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"Lieber früher als später"

Kaufmannsmodell soll auch für Billa kommen

Rewe treibt Unternehmensumbau in Österreich voran

Billa Bilderbox
Selbstständige Kaufleute könnten in Österreich bald einzelne Billa-Filialen führen. (SYMBOLBILD)

Nach der Umflaggung von Merkur zu Billa Plus plant der Handelskonzern Rewe einen weiteren Unternehmensumbau in Österreich. Einzelne Billa-Filialen könnten von selbstständigen Kaufleuten geführt werden, ähnlich wie bei der Tochter Adeg.

"Das ist nichts in weiter Ferne, lieber früher als später", präzisierte Rewe-Österreich-Chef Marcel Haraszti erste Ankündigungen im APA-Gespräch. Adeg werde aber weiter bestehen bleiben.

Kaufmannsmodell in Deutschland erfolgreich

Als Positivbeispiel führte Haraszti auch das Kaufmannsmodell bei der deutschen Konzernmutter an. Rewe ging aus Einkaufsgenossenschaften von einzelnen Kaufleuten hervor. Rewe Deutschland sei stark gewachsen mit den Kaufleuten. "Man kann sich da einiges gutes absehen", so Haraszti.

Abstimmung mit Billa und Adeg-Kaufleuten

Der Rewe-Österreich-Chef will ein mögliches Billa-Kaufmannsmodell gemeinsam mit den Adeg-Kaufleuten absprechen. "Wir schauen gerade, wie und wann das möglich ist. Wenn wir es ausrollen, dann hat es Hand und Fuß", sagte Haraszti. "Ich bin ein totaler Kaufmannsmodell-Fan." Bestehende Billa-Filialen oder neue Standorte könnten von selbstständigen Kaufleuten geführt werden. "Natürlich bleibt immer das Filialsystem erhalten", betonte der Handelsmanager.

100 neue Filialen in Österreich geplant

Bis 2024 will der Rewe-Österreich-Chef rund 100 neue Billa-Filialen in Österreich eröffnen. In Salzburg sei Billa "nicht ausreichend vertreten", in Tirol habe man "noch Potenzial", Oberösterreich sei "einer der wichtigsten Expansionsgebiete" und in Wien wachse die Bevölkerung stark. "Wir sehen für uns schon noch Platz", sagte Haraszti.

(Quelle: APA)

Aus Merkur wird Billa Plus

symb_Billa Plus APA/BARBARA GINDL
Aus Merkur wird mit April nun Billa Plus.

Mit dem heutigen Tag wurde aus dem Einzelhändler Merkur die neue Marke Billa Plus. Unter dem Dach der gemeinsamen deutschen Konzernmutter Rewe entsteht damit "das Beste aus beiden Welten", rührte heute Rewe-Österreich-Chef Marcel Haraszti die Werbetrommel.

Bis zu 2.000 Artikel würden preisgesenkt und das Angebot deutlich erweitert, versprach er. Bis 2024 soll es 100 neue Filialen geben, 200 Niederlassungen sollen erneuert werden.

SB, Billa.jpg SALZBURG24/Wurzer

Merkur wird zu Billa Plus

Die Supermarktkette Merkur wird beginnend mit April von der heimischen Handelslandschaft verschwinden und künftig unter dem Namen Billa Plus firmieren. Kündigungen von Angestellten seien nicht …

Den neuen Markenauftritt lässt sich der Rewe-Konzern einen zweistelligen Millionenbetrag kosten, ebenso viel soll in Waren-Preissenkungen fließen. Die "Dauertiefpreise" verschwinden, "Billa Extrem" wird dafür ausgedehnt. Dabei soll es zehn bis zwölf vergünstigte Produkte pro Woche geben, eine "Jö-Karte" ist dafür nicht erforderlich. Übrigens: Rund vier Millionen Österreicher besitzen diese Kundenkarte.

Supermarkt setzt auf Eigenmarken

Deutlich erweitert werden das Frischfleischangebot und die Bio-Linie. "Wir sind der einzige Lebensmittelhändler in Österreich mit hundert Prozent Frischfleisch bei Schwein, Rind, Huhn und Pute. Jede zweite österreichische Pute werde künftig über Billa und Billa Plus verkauft", kündigte Haraszti an. Das Angebot an Eigenmarken werde steigen, wobei es einen "Wettlauf" zwischen Eigenmarken und Industriemarken gebe. Herstellermarken "sind angehalten, Innovationen zu bieten". Wobei Haraszti betonte: "Wir sind ein verlässlicher Partner der Industrie." Eine Änderung gibt es auch in der Brotabteilung. Rund 100 Millionen Kaisersemmeln pro Jahr verkauft der Lebensmittelhändler, diese werden nun von konventionell auf "bio" umgestellt.

Zur Zukunft der Rewe-Tochter Adeg mit seinen selbstständigen Kaufleuten meinte der Rewe-Österreich-Chef, dass es hier eine gute Koexistenz gibt. Das Projekt auch Billa-Filialen von Selbstständigen betreuen zu lassen, werde weiter verfolgt. Gerade in Westösterreich sieht Haraszti noch Expansionspotenzial für den Rewe-Konzern.

Umstellung von Merkur auf Billa Plus

Angesprochen darauf, ob es eine Häufung von Corona-Fällen bei Mitarbeitern gegeben hat, meinte Haraszti, das sei nicht der Fall gewesen. Man habe sich im Schnitt der Bevölkerung bewegt, eher darunter, "sicher nicht darüber".

Von der Umstellung von Merkur auf Billa Plus sind 144 Niederlassungen betroffen. "In einem Kraftakt unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Partner wurden rund 700 Werbeschilder getauscht, 40.000 Einkaufswagen adaptiert, neue Arbeitskleidung und Namensschilder für 10.000 Beschäftigte ausgegeben und vor allem: mehr als 10 Millionen Preisschilder in allen Billa- und Billa Plus-Märkten ausgetauscht - in Handarbeit", rechnete Haraszti vor.

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