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Halb-Feiertag

Kritik an Karfreitags-Regelung

Karfreitag APA/ROLAND SCHLAGER
Die Kritik an der Halb-Feiertags-lösung ist groß. (Symbolbild)

Schon der heurige Karfreitag am 19. April soll ein halber Feiertag für alle Arbeitnehmer werden. Zur Halb-Feiertagslösung der Regierung gibt es allerdings jede Menge Kritik. Ein Überblick.

Die Opposition sieht mit dem 14 Uhr-Feiertag das Karfreitags-Urteil des Europäischen Gerichtshofes nicht wirklich umgesetzt. Ein "Regierungspfusch" sei der am Dienstag verkündete ÖVP-FPÖ-Kompromiss und ein weiterer Kniefall vor der Wirtschaft, kritisierte die SPÖ. Die NEOS sehen darin eine "weltfremde" Lösung, die neue Probleme bringe. "Augenauschwischerei" betreibe Türkis-Blau befand die Liste Pilz.

Gewerkschaft und Arbeiterkammer zum Karfreitag

Für die Arbeitnehmer bringe ein Karfreitags-Feiertag ab 14 Uhr so gut wie nichts: Viele hätten ohnehin Frühschluss und damit schon frei, und für die meisten anderen sei es dann nur ein "Viertelfeiertag", kritisierten ÖGB und Arbeiterkammer. Auch der schwarze AK-Chef Tirols Erwin Zangerl war empört - und hielt der Regierung vor, "sarkastisch und arbeitnehmerfeindlich" zu denken und zu handeln.

"Ein Feiertag ab 14 Uhr an einem Freitag, wo ohnehin sehr viele ArbeitnehmerInnen schon zu Mittag Dienstschluss haben, ist lächerlich", befand Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB. Das sei nicht einmal eine halbe Lösung, denn ausgehend von einem Acht-Stunden-Tag und Dienstbeginn um 8 Uhr blieben gerade einmal zwei Stunden mehr Freizeit. Wieder einmal habe sich die Regierung ihre Gesetze von Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung diktieren lassen - und ihr Versprechen, dass es beim Karfreitag keine Verschlechterungen geben wird, sei offenbar "genau gar nichts wert".

WKÖ und IV fordern Kostenausgleich

Die Wirtschaft ist ebenfalls mit dem Halb-Feiertags-Kompromiss für den Karfreitag nicht wirklich glücklich - und meldete sofort die Forderung an, dass ihr die entstehenden Kosten vom Bund ersetzt werden müssten. Die Unternehmen müssten für die zu erwartenden Kosten "zumindest im selben Ausmaß entlastet werden", betonte Wirtschaftskammer-Generalsekretär Karlheinz Kopf am Dienstag in einer Aussendung.

Auch der Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Christoph Neumayer, verlangte, "dass es - wie von der Bundesregierung angekündigt - zu keiner Mehrbelastung für die im harten internationalen Wettbewerb stehenden heimischen Unternehmen kommt".

Regelung wirft für Spar noch Fragen auf

Für den Handelskonzern Spar mit Sitz in Salzburg sind noch nicht alle Fragen geklärt. Nicht geklärt ist aus Sicht des Unternehmens, ob auch das Öffnungszeitengesetz angepasst wird. "Also, ob wir zwar ab 14.00 Uhr offenhalten dürfen, aber Zuschläge bezahlen müssen, oder ob das nicht mehr möglich sein wird", sagte eine Sprecherin zur APA.

Evangelische Kirche enttäuscht, Katholiken nicht erfreut

Enttäuschung ruft die Regierung mit ihrer Halbfeiertags-Lösung bei den Religionsvertretern hervor. Die Evangelische Kirche ist enttäuscht: "Uns wird ein halber Feiertag genommen", verwies Bischof Michael Bünker darauf, dass es auch am Karfreitag-Vormittag Gottesdienste gibt. Der Präsident der evangelischen Synode, Peter Krömer, stellte unmissverständlich fest: Diese Regelung sei "inakzeptabel".

Aber auch die Katholische Kirche hat wenig Freude mit dem türkis-blauen Kompromiss. Der Generalsekretär der Bischofskonferenz Peter Schipka bedauerte, dass dieser auf Kosten der evangelischen Christen im Land gehe. Diese würde "etwas Wichtiges verlieren". Zwar werde dieser für Christen wichtige Tag aufwertet, wenn am Karfreitag ab 14 Uhr gesetzlich arbeitsfrei ist - "selbst dann, wenn die Geschäfte geöffnet haben dürfen". Aber es sei bedauerlich, dass er für Evangelische kein ganzer Feiertag bleibe.

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(APA/S24)

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 20.09.2019 um 10:11 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/karfreitags-regelung-kritik-an-halb-feiertag-65987161

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