebot der Stunde, dann sind sie glaubwürdig", richtete er ÖVP und SPÖ aus.

(APA)

(Quelle: APA)

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