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Karoline Edtstadler im Porträt

20190503_PD1195.HR.jpg APA/Helmut Fohringer/Archiv
Die Salzburgerin Karoline Edtstadler wird im Kanzleramt angesiedelt sein.

Lange war Karoline Edstadler nicht weg. Erst im Juni wurde sie mit sechsstelliger Vorzugsstimmen-Anzahl vom Innenstaatssekretariat in die ÖVP-Delegationsleitung im Europaparlament gewählt, schon wird sie von Sebastian Kurz wieder heim in die Regierung gerufen. Immerhin geht sich diesmal ein Ministeramt aus, und mit Europa hat es auch noch zu tun.

Edtstadler war bis vor zwei Jahren politisch ein unbeschriebenes Blatt, auch wenn sie im Kabinett von Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) schon einmal ganz nah dran am Regierungsgeschäft war. Doch mit dem Eintritt in die Regierung Kurz erarbeitete sie sich schnell ihr Standing im türkisen Reich.

Edtstadler verantwortete Gewaltschutzpaket

Als Aufpasserin im Innenressort taugte sie weniger, da der dortige Chef Herbert Kickl sich mit Vertrauten einigelte, dafür drückte sie mit der von ihr schon als Richterin bekannten Härte ein Gewaltschutzpaket auch gegen Expertenmeinungen durch, das eigentlich Sache des Justizministers sein hätte müssen. Großes Gewicht legte Edtstadler auch auf das Gedenkjahr, gute Beziehungen zur jüdischen Gemeinde sind ihr stetes Anliegen.

Gerne soll sie dann auch nicht in Richtung EU aufgebrochen sein, hatte sie sich doch nach ihrer Rückkehr vom EGMR erst gerade wieder in Wien eingerichtet. Doch in Aussicht stand immerhin ein Posten in der EU-Kommission. Dass es mit diesem nichts wurde, ist Ibiza geschuldet. In der damaligen politischen Gemengelage war Edtstadler nicht durchzubringen, als Trost blieb die Delegationsleitung der Volkspartei.

Yoga, Ski und Tanz als Hobbies

Öffentlich kommt die Mutter eines Sohns oft recht hart rüber, dabei ist die lebenslustige 38-Jährige im persönlichen Umgang durchaus einnehmend. Ihr Tag beginnt mit Yoga, Ski fährt sie gerne, getanzt wird ebenso begeistert, am Klavier ist sie geübt wie auf der Oboe. Leidenschaftlicher Fan ist sie von Hunden sowie von Helene Fischer.

Dass sie sehr jung Anfang 20 Mutter wurde, hat ihre Karriere nicht gestoppt, wobei die Hilfe ihrer Eltern durchaus erwünscht war. Ihr Vater brachte politische Gene ein, diente er doch viele Jahre als Salzburger Landtagsdirektor, die Mutter war Lehrerin. Nach ihrem Jus-Studium heuerte Edtstadler junior am Salzburger Landesgericht als Richterin an. Von dort wechselte sie in die Legistik-Sektion des Justizressorts, ehe sie im Kabinett Brandstetter anheuerte.

Edtstadler mit 23 Jahren im Henndorfer Gemeinderat

Bevor es mit der Politik richtig ernst wurde, war Edtstadler eineinhalb Jahre am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte tätig. Parteipolitisch war sie bis zum Regierungseintritt nur an einer Nebenfront aufgefallen, nämlich schon mit 23 im Gemeinderat in Henndorf. Heute ist sie schon einige Schritte weiter. Macht sie ihren Regierungsjob im Kanzleramt bzw. als Kurz-Vertreterin in Brüssel gut, gilt sie als seriöse Anwärterin auf den Posten der Salzburger Landeshauptfrau, wenn sich Wilfried Haslauer dereinst für den politischen Ruhestand entscheidet.

Zur Person: Karoline Edtstadler, geboren am 28.3.1981 in Salzburg, ledig, ein Sohn. Jus-Studium mit Magistra-Abschluss. Richterin am Landesgericht Salzburg 2008-2011, Tätigkeit im Justizressort von 2011-2016 (davon zwei Jahre im Kabinett von Minister Wolfgang Brandstetter, Mai 2016 bis Dezember 2017 Mitglied des EGMR, danach Staatssekretärin im Innenministerium, ab Juli 2019 Mitglied des Europäischen Parlaments.

(Quelle: APA)

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